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Nicolas Maduro glaubt an Sieg - Venezuela wählt neuen Präsidenten

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Nicolas Maduro hat bekommen, was er wollte: Die Bevölkerung Venezuelas muss wählen. Der Gewinner der Präsidentenwahl wird wohl keine Überraschung sein.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro gibt sich siegesgewiss.
Venezuelas Präsident Nicolas Maduro gibt sich siegesgewiss.
Quelle: Ariana Cubillos/AP/dpa

Die Bevölkerung im krisengebeutelten Venezuela ist heute zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen. Seit 12 Uhr MESZ haben die Wahllokale ihre Türen geöffnet. Die Wiederwahl des sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro gilt dabei jedoch als so gut wie sicher.

Zahlreiche Länder der Region sowie die USA und die EU hatten aber bereits angekündigt, die Wahl nicht anzuerkennen. Viele Gegner Maduros sitzen im Gefängnis, wurden von der Wahl ausgeschlossen oder sind ins Ausland geflohen.

Niedrige Beteiligung dürdte Maduro helfen

Das Oppositionsbündnis MUD beklagte massive Behinderungen im Wahlkampf und boykottiert die Wahl. Einziger ernsthafter Herausforderer Maduros ist der frühere Sozialist Henri Falcón. Das Land ist tief gespalten zwischen Maduro-Gegnern und seinen Anhängern. "Maduro raus" lautet das Motto von hunderten Demonstrationen, bei denen am Sonntag weltweit oppositionelle Venezolaner demonstrieren wollen.

In Meinungsumfragen liegt Maduro zwar mit Zustimmungsraten um die 20 Prozent hinter Herausforderer Falcón, der 30 Prozent erreicht. Aber die erwartete niedrige Wahlbeteiligung spielt Maduro in die Hände. Erwartet wird, dass er sich gegen Falcón durchsetzt, obwohl 75 Prozent der Venezolaner seine Amtsführung ablehnen. Einem weiteren Kandidaten, dem evangelikalen Politiker Javier Bertucci, wurden 14 Prozent der Stimmen zugetraut.

Schwere Wirtschaftskrise

Maduro wird vorgeworfen, die Demokratie in Venezuela auszuhebeln. Nach monatelangen Protesten der Opposition im vergangenen Jahr, bei denen 125 Menschen getötet worden waren, hatte er durch eine Verfassunggebende Versammlung de facto das Parlament ausgehebelt, in dem die Opposition die Mehrheit hatte. Auch seine Entscheidung, die Wahl von Dezember auf Mai vorzuziehen, hatte international Kritik ausgelöst.

Das südamerikanische Land steckt in der schwersten Krise seiner Geschichte. Vom internationalen Finanzmarkt ist Venezuela weitgehend abgeschnitten. Wegen Devisenmangels kann das ölreichste Land der Welt zudem kaum noch Lebensmittel und Medikamente einführen. Der Internationale Währungsfonds rechnet für das laufende Jahr mit einem Einbruch der Wirtschaftskraft um 15 Prozent und einer Inflationsrate von mehr als 13.000 Prozent. Wegen der Krise haben bereits Millionen Venezolaner das Land verlassen.

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