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#MeToo-Verfechter in Kritik - New Yorks Generalstaatsanwalt tritt zurück

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Waren es nur "Rollenspiele"? Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman ist nach Misshandlungsvorwürfen zurückgetreten. Er galt als Verfechter der #MeToo-Bewegung.

Eric Schneiderman in New York am 12.2.2018
Zurückgetreten: Eric Schneiderman
Quelle: reuters

Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman ist nach Misshandlungsvorwürfen zurückgetreten. Zwar stünden die Vorwürfe nicht mit seiner Arbeit im Zusammenhang, sie verhinderten aber seine weitere Arbeit für die New Yorker Behörden, erklärte Schneiderman. Vier frühere Partnerinnen hatten ihm in einem Medienbericht vorgeworfen, körperlich gewalttätig geworden zu sein und sie bedroht zu haben.

Nur "Rollenspiele"?

Dem "New Yorker" sagten zwei Frauen, Schneiderman habe sie während ihrer jeweiligen Beziehungen wiederholt und oftmals nach dem Konsum von Alkohol geschlagen - und zwar ohne ihr Einverständnis. Sie hätten sich medizinisch behandeln lassen müssen. Zudem soll Schneiderman vorgetäuscht haben, die Frauen zu erwürgen. Auch zwei andere Frauen äußerten mutmaßliche Misshandlungen, wollten aber anonym bleiben. Schneiderman habe ihnen im Falle einer Trennung mit Ermordung gedroht. Eine sagte, der Jurist habe sie gewarnt, er könne sie verfolgen und abhören lassen.

Schneiderman wies die Vorwürfe entschieden zurück. Dem "New Yorker" sagte Schneiderman, "Rollenspiele und andere einvernehmliche sexuelle Handlungen" vorgenommen zu haben. "Ich habe nie jemanden angegriffen. Ich habe nie nicht-einvernehmlichen Sex gehabt, was eine Linie ist, die ich nicht überschreiten würde."

Befürworter der #MeToo-Bewegung

Dem Bericht zufolge hatte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo Schneidermans Rücktritt verlangt. Es sei für ihn ab sofort unmöglich, weiter im Dienst als Generalstaatsanwalt zu stehen. "Niemand steht über dem Gesetz", sagte Cuomo und kündigte eine sofortige Ermittlung an.

Schneiderman gilt als lautstarker Befürworter der #MeToo-Bewegung. Im Februar hatte die Staatsanwaltschaft unter seiner Führung die Produktionsfirma des einstigen Hollywood-Moguls Harvey Weinstein verklagt. Die Weinstein Company habe mehrfach das Recht in New York gebrochen, indem sie ihre Mitarbeiter nicht vor weit verbreiteter sexueller Belästigung, Einschüchterung und Diskriminierung geschützt habe, hieß es in der Anklageschrift.

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