Sie sind hier:

"Vertrauensbildende Maßnahme" - US-Experten: Nordkorea baut Raketen-Anlage ab

Datum:

Den Worten folgen offenbar Taten: Nordkorea soll damit begonnen haben, seine Raketen-Anlage in Sohae abzubauen. Zugleich reduziert Südkorea seine Grenzposten.

Satellitenbild des Raketenstartgeländes im nordkoreanischen Sohae vom 22.6.2018
Satellitenbild des Raketenstartgeländes im nordkoreanischen Sohae.
Quelle: reuters

Von der Demontage der wichtigen nordkoreanischen Raketenbasis Sohae an der Westküste Nordkoreas berichten US-amerikanische Korea-Experten auf ihrer Internetseite "38 North". Als Beleg dafür werden Satellitenbilder aus den vergangenen Tagen angeführt. Diese würden dokumentieren, dass mehrere Gebäude auf dem Stützpunkt Sohae abgerissen worden seien, die unter anderem zur Herstellung von Motoren für Langstreckenraketen gedient hätten.

Die US-Experten folgern daraus, dass Machthaber Kim Jong Un erste Schritte zur Umsetzung des vor sechs Wochen in Singapur erzielten Gipfelabkommens mit den USA eingeleitet habe. Offensichtlich handele es sich um eine "bedeutende Maßnahme zur Vertrauensbildung".

Der südkoreanische Präsidentenpalast ließ verlauten, auch in Seoul habe man entsprechende Aktivitäten registriert. Weitere Details gab ein Sprecher aber nicht preis. Ein Beamter aus dem US-amerikanischen Verteidigungsministerium sagte zu der "38-North"-Analyse, das Pentagon überwache Sohae nicht gesondert. "Es ist sozusagen nicht auf dem Schirm", sagte der Beamte.

Vereinbarung von Singapur

Kim Jong Un hatte bei seinem ersten Treffen mit US-Präsident Donald Trump am 12. Juni in Singapur seine Bereitschaft "zur kompletten Denuklearisierung" bekräftigt. Unklar war dabei jedoch geblieben, wie und bis wann die Abrüstung erfolgen soll. Trump hatte Nordkorea seinerseits unter anderem "Sicherheitsgarantien" versprochen.

Nordkorea hatte in den vergangenen Jahren mehrfach von Sohae aus Weltraumraketen gestartet und behauptet, diese hätten Satelliten ins All gebracht. Die Weltgemeinschaft ging hingegen von verdeckten Tests ballistischer Langstreckenrakete aus, die Atomwaffen tragen könnten.

US-Präsident Donald Trump betonte am Montag per Twitter, Nordkorea habe seit neun Monaten keine Rakete mehr abgeschossen und auch keine Atomtests mehr durchgeführt. "Japan ist glücklich, ganz Asien ist glücklich", schrieb er über den Kurznachrichtendienst. Auch er selbst sei "sehr glücklich".

Süden will Grenzposten reduzieren

Ebenfalls im Zeichen der Entspannungspolitik will Südkorea einem Agenturbericht zufolge die Zahl seiner Grenzposten zum kommunistischen Norden reduzieren. Das Verteidigungsministerium in Seoul habe einem Parlamentsausschuss mitgeteilt, es plane zunächst eine kleinere Zahl von Wachposten und Ausrüstung von der innerkoreanischen Grenze abzuziehen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Zu einem späteren Zeitpunkt könnte eine weitere Reduzierung stattfinden, um der Vereinbarung der beiden Regierungen gerecht zu werden, "die entmilitarisierte Zone zu einer Friedenszone umzugestalten". Dieses Vorhaben war bei einem innerkoreanischen Gipfeltreffen im Frühjahr vereinbart worden. Das Verteidigungsministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.