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Neuer Wirbelsturm vor Ostafrika - "Kenneth" bedroht Mosambik

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Noch immer hat Mosambik mit den katastrophalen Folgen des Zyklons "Idai" im März zu kämpfen. Und der nächste Wirbelsturm steht schon vor der Tür.

"Idai" war mit mehr als 600 Toten und Schäden in Milliardenhöhe die bisher teuerste Naturkatastrophe Mosambiks. Der neue Zyklon "Kenneth" wird voraussichtlich heute Abend auf die Küste treffen - mit Winden von mehr als 230 Kilometern pro Stunde wird er wohl noch etwas stärker sein als "Idai". Im Gegensatz zu "Idai" erwischt "Kenneth" aber nicht die Mitte des Landes, sondern den deutlich weniger besiedelten Norden.

Günstige Bedingungen für Stürme

Trotzdem gehen die größten Gefahren wieder von starkem Wind und sintflutartigem Regen aus. Über 600 Liter pro Quadratmeter werden in den nächsten zwei Tagen in der Kernregion um den Quirimbas-Nationalpark fallen, genug für neue heftige Überschwemmungen und Erdrutsche. "Kenneth" könnte sich am Wochenende sogar noch einmal regenerieren, was weitere extreme Regenmengen zur Folge hätte.

Karte: Zyklon Kenneth
Zyklon "Kenneth"
Quelle: ZDF

Die Bedingungen in der Region begünstigen zur Zeit die Entstehung von starken Wirbelstürmen: Es herrschen hohe Wassertemperaturen von 29 bis 30 Grad und eine geringe Windscherung, also wenn der Wind mit der Höhe Richtung und Stärke ändert und damit einen Wirbelsturm abschwächen würde.

Eigentlich zu nah am Äquator

Auch der Süden Tansanias bekommt große Regenmengen ab. Eine Region, die nur wenig Erfahrung mit Wirbelstürmen hat. Die Mosambik vorgelagerte Inselgruppe der Komoren wurde schon von "Kenneth" erfasst. Er war der stärkste Wirbelsturm, der seit Beginn der Aufzeichnungen über die Inseln zog und erst der dritte seit 1983, denn eigentlich liegen die Inseln mit 11 bis 13 Grad südlicher Breite zu nahe am Äquator.

Für Mosambik wäre ein weiterer verheerender Wirbelsturm eine doppelte Katastrophe. Die Vereinten Nationen, das Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen bereiten sich auf einen möglichen neuen großen Hilfseinsatz vor, wieder in überwiegend ländlichen Gebieten.

Christa Stipp ist ZDF-Wetterexpertin.

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