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Bergsteigen für den guten Zweck - Sieben Gipfel: Jeder Höhenmeter bringt Geld

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Nicolas Scheidtweiler hat zwei Leidenschaften: Extremsport und soziales Engagement. Der Bremer besteigt den jeweils höchsten Berg von jedem Kontinent und verkauft mit seinem Fundraising-Projekt die erklommenen Höhenmeter symbolisch für einen guten Zweck.

Die sieben höchsten Gipfel der Welt erklimmen, das ist Nicolas Scheidtweilers Traum. Aber dabei geht es ihm nicht nur um seine persönliche Herausforderung. Er will damit auch Geld sammeln, um eine Hilfsorganisation zu unterstützen.

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Er läuft immer weiter, auch wenn der Körper fast streikt. Nicolas Scheidtweiler, Extremsportler aus Bremen, verfolgt sein Ziel: Er will die Seven Summits, die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente bezwingen. Zwei hat er schon geschafft. Nun trainiert der 40-Jährige für seinen nächsten Aufstieg: Im Dezember wird Scheidtweiler den Kilimandscharo besteigen und damit Hilfsprojekte in Afrika unterstützen.

"Mein Spendenprojekt heißt '7 Summits 4 Help'", erklärt Nicolas Scheidtweiler. "Ich habe jedem Gipfel einen Wert zugeordnet durch die Höhenmeter. Jeder Höhenmeter kann einen bis zehn Euro kosten und die Spender können einen Höhenmeter kaufen. Sie müssen nicht die volle Höhe geben, sondern können auch nur einen Euro spenden. Am Ende sollen hoffentlich 246.000 Euro da stehen."

"7 Summits 4 Help" kommt Hilfsorganisation German Doctors zugute

Vor einem knappen Jahr hat der selbständige Unternehmer seine Spenden-Kampagne im Internet gestartet. Schon Jahre zuvor hatte er in seiner Heimat Ostwestfalen die Hilfsorganisation "German Doctors" kennen gelernt, ein Zusammenschluss von Ärzten, die in ihrem Urlaub oder im Ruhestand weltweit für die Gesundheitsversorgung im Einsatz sind, ehrenamtlich. "Ich kann Kommunikation", sagt Nicolas Scheidtweiler, der in Bremen eine Marketingfirma leitet, "und ich habe mit meinen Besteigungen eine Geschichte zu erzählen. Warum sollen wir das nicht zusammen packen? Und ich helfe den German Doctors, Aufmerksamkeit zu generieren."

Der Spendenmarkt ist hart umkämpft, das weiß Nicolas Scheidtweiler. Er setzt deshalb nicht nur auf online, sondern sammelt auch bei Vorträgen. "Spenden zu sammeln ist ein wirklich steiniger Weg, Es ist zeitaufwendig, fast wie eine Akquise. Man muss die Menschen öfter ansprechen, aber man muss auch für seine Sache kämpfen."

Nächstes Ziel Afrika

Für dieses Jahr hat sich Extremsportler Scheidtweiler den Kibo in Tansania vorgenommen, mit 5.895 Metern der höchste Gipfel des Kilimandscharo-Massivs - und damit des afrikanischen Kontinents. "Der Kilimandscharo hat das Projektziel von rund 17.000 Euro. Bislang stehe ich bei knapp 1.000 Euro", sagt Scheidtweiler. "Am Anfang dachte mancher, man sammele für mein Hobby. Aber inzwischen ist wohl angekommen, dass ich quasi meine Freizeit und meinen persönlichen Traum investiere, um ein paar Spendengelder zu sammeln."

Natürlich macht er es auch für sich, ihn reizt die Herausforderung, das An-die-Grenzen-Stoßen: "Wir sind immer in einer Komfortzone in unserer zivilisierten Welt. Man spürt das Leben, wenn man in einer Extremsituation ist. Ich habe schon immer versucht, mich körperlich ans Limit zu bringen, zum Beispiel einen Marathon unter drei Stunden zu laufen. Das Gefühl, ich schaff's nicht, das gibt es manchmal. Zum Beispiel auf dem Elbrus (mit 5.642 Meter höchster Berg des Kaukasus, die Redaktion). Ich war körperlich am Limit. Oder beim Aconcagua (mit 6.962 Meter höchster Berg Südamerikas, die Redaktion): Nach einer Kurve noch weitere zwei Stunden, dann fängst du an zu weinen, weil du denkst, das kann nicht sein, ich habe das doch ganz anders geplant."

Besuch dort, wo die Spenden ankommen

Jedem der Seven Summits ist ein Projekt der German Doctors zugeordnet. Nicolas Scheidtweiler freut sich schon darauf, nach seiner Tour auf den Kilimandscharo das Ärzteteam Anfang Januar zu besuchen. "Ich bin interessiert zu sehen, wie das genau abläuft vor Ort, wer da reinkommt in die Praxis. Und ich will natürlich auch darüber in meinem Blog berichten können, um zu zeigen, was man mit einer kleinen Spende alles machen kann."

Welcher Berg nach dem Kilimandscharo kommt, das steht für den Extremsportler noch nicht fest. Dass er alle sieben Gipfel bezwingen wird, das gilt als gesetzt. Immerhin will er 246.000 Euro sammeln.

7summits4help.com

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