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Anhaltender Boom - Es läuft für die Baubranche

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Die Deutschen bauen immer noch wie die Weltmeister. Allerdings nur in den Städten. Auf dem Land stehen dagegen Wohnungen leer.

Archiv: Neubau von Mehrfamilienhäusern, aufgenommen am 21.07.2015 in Stuttgart
Neubau von Mehrfamilienhäusern (Archivbild) Quelle: dpa

Es wird langsam eng in deutschen Städten. Der Ansturm auf Wohnungen in Ballungsräumen wie Rhein-Main, München und Stuttgart ist so groß wie nie zuvor. Die Stimmung für die Auftragslage im Wohnungsmarkt ist auf Rekordhoch. Das zeigt eine aktuelle Studie vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Ohne Ausnahme schätzen die 600 befragten Immobilienunternehmen ihre Geschäftslage als gut ein. "Die Gründe hierfür sind die historisch einmalig guten Rahmenbedingungen aus günstigen Krediten und hohem Bedarf an Wohnraum", erklärt Immobilienökonom Ralph Henger vom IW.

Es ist genug Geld zum Bauen da

Hinzu kommt die gute Einkommensentwicklung. "Die Menschen können sich Eigenheime leisten", sagt Heiko Stiepelmann, Vize-Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Bauindustrie. Die größte Dynamik sieht er gleichwohl bei Mietwohnungen. Gefragt ist kostengünstiger Wohnraum, aber auch Luxuswohnungen in Städten wie Frankfurt am Main. "Dorthin ziehen Banker und Beamte, die sich relativ teure Wohnungen leisten können", sagt Stiepelmann. Sie kaufen dann nicht unbedingt ein Eigenheim, was in Frankfurt ohnehin sehr schwierig wäre, sondern Eigentumswohnungen.  

In den Ballungszentren wird das Bauland langsam knapp, so dass die Bauherren immer mehr in den Speckgürtel der Städte ausweichen. Besonders populär sind die Gegenden in Rhein-Main, der Münchener Raum, Stuttgart, aber auch Universitätsstädte wie Göttingen und Marburg. "Oder Münster", sagt Stiepelmann, "versuchen Sie mal, in Münster eine Wohnung zu bekommen." Junge Leute ziehen für die Ausbildung vom Land in die Stadt und weil sie dort mehr Gleichaltrige treffen. Auf dem Land dagegen wird kaum oder gar nicht mehr gebaut.

Zuwanderung erhöht Wohnbedarf

Insgesamt zeigt der Trend klar nach oben. Während zu Beginn des Jahrzehnts im Jahr 160.000 Wohnungen gebaut wurden, rechnet die Baubranche bis 2020 mit einem Bedarf von jährlich 400.000 neuen Wohnungen. Die Aufträge angeln sich meistens große und mittelständische Firmen. Sie rechnen für dieses Jahr mit einem Umsatzplus von sieben Prozent, einschließlich Preissteigerung. "Das ist außerordentlich gut, wir werden auch im nächsten Jahr ein deutliches Plus sehen", sagt Stiepelmann. 

Ein weiterer Grund für den Bauboom ist die Zuwanderung seit 2015. "Für die Migration hat man temporär Wohnungsbau betrieben", sagt Stiepelmann. Die Einwanderer werden nach und nach umziehen in eigene Wohnungen. "Dafür muss dann noch zusätzlich gebaut werden", erklärt er.

Wärmere Winter helfen Baubranche

Die Branche profitiert auch vom Klimawandel. Die Winter sind nicht mehr so kalt wie früher, so dass der Bau länger weitergehen kann. "Wir können normalerweise bis Weihnachten durchbauen", sagt Stiepelmann. Nur die Kälte mit Minusgraden legt den Bau still. "Beton kann man nicht bei minus fünf Grad gießen", erklärt Stiepelmann. Gefrorenen Boden hat man eher im ersten Quartal, in den besonders kalten Wintermonaten Januar und Februar. "Das ist aber inzwischen auch nicht mehr jedes Jahr so", sagt Stiepelmann. "Durch die Veränderung des Klimas haben wir mildere Winter."

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