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Stockholm - Nobelpreis für Wirtschaft geht an Richard H. Thaler

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Der US-Ökonom Richard Thaler untersucht, warum Menschen sich in wirtschaftlichen Fragen manchmal unlogisch verhalten und gegen ihre eigenen Interessen handeln. Dafür bekommt er nun den Nobelpreis.

Der Friedensnobelpreis 2017 geht an die Internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung Ican. Das Bündnis werde damit für ihren jahrzehntelangen Kampf für eine atomwaffenfreie Welt gewürdigt, teilte das Nobelpreis-Komitee heute in Oslo mit.

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Der amerikanische Forscher Richard H. Thaler bekommt für seine Arbeiten zur Verhaltensökonomie den Wirtschaftsnobelpreis. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag bekannt. Der Professor von der Universität von Chicago sei ein Pionier auf seinem Gebiet und habe zum Verständnis der Psychologie der Ökonomie beigetragen. Der Preis ist mit neun Millionen Schwedischen Kronen (945.000 Euro) dotiert.

Thaler: Entscheidungen werden nicht immer rational getroffen

Der 72-jährige Thaler habe gezeigt, dass begrenzte Rationalität, Wahrnehmungen von Fairness und ein Mangel an Selbstbeherrschung systematisch Entscheidungen und Marktergebnisse beeinflussten, hieß es in der Begründung. In der Verhaltensökonomie würden Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung auf wirtschaftliche Entscheidungsfindungen angewandt. So seien realistischere Analysen möglich, wie Menschen denken und wie sie ökonomische Entscheidungen treffen.

Der Geehrte erklärte in einer Pressekonferenz, am wichtigsten an seiner Arbeit sei die Erkenntnis, dass die ökonomischen Akteure Entscheidungen nicht immer rational träfen. Das Preisgeld werde er entsprechend seiner Forschung verwenden, sagte Thaler: "Ich werde versuchen, es so irrational wie möglich auszugeben."

2008 schrieb Thaler an einem Forschungspapier über Teilnehmer der Spielshow "Deal or No Deal" mit. Die Beobachtungen ergaben, dass die Teilnehmer mutiger wurden, wenn ihre ursprünglichen Erwartungen an ihre Gewinnsumme nicht eingetreten waren, egal, ob sie nun große Verluste oder Gewinne verzeichneten.

Cameo-Auftritt in Kinofilm

2015 hatte Thaler einen Cameo-Auftritt in dem Kinofilm "The Big Short", in dem es um die Immobilienblase in den USA und die Finanzkrise 2007 geht. In seiner Szene erklärt Thaler das sogenannte Hot-Hand-Phänomen, demzufolge Menschen glauben, dass alles, was derzeit passiert, in der Zukunft weitergehen wird. Auf die Frage, ob er glaube, dass diese Beobachtung auch auf US-Präsident Donald Trump zutreffe, sagte Thaler: "Ich glaube, es wäre gut, wenn er sich den Film ansehen würde."

Thaler ist nicht der erste Verhaltensökonom, der den Wirtschaftsnobelpreis gewinnt. 2002 ging die Auszeichnung an den israelisch-amerikanischen Psychologen Daniel Kahneman, der sich ebenfalls damit beschäftigte, wie Menschen wirtschaftliche Entscheidungen treffen.

Im vergangenen Jahr hatten der Harvard-Professor Oliver Hart und der Finne Bengt Holmström den Nobelpreis für Ökonomie erhalten. Sie wurden damit für ihre Forschungen zur sogenannten Kontrakttheorie geehrt.

Wirtschaftspreis seit 1968

Der Preis für Wirtschaftswissenschaften ist im strengen Sinne eigentlich kein Nobelpreis. Im Gegensatz zu den Auszeichnungen in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden hatte der schwedische Forscher und Industrielle Alfred Nobel einen solchen Preis in seinem Testament nicht erwähnt. 1968 rief ihn die schwedische Zentralbank im Gedenken an Nobel ins Leben. Offiziell bezeichnet ihn die Nobelstiftung deshalb auch nicht als Nobelpreis, sondern als "Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel".

In den vergangenen Tagen waren bereits die Gewinner der Nobelpreise für Medizin, Physik und Chemie, Literatur sowie der Friedensnobelpreisträger bekanntgegeben worden. Verliehen werden die Preise traditionell am 10. Dezember, dem Todestag Nobels.

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