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US-Präsident warnt Nordkorea - Neuer Droh-Tweet von Trump

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Auch wenn sein Verteidigungsminister wiederholt vor einem Krieg mit Nordkorea gewarnt hat, hat US-Präsident Trump Nordkorea wieder mit einer militärischen Lösung gedroht. In einem Tweet verkündete er, diese sei "nun vollständig vorbereitet". Kanzlerin Merkel warnte vor einem Militäreinsatz.

Im Atomkonflikt zwischen Nordkorea und den USA dreht sich die Spirale der Drohungen weiter. Nach Trumps impulsiver Rede kamen aus Pjöngjang Spott und die Ankündigung, Angriffspläne für die Insel Guam vorzulegen. Nun wiederum legte der US-Präsident nach.

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US-Präsident Donald Trump hat im Konflikt mit Nordkorea dem Land mit einer militärischen Lösung gedroht. "Die militärischen Lösungen sind nun vollständig vorbereitet, geladen und entsichert, sollte Nordkorea sich unklug verhalten", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Hoffentlich findet Kim Jong Un einen anderen Weg", sagte er mit Blick auf den nordkoreanischen Machthaber.

Erst am Donnerstag hatte der Republikaner nachgelegt und erklärt, seine Drohungen gegen den nordkoreanischen Machthaber seien wohl nicht hart genug gewesen. Nordkorea sollte sich zusammenreißen, sonst würde es Probleme bekommen, wie sie nur wenige Länder erlebt hätten. Derweil warnte sein Verteidigungsminister Mattis, ein Krieg mit Nordkorea wäre "eine Katastrophe".

Merkel warnt vor Militäreinsatz - Schulz für Deal

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte unterdessen vor einem Einsatz des Militärs. "Ich sehe keine militärische Lösung des Konfliktes" und eine solche halte sie auch "nicht für geboten", sagte sie. Eine Eskalation der Sprache werde keine Lösung des Problems bringen.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz brachte eine diplomatische Lösung nach dem Vorbild des Atomdeals mit Iran ins Gespräch. "Vielleicht kann man mit einer vergleichbaren Vorgehensweise die nukleare Rüstungsbegrenzung in Nordkorea erreichen", sagte der Parteichef der Sozialdemokraten. "Ich glaube, es ist die Stunde der Diplomatie, um zu vermeiden, dass es zu weiterer militärischer Eskalation kommt." Alle Vorschläge dazu von Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats müssten geprüft werden, sagte Schulz.

Trump: Es ist Zeit gegen Nordkorea anzustehen

Der Streit zwischen Washington und Pjöngjang über das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas hatte sich in den vergangenen Monaten hochgeschaukelt. Nordkorea hat angekündigt, dass bis Mitte August der Einsatzplan stehen soll, um vier Mittelstreckenraketen über Japan hinweg auf Guam abzufeuern. Die Raketen sollten demnach 30 bis 40 Kilometer vor der US-Pazifikinsel im Meer einschlagen.

Trump warf seinen Vorgängern am Donnerstag vor, mit Blick auf Nordkorea nur unzureichend gehandelt zu haben - es sei Zeit, dass jemand gegen die Außenseiter-Nation anstehe. Das Land sei mit einer "Tragödie" durchgekommen, die nicht erlaubt werden könne.

Mattis: Krieg mit Nordkorea wäre "Katastrophe"

Zugleich warnte Trump, dass Atomwaffen eine Gefahr darstellten. Er wolle die Welt am liebsten "entatomisieren" (wörtlich "de-nuke"). Doch bis es so weit sei, würden die USA die "stärkste nuklear bewaffnete Nation der Erde" sein. Ob sein Land einen präventiven Erstschlag erwäge, sagte er nicht. "Natürlich" erwäge er aber diplomatische Verhandlungen mit Pjöngjang, die in den vergangenen 25 Jahren jedoch stets gescheitert seien.

US-Verteidigungsminister James Mattis sagte am Donnerstag (Ortszeit) an Reporter in Kalifornien gewandt, es sei zwar seine Verantwortung, militärische Optionen zu erwägen - doch die Vereinigten Staaten wollten sich auf eine diplomatische Lösung konzentrieren. Die Tragödie des Krieges sei bekannt. "Es braucht keine weitere Beschreibung außer dem Fakt, dass es eine Katastrophe wäre."

Australien auf Seite der USA, falls Nordkorea angreift

Indes kündigte der australische Ministerpräsident Malcolm Turnbull am Freitag an, sein Land werde den USA bei einem möglichen Angriff zur Seite stehen. "Wenn Nordkorea entscheidet, eine seiner Drohungen auszuführen, dann werden offensichtlich fürchterliche Konsequenzen folgen", sagte er dem Radiosender 3AW in Melbourne. Auch Japan und Südkorea hatten im Falle des Falles bereits Vergeltung versprochen.

Anlass für die neue Stufe des Konflikts ist eine Mitteilung des nordkoreanischen Militärs vom Donnerstag. Darin hieß es, es gebe den Plan, vier Mittelstreckenraketen vom Typ Hwasong-12 Richtung Guam abzufeuern - und dieser sei beinahe fertiggestellt. Demnach sollen die Raketen über Japan hinwegfliegen und 30 bis 40 Kilometer vor der Küste Guams im Meer einschlagen. Ob es tatsächlich dazu komme, sei aber eine Entscheidung von Kim Jong Un.

Auch Hacker als Mittel gegen Nordkorea

Sollte Nordkorea dieser Ansage tatsächlich Taten folgen lassen, würden die USA mit Sicherheit versuchen, die Raketen abzufangen. Der Konflikt würde damit eine bisher nie da gewesene Eskalationsstufe erreichen. Nach Angaben aktueller und früherer US-Regierungebeamter ist im Kriegsfall mit einer harten und schnellen Reaktion der Staaten zu rechnen. Eingesetzt würden neben der Luftwaffe dann vermutlich auch Drohnen und Hacker, die Cyberangriffe unter anderem auf nordkoreanische Militärstützpunkte, Kommando- und Geheimdienstzentralen ausüben sollten.

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