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Stockholm - Chemie-Nobelpreis für neue Mikroskopie-Technologie

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Dritte Bekanntgabe, zum dritten Mal drei Preisträger: Der Nobelpreis für Chemie geht ebenso wie diejenigen für Medizin und Physik an ein Forscher-Trio. Sie werden für Entwicklungen der Kryo-Elektronenmikroskopie geehrt. Unter ihnen ist einer, der in Deutschland geboren wurde - und wieder keine Frau.

Am 3. Oktober ab 11:45 Uhr wird das große Geheimnis gelüftet - der neue Nobelpreisträger für Physik wird bekannt gegeben. Harald Lesch ist sich ganz sicher, wer den Preis einheimsen wird, ja er hofft es inständig!

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Der in Deutschland geborene Joachim Frank, der Schweizer Jacques Dubochet und der Brite Richard Henderson erhalten den diesjährigen Chemie-Nobelpreis. Sie werden damit für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie zur hochauflösenden Strukturbestimmung von Biomolekülen in Lösungen geehrt, wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm bekanntgab.

"Ich dachte, die Chancen seien winzig"

Die Kryo-Elektronenmikroskopie vereinfache und verbessere die Abbildung von Biomolekülen, erklärte die Akademie. Forscher könnten die Moleküle so mitten in der Bewegung "einfrieren" und Prozesse darstellen, die sie zuvor niemals gesehen hätten. "Diese Methode hat die Biochemie in eine neue Ära gebracht." Sie sei sowohl für das Verständnis der Chemie des Lebens als auch für die Entwicklung von Medikamenten entscheidend.

Der Deutsch-Amerikaner Joachim Frank wurde 1940 in Siegen geboren. Er forscht an der Columbia University in New York City. Hendron arbeitet im Labor für Molekularbiologie im englischen Cambridge, Dubochet an der Universität von Lausanne. Der Anruf des Nobel-Komitees hat Frank so überwältigt, dass er sich am Telefon ständig wiederholte. "Das sind wundervolle Neuigkeiten." "Diesen Satz habe ich wieder und wieder gesagt", berichtete der 77-Jährige nach Verkündung des Preises in Stockholm. "Ich dachte, die Chancen seien winzig." In diesem Fall habe es ihn nicht gestört, früh aus dem Bett geklingelt zu werden.

Frank forscht an der Columbia University in New York City. Henderson arbeitet im Labor für Molekularbiologie im englischen Cambridge, Dubochet lehrt an der Universität von Lausanne. Alle drei haben bedeutende Errungenschaften für die Elektronenmikroskopie vorzuweisen: Frank entwickelte mathematische Modelle, um schwammige 2D-Aufnahmen zu schärfen und zu 3D-Bildern zusammenzusetzen. Henderson gelang 1990, ein dreidimensionales Bild eines Proteins mit einer Auflösung auf Atomniveau anzufertigen. Und Dubochet lieferte einen wichtigen Beitrag, indem er Wasser in der Probe so schnell herabkühlte, dass es fest - eher gläsern denn eisförmig - wurde. Die Moleküle schützte das vor dem Zerfall.

Bislang nur vier Frauen mit dem Preis geehrt

Der Chemie-Nobelpreis wird seit 1901 vergeben. Er ist in diesem Jahr mit neun Millionen Schwedischen Kronen (rund 935 000 Euro) dotiert, die sich die drei Preisträger teilen. Im vergangenen Jahr waren der Franzose Jean-Pierre Sauvage, der Schotte James Fraser Stoddart und der Niederländer Bernard Feringa für ihre bahnbrechenden Entdeckungen in der Molekularwissenschaft mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Nur vier Frauen wurden bislang mit dem Preis geehrt.

Damit sind in diesem Jahr bereits die Preisträger in drei Kategorien verkündet worden. Am Montag wurde den US-Forschern Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young der Nobelpreis für Medizin zugesprochen, am Dienstag ging der Physik-Nobelpreis an Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne und damit ebenfalls an ein Forscher-Trio.

Am Donnerstag wird in Stockholm preisgegeben, wer den Literaturnobelpreis erhält, der Friedensnobelpreis ist am Freitag in Oslo dran. Kommenden Montag wird enthüllt, wer den Wirtschaftsnobelpreis bekommt.

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