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Neuer Teil von "God of War" - Der Kriegsgott wird altersmilde

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Die Spieleserie "God of War" ist eher für explizite Gewaltdarstellungen bekannt als für historische Authentizität. Der neue Teil stellt das auf den Kopf und erntet dafür viel Lob.

Screenshot: God of War
Screenshot: God of War
Quelle: Sony Interactive Entertainment

Kratos wirkt verletzlicher. Der Held der "God-of-War"-Serie ist von Haus aus ein erbarmungsloser spartanischer Krieger und ein Halbgott. In seinem neuesten Abenteuer ist er jedoch deutlich gealtert und er hat einen jungen Sohn an seiner Seite. Der Kriegsgott zeigt Schwachstellen; die rohe Gewalt früherer Teile ist abgemildert. Cory Barlog, Regisseur und Autor des Spiels, erklärt diese Verschiebung. "Wir wollten, dass alles einen Kontext besitzt. Frühere Spiele litten vielleicht unter dem Wunsch, dass wir uns immer wieder übertreffen wollten: größer, besser, verrückter. Aber wir hatten das Warum und den Kontext aus dem Blick verloren."

Wo rohe Kräfte sinnlos walten ...

Das Setting früherer Teile war an die griechische Mythologie angelehnt. Nun lebt Kratos im kalten Norden und trifft dort auf die nordische Götterwelt. Historisch ist das Spiel vor der Völkerwanderung angesiedelt. Eine Zeit, die von brutaler Gewalt gezeichnet war, so Barlog. "Das war nicht die freundlichste Periode. Es war keine Zeit, wo sich die Menschen immer nur umarmt haben. Man lebte von der Hand in den Mund. Menschen kämpften für das, was sie haben wollten. Sie mussten kämpfen, um zu überleben. Aber um sinnlose Gewaltverherrlichung geht es in diesem Spiel nicht. Ich wollte sicherstellen, dass die Gewaltdarstellungen einem dramatischen Zweck dienen."

Die Zeiten, in denen Spiele wie "God of War" für Gewaltausbrüche und gar Morde mitverantwortlich gemacht wurden, sind vorbei. Heute ist bekannt, dass es keinen wissenschaftlichen Beleg für so einen kausalen Zusammenhang gibt. Noch bis vor wenigen Jahren jedoch wurde genau dies behauptet, das Medium mit zahlreichen Amokläufen an Schulen in Verbindung gebracht. Einige Spieleentwickler reagierten mit Trotz, entwickelten bewusst provokative und übertrieben gewalthaltige Videospiele. Die Kampfspiel-Serie "Mortal Kombat" ist so eine Übertreibung. Und "God of War" zum Teil auch. Im dritten Teil von 2010 besiegt Kratos den Götterboten Hermes und trennt ihm beide Beine ab. Die Zeit solcher Provokationen ist weitgehend vorbei. Serien wie "God of War", bei denen die Darstellung von Gewalt ein zentrales Merkmal ist, ändern sich.

"God of War" soll authentischer wirken

Vielmehr möchte Barlog nun einen Eindruck der Mythologie und der damaligen Zeit vermitteln. Für das Spiel reiste ein Team des kalifornischen Studios nach Island. Mehrere Sprachwissenschaftler waren beratend tätig, um zu gewährleisten, dass die Verwendung der nordischen Runen auch wirklich einen Sinn ergibt. In Zeiten von Serien wie "Game of Thrones" soll "God of War" authentischer wirken. "Die halbe Welt glaubt doch, dass Thor ein blonder Adonis aus Australien war", sagt Barlog und lacht. Kratos ist in der griechischen Mythologie Sohn der Titanen Pallas und Styx. Darauf nehme man Rücksicht, so Barlog. "Wir zollen kulturellen Zusammenhängen und den Geschichten Respekt, aber gleichzeitig wollen wir unseren eigenen Weg finden." Auch die Kombination der griechischen mit der nordischen Götterwelt hält Barlog nicht für zu gewagt, sondern für ein interessantes Gedankenspiel.

Barlog war schon seit dem ersten Teil an der Serie beteiligt. Aus heutiger Sicht würde er vieles ändern. "Ich war jung und habe den Gesamtzusammenhang nicht gesehen. Wenn ich erneut Regisseur von "God of War 2" sein könnte, würde ein anderes Spiel daraus. Aber ich bin froh, diese Entwicklung gemacht zu haben."

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