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New York Marathon - "Wir lassen uns nicht unterkriegen"

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Trotz des jüngsten Terroranschlags ist New York in Marathon-Stimmung. 51.000 Läufer aus 125 Ländern stehen am Start. "Wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt der Bürgermeister.

"Nicht zu laufen, kommt überhaupt nicht in Frage. Wir können uns nicht irgendwo verkriechen und in ständiger Angst leben", sagt Jude Bernard aus Brooklyn. Am Donnerstag hat er seine Startunterlagen in Manhattan abgeholt. Fünf Monate lang hat er sich auf diesen Marathon vorbereitet. "Normalerweise ist meine größte Angst vor einem Rennen, dass ich aufs Klo muss oder einen Krampf kriegen könnte. Bei diesem Marathon habe ich zum ersten Mal gedacht: Hoffentlich passiert kein Terroranschlag."

Mehr als 50.000 Läufer werden zum Marathon in New York erwartet. Die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt wurden deutlich verschärft.

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Ein riesiges Fest

Auch Jackie Murphy ist trotz der Angst vor einem weiteren Attentat wild entschlossen zu starten. "Ich lasse mich von niemandem stoppen“, sagt die 34-Jährige aus New Jersey. Sie läuft zum ersten Mal in New York mit. "Dieser Marathon ist ein riesiges Fest, bei dem es um Lebensfreude, Sieg und Ausdauer geht. Das darf uns niemand nehmen."

Am Tag fünf nach dem Terrorattentat, bei dem am Dienstag acht Menschen ums Leben kamen, zeigen sich die New Yorker kämpferisch. 51.000 Läufer aus 125 Ländern gehen an den Start. "Die Zahl derjenigen, die in letzter Minute abspringen, ist nicht höher als in den Jahren zuvor", sagt Peter Ciaccia, Chef der New York Road Runners, die den Marathon organisiert. 2,5 Millionen Zuschauer erwartet er. Der Startschuss fällt um 8.30 Uhr.

Polizeihubschrauber und Scharfschützen

Und die Stadt ist vorbereitet: Mit Sand beladene Laster blockieren sämtliche Zufahrtsstrassen zur Laufstrecke. Polizeihubschrauber und Scharfschützen auf Dächern überwachen die Menge aus der Luft. Polizisten in Zivil und schwer bewaffnete Anti-Terroreinheiten sind unterwegs. Spezial-Einsatzteams setzen mobile Röntgengeräte ein. Außerdem sind Sprengstoffhundestaffeln im Einsatz. Am Hudson und East River patrouillieren Polizeiboote. Nie zuvor in der Geschichte des New York City Marathons waren die Sicherheitsvorkehrungen so hoch.

Seit dem Bombenattentat beim Marathon in Boston vor vier Jahren, gelten für alle Teilnehmer strenge Regeln. Läufer dürfen keine Rucksäcke mit Wasserbehältern tragen, Taschen sind ebenso verboten wie weite, ausgebeulte Kleidung, unter der Waffen versteckt sein könnten.

"Können nicht überall Betonsperren aufstellen"

"Hundertprozentige Sicherheit kann niemand garantieren", gibt New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo zu. "Wir können nicht überall in der Stadt Betonsperren aufstellen. Aber wenn etwas passiert, können wir dafür sorgen, dass die Terroristen nicht gewinnen."

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio, der sich kommende Woche zur Wiederwahl stellt, sagt in einem Radiointerview, er sei stolz auf seine New Yorker. Sie seien stark und widerstandsfähig. "New York City wird der Welt zeigen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen."

"... und hoffe, dass ich sicher bin"

Das sieht Cornelia Brucker aus Freiburg genauso. Es sei wichtig zu zeigen, dass die Menschen in New York keine Angst hätten. "Ich kann überall in der Welt zur Zielscheibe werden. Es ist unmöglich diese Terroristen zu stoppen", sagt sie mit Blick auf Attentate in Europa. "Ich mache einfach weiter, ich laufe diesen Marathon und ich hoffe, dass ich sicher bin."

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