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Internationaler Konflikt - Nordkorea droht mit weiteren Raketentests

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Ungeachtet internationaler Proteste droht Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit weiteren Raketentests. Der Abschuss einer Rakete über Japan hinweg sei nur der "Auftakt" gewesen. Der Weltsicherheitsrat hatte zuvor den jüngsten Test einer Mittelstreckenrakete in einer Sondersitzung verurteilt.

Nordkorea hat erneut einen Raketentest gestartet. Die Rakete flog über Japan, bevor sie in den Ozean stürzte. Tokio spricht von einer beispiellos ernsten Bedrohung. Der Atomstreit mit Pjöngjang dürfte sich damit weiter zuspitzen.

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In Nordkorea sagte Staatschef Kim Jong Un nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA, nötig seien weitere Tests mit ballistischen Raketen "mit dem Pazifik als Ziel". Der Raketenabschuss vom Dienstag über japanisches Staatsgebiet hinweg sei der Auftakt für "entschiedene Gegenmaßnahmen" zu dem laufenden Militärmanöver der USA und Südkoreas.

Guam "ein Vorposten der Invasion"

Zudem werde damit die Insel "Guam im Zaum gehalten, ein Vorposten der Invasion" der USA in der Region, fügte Kim hinzu. Auf der Pazifikinsel gibt es eine US-Militärbasis, wo tausende US-Soldaten stationiert sind. Nordkorea hatte vor drei Wochen erstmals mit einem Angriff auf das Gebiet vor Guam gedroht, woraufhin US-Präsident Donald Trump dem Land mit einem militärischen Eingreifen drohte.

Die nordkoreanische Zeitung "Rodong Sinmun" druckte als offizielles Parteiorgan mehr als 20 Bilder des Abschusses vom Dienstag nahe der Hauptstadt Pjöngjang. Eines zeigt Staatschef Kim breit lächelnd vor einer Karte des Nordwestpazifiks. Auf einem anderen blickt er in den Himmel, während die Rakete aufsteigt.

Der Agentur KCNA zufolge wurde der 29. August bewusst gewählt, um an den 107. Jahrestag des japanisch-koreanischen Abkommens von 1910 zu erinnern, auf dessen Grundlage Japan die koreanische Halbinsel kolonisierte. Nach Angaben des nordkoreanischen Militärs überquerte die Mittelstreckenrakete vom Typ Hwasong-12 die Halbinsel Oshima und Kap Erimo auf der nordjapanischen Insel Hokkaido, bevor sie "akkurat" am vorgesehenen Ziel im Pazifik landete.

UN-Sicherheitsrat verurteilt Raketen-Abschuss einhellig

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Abschuss in aller Schärfe. "Diese Handlungen Nordkoreas sind nicht nur eine Bedrohung für die Region, sondern für alle UN-Mitgliedstaaten", hieß es in der gemeinsamen Erklärung, die nach einer dreistündigen Dringlichkeitssitzung von allen 15 Mitgliedern angenommen wurde. Der Sicherheitsrat sei "äußerst besorgt", dass Nordkorea mit seinen Handlungen "vorsätzlich den regionalen Frieden und die Stabilität" gefährde.

Nordkorea müsse sich an UN-Resolutionen halten, sein Atom- und Raketenprogramm einstellen und auf "Provokationen" verzichten, forderte der Sicherheitsrat. "Genug ist genug", sagte die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley. Nordkorea habe gegen "jede einzelne Resolution des UN-Sicherheitsrats verstoßen". Nun sei es an der Zeit für eine "ernsthafte" Reaktion. Trump hatte zuvor erklärt, im Umgang mit Nordkorea lägen "alle Optionen auf dem Tisch". Er meinte damit erneut auch die Möglichkeit eines militärischen Vorgehens. Südkoreas Präsident Moon Jae In und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe verständigten sich darauf, den Druck auf Pjöngjang auf "ein extremes Maß" zu steigern. Beide wollen auf neue Sanktionen des Weltsicherheitsrats gegen ihr Nachbarland hinwirken.

China bemüht sich um Antwort

Auch die Bundesregierung reagierte scharf auf den nordkoreanischen Raketenabschuss. Damit setze die Regierung in Pjöngjang "in unverantwortlicher Weise ihre Politik der Provokation und Destabilisierung" fort, sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin. China als engster Verbündeter Nordkoreas will sich mit anderen Mitgliedern des Sicherheitsrats um eine "Antwort auf den jüngsten Raketentest" bemühen, wie Außenminister Wang Yi in Peking sagte. Er äußerte sich nicht dazu, ob damit neue Sanktionen gegen Pjöngjang gemeint sind.

Der Sicherheitsrat hat bereits sieben Mal Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verhängt. Zuletzt stimmte das Gremium Anfang August dafür, Pjöngjang Exporteinnahmen in Höhe von rund einer Milliarde US-Dollar (rund 843.000 Millionen Euro) zu entziehen. Dem stark isolierten asiatischen Land soll damit der Geldhahn zugedreht werden.

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