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Physik-Nobelpreis - Auszeichnung für Laser-Physik

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Arthur Ashkin, Gérard Mourou und Donna Strickland teilen sich den diesjährigen Physik-Nobelpreis. Sie revolutionierten mit ihren Methoden die Laser-Physik.

Nobelpreis für Laserphysiker: Arthur Ashkin (USA) - Gerard Mourou (Frankreich) - Donna Strickland (Kanada)
Nobelpreis für Laserphysiker: Arthur Ashkin (USA) - Gerard Mourou (Frankreich) - Donna Strickland (Kanada)
Quelle: REUTERS

"Nein, eigentlich mache ich keine Forschung, die man anwenden kann", so die erste Reaktion der Physikerin Donna Strickland auf die Frage, welche Anwendung ihrer Forschung, ihr denn am besten gefallen würde. Doch dann ist es ihr doch noch eingefallen: "Vielleicht bei Augenoperationen." Und damit hat sie stark untertrieben: Millionen von Menschen profitieren bereits von ihrer Forschung, wenn sie sich gegen Kurzsichtigkeit die Augen lasern lassen. Gemeinsam mit ihrem Dokorvater Gérard Mourou hat Strickland die sogenannte CPA-Technik entwickelt. Dafür zeichnete sie heute die Königliche Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit der einen Hälfte des diesjährigen Physik-Nobelpreises aus.

Laser für Augen-OPs

CPA steht für "Chirped Pulse Amplification", das heißt kurze Laserpulse können mit der Technologie auf extrem hohe Pulsspitzenleistungen verstärkt werden. Energie lässt sich mit dieser Methode sehr präzise anwenden, wie das Beispiel des Laserns bei Kurzsichtigkeit zeigt. Doch die Anwendungsbereiche sind inzwischen viel mehr geworden. Der 74-jährige Mourou hat im Laufe seiner Karriere Laboratorien und Forschungseinrichtungen mit Kollegen in der ganzen Welt aufgebaut. Für viele ist er "Vater" und Revolutionär auf dem Gebiet.

Das Gleiche gilt für den US-Amerikaner Arthur Ashkin, der die andere Hälfte des Nobelpreises bekommt. Mit 96 Jahren ist Ashkin der älteste Nobelpreisträger aller Zeiten. Als er heute Morgen über die Ehrung vom Nobelpreis-Komitee informiert wurde, ließ er sogleich ausrichten, dass es fraglich sei, ob er für Interviews zur Verfügung stehe "er sei mit einer wissenschaftlichen Veröffentlichung beschäftigt".

"Optische Pinzette" ausgezeichnet

Ashkins Ehrung war eigentlich überfällig, denn er gilt als einer der Pioniere der Laserphysik. Die Auszeichnung bekommt er nun für die "optische Pinzette". Damit lassen sich extremst kleine, transparente Objekte wie Zellen oder auch Bakterien nicht nur fangen, sondern auch in drei Raumdimensionen bewegen. Dafür ist ein fokussierter Laserstrahl notwendig, der die Objekte quasi anzieht. "Diese Technologie hat völlig neue Möglichkeiten geschaffen, die Maschinerie des Lebens zu beobachten", so die Begründung des Nobelpreis-Komitees. "Science Fiction ist Wirklichkeit geworden".

Alle ausgezeichneten Methoden werden heute bereits in unterschiedlichen Bereichen angewendet, wie die Akademie ausdrücklich hervorhob. Und auch in Zukunft werden sie in den Bereichen Physik, Chemie, Medizin und den Ingenieurswissenschaften zu weiteren Erfolgen führen, davon ist auch Donna Strickland überzeugt.

Erst dritte Frau mit Physik-Nobelpreis

Nach Marie Curie 1903 und Maria Goeppert-Mayer 1963 ist Strickland erst die dritte Frau, die mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet worden ist. Darauf angesprochen sagte sie im Telefoninterview nach der Bekanntgabe: "Ich dachte ehrlich gesagt, dass es bereits mehr Frauen sind. Wow!" Und weiter: "Wir müssen weibliche Physikerinnen feiern, denn es gibt sie da draußen. Ich fühle mich geehrt, eine dieser Frauen nun zu sein."

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Videolänge:
3 min
Datum:
von Kristina Kayatz
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