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Nordkorea-Konflikt - China: "Kritischer Punkt" erreicht

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Nordkorea hat den Konflikt mit seinen Nachbarn weiter eskalieren lassen. Das Land feuerte eine Rakete über Japan hinweg - und provozierte damit weltweit scharfe Reaktionen. Während Japan von einer "beispiellosen und ernsthaften" Bedrohung sprach, sah China einen "kritischen Punkt" erreicht.

Nordkorea hat erneut einen Raketentest gestartet. Die Rakete flog über Japan, bevor sie in den Ozean stürzte. Tokio spricht von einer beispiellos ernsten Bedrohung. Der Atomstreit mit Pjöngjang dürfte sich damit weiter zuspitzen.

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Die nordkoreanische Rakete stürzte östlich der japanischen Insel Hokkaido in den Pazifik. Japans Regierungschef Shinzo Abe kündigte an, gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump den Druck auf die Führung in Pjöngjang weiter zu erhöhen. Darauf habe er sich nach einem 40-minütigen Telefonat mit Trump verständigt. Der US-Präsident habe ihm versichert, "zu hundert Prozent" an der Seite Japans zu stehen. Trump sagte, für sein Land seien "alle Optionen auf dem Tisch".

Nordkorea: "Akt der Selbstverteidigung"

Nordkoreas Botschafter bei den Vereinten Nationen verteidigte den Raketenabschuss als "Akt der Selbstverteidigung" angesichts der "feindlichen Absichten" Washingtons. Die derzeitigen Militärmanöver der USA mit Südkorea seien ein "fanatischer Akt", mit dem "Öl ins Feuer" gegossen werde, sagte Han Tae Song während der UN-Abrüstungskonferenz in Genf.

Abe sagte, der Überflug der Rakete sei ein "ungeheuerlicher Akt", der Frieden und Sicherheit in der Region großen Schaden zufüge. Der Regierung in Tokio zufolge stürzte die Rakete rund 1.180 Kilometer östlich der zweitgrößten japanischen Insel Hokkaido ins Meer. Das südkoreanische Militär teilte mit, die Rakete sei von Sunan nahe der Hauptstadt Pjöngjang aus abgefeuert worden. Das Geschoss habe eine Strecke von 2.700 Kilometern zurückgelegt und eine maximale Höhe von rund 550 Kilometern erreicht.

Japaner aufgefordert, Schutz zu suchen

Japan hatte in der Vergangenheit angekündigt, nordkoreanische Raketen abzuschießen, die eine Bedrohung japanischen Territoriums darstellten. Bei dem rund zweiminütigen Überflug der Rakete am Dienstag sei die Armee jedoch zu der Einschätzung gekommen, dass keine Gefahr für japanisches Gebiet bestehe, sagte Verteidigungsminister Itsunori Onodera.

Ungeachtet dessen wurden im Norden Japans am frühen Morgen zahlreiche Einwohner von der Regierung über Textnachrichten aufgefordert, Schutz zu suchen. Zugpassagiere wurden angewiesen, sich in Bahnhöfen in Sicherheit zu bringen.

Die Lage habe die "Tendenz zur Eskalation", sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Riabkow. "Wir sind extrem besorgt über die allgemeine Entwicklung", fügte er laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti hinzu. Die jüngsten Militärübungen Südkoreas und der USA in der Region hätten eine Rolle dabei gespielt, Pjöngjang zu einem neuen Abschuss einer Rakete zu veranlassen.

EU sichert Japan Unterstützung zu

Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, rief die Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf. Peking trete weiter für Friedensgespräche ein. "Druck und Sanktionen" gegen Pjöngjang könnten den Konflikt "nicht grundlegend lösen".

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini verurteilte den Raketenabschuss als Verletzung mehrerer Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Sie sagte Japan und dem japanischen Volk "angesichts dieser direkten Bedrohung" die "vollständige Unterstützung" der Europäischen Union zu. Sie rief Pjöngjang auf, sich "jeder neuen Provokation zu enthalten".

Der Konflikt über Nordkoreas Raketenprogramm hatte sich deutlich zugespitzt, nachdem Pjöngjang im Juli zwei Interkontinentalraketen testete, die womöglich auch Ziele auf dem US-Festland erreichen könnten.

Der UN-Sicherheitsrat beschloss daraufhin eine Verschärfung der Strafmaßnahmen gegen das Land. Nordkorea drohte zudem Anfang August damit, Raketen in Richtung der Pazifikinsel Guam abzufeuern, auf der tausende US-Soldaten stationiert sind. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Pjöngjang mit "Feuer und Wut" und damit mit einem Militäreinsatz gedroht.

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