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Hybridoffensive - Golf 8 soll VW den Weg in die E-Mobilität ebnen

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Die Golf ist das wichtigste Modell für VW. Jetzt hat der Konzern die achte Generation vorgestellt. Damit will er den Übergang in eine klimaschonendere Mobilität vorbereiten.

Der VW-Konzern stellt den neuen Golf 8 vor - 24.10.2019
Weltpremiere in Wolfsburg: der neue Golf 8
Quelle: dpa

Mit dem neuen Hoffnungsträger, der am Donnerstagabend bei einer Weltpremiere in Wolfsburg vor rund 700 Journalisten vorgestellt wurde, startet VW eine Hybridoffensive: Der neue Golf kommt erstmals in mehreren Versionen auf den Markt, die einen Verbrenner mit einem Elektroantrieb kombinieren - vom Mildhybrid mit 48-Volt-Technik bis hin zu Plug-in-Hybrid, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Hintergrund sind die ab nächstes Jahr europaweit geltenden schärferen Klimavorgaben.

Daneben wird Deutschlands meistgekauftes Auto weiter auch als Benziner und Diesel zu haben sein, wegen überarbeiteter Motoren allerdings mit deutlich niedrigerem CO2- und Stickoxid-Ausstoß. Auch das soll dazu beitragen, dass VW die Flottenwerte einhält und Strafzahlungen dadurch vermeiden kann.

Noch ist nicht absehbar, ob die Wette aufgeht

Einen Elektro-Golf soll es künftig allerdings nicht mehr geben. Mit dem neu entwickelten Modell mit viel Elektronik schreibt VW eine Erfolgsgeschichte in achter Generation fort. Von dem Golf und seinen verschiedenen Varianten vom klassischen Schrägheck über die später folgende Hochdachversion bis zu Kombi und Cabriolet rollten seit dem Start vor mehr als vier Jahrzehnten weltweit 35,6 Millionen Stück zu den Kunden. Viele Konkurrenten versuchten, das Konzept vom "klassenlosen Fahrzeug" zu kopieren.

Nun soll der Golf dabei helfen, den Wechsel ins Elektro-Zeitalter abzusichern. Denn noch ist nicht absehbar, ob die von Volkswagen eingegangene Wette aufgeht und die Kunden schon in wenigen Jahren massenweise Elektroautos kaufen. Erst wenn das gelingt, kann der Kompaktwagen seine Rolle als Zugpferd und Technologieträger für den Konzern Schritt für Schritt an einen Nachfolger abgeben.

Anfang November läuft in Zwickau die Produktion des rein batteriegetriebenen ID.3 an, dem in den nächsten Jahren zahlreiche weitere Modelle folgen sollen. Sie könnten einmal diese Rolle übernehmen.

Bis 2025 will Volkswagen weltweit drei Millionen Elektroautos pro Jahr produzieren und zum führenden Hersteller von Stromern aufsteigen. In den nächsten Jahren sollen 70 neue E-Modelle auf den Markt kommen. Bis 2030 soll der E-Anteil der Flotte auf mindestens 40 Prozent steigen. Damit ist das Ende des Verbrenners absehbar.

Macht die E-Mobilität dem Golf den Garaus?

Noch gehört der Golf mit Verbrennungsmotor zu den wichtigsten Fahrzeugen von VW. Auch das neue Modell solle einen nennenswerten Beitrag zum Konzerngewinn leisten, heißt es aus dem Konzern. Das soll helfen, den Wechsel in die Elektromobilität mit den dafür hohen Investitionen abzusichern.

Doch Analysten gehen davon aus, dass der Beitrag des Modells zum Konzerngewinn in den vergangenen Jahren geschrumpft ist. "Der Golf hat nicht mehr die zentrale Bedeutung von früher, aber immer noch hohe Symbolkraft", sagt Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Den Anteil am Gewinn schätzt der Autoanalyst auf sechs bis acht Prozent. Vor 20 Jahren seien es noch mindestens 20 Prozent gewesen. Das Geld wird immer mehr mit SUVs verdient, auf die auch VW immer stärker setzt. Bis 2025 soll jeder zweite neue VW ein Stadtgeländewagen sein.

Sollten die Prognosen von VW zutreffen und die Kunden sich in den nächsten Jahren vermehrt Stromer in die Garage stellen, könnte das Ende des Erfolgsmodells Golf eingeläutet werden. Dann könnte Volkswagen den Kompaktwagen schrittweise zurückfahren.

VW will von Zusatzausstattungen profitieren

Bis es so weit ist, dürfe es allerdings noch einige Zeit dauern. VW schließt nicht aus, dass es noch eine neunte Generation geben wird. "Ich gehe davon aus, dass es einen neuen Golf nach dem Golf 8 geben wird", sagte der für das operative Geschäft der Hauptmarke zuständige Ralf Brandstätter. Wann das sein könnte, ließ er offen. Üblicherweise werden Modelle alle sieben Jahre erneuert.

Die Preise für den neuen Golf beginnen in Deutschland laut VW bei unter 20.000 Euro, was sich im ersten Moment besonders günstig anhört. Allerdings sind darin kaum Zusatzausstattungen enthalten, die bei vergleichbaren Modellen mehrere tausend Euro kosten können. Das digitale Cockpit und LED-Leuchten gehören laut Vertriebschef Jürgen Stackmann zur Grundausstattung bereits dazu. Finanzvorstand Frank Witter sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Von der Einstiegsversion lebt niemand. Es kommt auf den Mix an." Das heißt, je mehr Kunden sich Zusatzausstattungen einbauen lassen und Onlinedienste nutzen, umso profitabler wird der Golf für VW.

Der Verkauf startet Anfang Dezember in Deutschland und Österreich. Anfang 2020 rollt das Modell in den europäischen Hauptmärkten Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien zu den Händlern. Danach sollen die Überseemärkte China, USA, Australien und Japan folgen.

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