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Krieg der Worte - Gabriel: "Große Sorge" wegen Nordkorea

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Außenminister Gabriel hat die scharfen Drohungen von US-Präsident Donald Trump an Nordkorea deutlich kritisiert - und vor einem Atomkrieg gewarnt. Im ZDF sagte er, er mache sich "große Sorgen", dass "der Streit eskaliert und in militärischem Konflikt enden kann".

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel spricht im heute journal über den eskalierenden Konflikt zwischen den USA und Nordkorea und den Gefahren, die dadurch drohen.

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Außenminister Sigmar Gabriel hat die scharfen Drohungen von US-Präsident Donald Trump an Nordkorea deutlich kritisiert und vor einem Atomkrieg gewarnt. Eine solche Rhetorik mache Sorgen und Angst, "dass wir ähnlich wie im Ersten Weltkrieg schlafwandlerisch in einen Krieg hineinmarschieren, bloß eben in diesem Fall in einen Krieg, der im Zweifel mit Atomwaffen geführt wird", sagte der SPD-Politiker im Gespräch mit dem ZDF heute journal. Er ist zur Zeit im ugandischen Entebbe.

Trump hatte am Dienstag gesagt, wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen "mit Feuer, Wut und ... Macht begegnet werden, wie es die Welt so noch niemals zuvor gesehen hat". Diese Äußerung habe zurecht viele Menschen erschreckt, so Gabriel weiter. "Diese Art von Rhetorik, diese Schlagworte, diese aggressive Sprache kommen von einem demokratisch gewählten Präsidenten der sozusagen in der gleichen Manier antwortet, wie bislang wir es vom nordkoreanischen Führer gehört haben", sagte Gabriel. Man dürfe auf nordkoreanische Drohungen nicht "mit der gleichen aggressiven Rhetorik" reagieren und damit die Eskalationsschraube immer weiter drehen.

Trump legt verbal nach

Am Mittwoch hatte US-Präsident Trump noch einmal nachgelegt. "Mein erster Befehl als Präsident war, das nukleare Arsenal zu erneuern und zu modernisieren", schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter. "Jetzt ist es weit stärker und kraftvoller als jemals zuvor."

Pjöngjang konterte diese Äußerungen Trumps mit der Androhung eines Raketenangriff auf das US-Überseegebiet Guam im Pazifik. Die nordkoreanischen Streitkräfte zögen eine solche Attacke "ernsthaft in Erwägung", meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Der Plan zum Angriff könne "jederzeit" ausgeführt werden, sobald Staatschef Kim Jong Un die Entscheidung dazu treffe, sagte ein Armeesprecher. Die USA sollten ihre "rücksichtslosen militärischen Provokationen" unterlassen, sodass man nicht "gezwungen" sei, eine "unvermeidliche militärische Entscheidung" zu treffen.

Mahnung zur Zurückhaltung

US-Außenminister Rex Tillerson versuchte auf dem Rückflug von Malaysia, auf dem er einen Tankstopp auf Guam einlegte, die Gemüter zu beruhigen. Er glaube nicht, dass es eine unmittelbare Bedrohung gebe, die Amerikaner könnten ruhig schlafen. Trump habe nur die nordkoreanische Rhetorik in gleicher Sprache beantworten wollen.

Regierungen in aller Welt, darunter die Bundesregierung in Berlin, die Führung in Peking und Australiens Regierung, mahnten alle Beteiligten zur Zurückhaltung. "Die Lage ist wirklich ernst. Ein weiteres Säbelrasseln wird uns hier sicher nicht weiterhelfen", sagte der Sprecher von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), Martin Schäfer, am Mittwoch in Berlin. Auch die Aktienmärkte reagierten beunruhigt.

Berichte über Nordkoreas Raketenprogramm sorgen für Unruhe

Für Unruhe im Ausland sorgten auch Berichte über große Fortschritte Nordkoreas bei seinem Atom- und Raketenprogramm. Der US-Verbündete Südkorea will sein Militär nun umfassend reformieren - und schlagkräftiger machen.

Der außenpolitisch profilierte US-Senator John McCain mahnte Trump zur Zurückhaltung. "Die großen Führer, die ich kenne, sprechen keine Drohungen aus, solange sie nicht bereit zum Handeln sind", sagte der Republikaner dem US-Radiosender KTAR. "Und ich bin nicht sicher, dass Präsident Trump bereit zum Handeln ist." Auch weitere Politiker und Militärexperten mahnten, die Krise nicht unnötig zu befeuern.

Drohungen aus Pjöngjang

Die von KCNA zitierten nordkoreanischen Drohungen nehmen direkt Bezug auf die US-Luftwaffenbasis Andersen auf Guam, von der die Vereinigten Staaten immer wieder strategische Bomber des Typs B-1 zu Militärmanövern in Richtung koreanische Halbinsel entsandt haben. Erwogen wird demnach ein Angriff mit ballistischen Raketen des Typs Hwasong-12, um die US-Streitkräfte auf Guam und ihre dort stationierten Bomber in Schach zu halten - schließlich sei die Insel der potenzielle "Ausgangspunkt für eine Invasion in Nordkorea".

Pjöngjang rechtfertigte dies mit einer Mobilisierung des US-Atomwaffenarsenals sowie jüngsten US-Raketentests und Übungen mit Langstreckenbombern über Südkorea. "Solche Militärmanöver der USA könnten in der momentan extrem heiklen Situation auf der koreanischen Halbinsel einen gefährlichen Konflikt provozieren", hieß es.

Nordkorea habe für die Entwicklung seiner strategischen Waffen "alles riskiert" und nutze sie "weder als Faustpfand, um Anerkennung von Dritten zu bekommen, noch für irgendeinen Tauschhandel". Vielmehr seien sie "ein wichtiges militärisches Mittel, um entschlossen den politischen und wirtschaftlichen Druck der USA sowie ihre militärischen Drohungen zu kontern".

In einer weiteren Stellungnahme kündigte ein nordkoreanischer Militärsprecher laut KCNA an, auf einen möglichen "Präventivkrieg" der US-Streitkräfte mit einem "grenzenlosen Krieg" zu reagieren, der "sämtliche Stützpunkte des Gegners ausrotten wird, auch auf dem US-Festland".

Appell der NATO

Die NATO zeigte sich "besorgt wegen der anheizenden und bedrohlichen Rhetorik". "Wir fordern Nordkorea auf, von weiteren Provokationen Abstand zu nehmen und seine nuklearen und ballistischen Raketenprogramme in einer vollständigen, nachprüfbaren und irreversiblen Weise aufzugeben, wie es die Vereinten Nationen verlangen", sagte ein Sprecher der "Heilbronner Stimme".

Trotz Verboten des UN-Sicherheitsrates und Warnungen aus dem Ausland hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

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