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Nordkorea-Konflikt spitzt sich zu - Neue Rakete, neue Empörung

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Der Konflikt um Nordkorea nimmt kein Ende. Das Regime in Pjöngjang feuert eine Rakete über Japan ab. Die internationale Politik reagiert scharf. Nordkorea spricht von einem "Akt der Selbstverteidigung".

Nordkorea hat erneut einen Raketentest gestartet. Die Rakete flog über Japan, bevor sie in den Ozean stürzte. Tokio spricht von einer beispiellos ernsten Bedrohung. Der Atomstreit mit Pjöngjang dürfte sich damit weiter zuspitzen.

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Ein neuer Raketentest, eine neue Provokation. Trotz harter Sanktionen hat das Militär Nordkoreas unangekündigt eine Rakete über den Norden Japans hinweg in Richtung Pazifik gefeuert - und dafür harsche internationale Kritik geerntet. Auf Drängen Japans kam der UN-Sicherheitsrat in New York zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Ein Regierungssprecher in Tokio sprach von einer "beispiellos ernsten und schweren Bedrohung". Es sei zwar nicht das erste Mal gewesen, dass eine nordkoreanische Rakete über Japan hinwegflog. Es sei aber das erste Mal, dass das unangekündigt geschehen sei, meldete der Sender NHK.

Sitzung des UN-Sicherheitsrates einberufen

Die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, sagte: "Nun muss etwas Ernsthaftes geschehen." US-Präsident Donald Trump verurteilte den Test und betonte: "Alle Optionen sind auf dem Tisch". Trump, der bereits mehrmals mit einem Alleingang in dem Konflikt gedroht hatte, warf der kommunistischen Führung in Pjöngjang außerdem vor, mit dem Test "seine Verachtung für seine Nachbarn, für alle Mitglieder der Vereinten Nationen und für einen Mindeststandard an akzeptablem Verhalten" signalisiert zu haben. Derartige Manöver festigten nur die Isolation des Landes.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte die Initiative Japans. Er zeigte sich bestürzt darüber, "in welch brachialer Weise" Nordkorea geltendes Völkerrecht verletze.

Nordkoreas Botschafter bei den Vereinten Nationen verteidigte den Raketenabschuss als "Akt der Selbstverteidigung" angesichts der "feindlichen Absichten" Washingtons. Die derzeitigen Militärmanöver der USA mit Südkorea seien ein "fanatischer Akt", mit dem "Öl ins Feuer" gegossen werde, sagte Han Tae Song während der UN-Abrüstungskonferenz in Genf.

Südkorea reagiert mit Militärübung

Chinas Außenministerium warnte, in dem Konflikt auf der koreanischen Halbinsel sei ein "kritischer Punkt" erreicht. Während Japan und seine Schutzmacht USA den Druck auf Pjöngjang nun weiter erhöhen wollen, demonstrierte Südkorea militärische Stärke.

Präsident Moon Jae wies die Streitkräfte an, ihre Kraft zu demonstrieren. Vier Kampfjets ließen daraufhin nach Angaben eines Sprechers auf einen Schießplatz in der Nähe der innerkoreanischen Grenze Bomben fallen. Bei der Übung sei die nordkoreanische Führung ein simuliertes Ziel gewesen, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Washington und Seoul würden außerdem darüber nachdenken, "strategische" Verteidigungswaffen nach Südkorea zu verlegen. Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt.

Auch der Nationale Sicherheitsrat Südkoreas verurteilte den Raketentest durch Nordkorea als Verletzung von UN-Resolutionen. Diese verbieten dem Land Tests mit ballistischen Raketen. Das sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, die je nach Bauart einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf tragen können. Nordkorea arbeitet an Raketen, die einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können.

Regime in Pjöngjang provoziert immer wieder

Nordkorea hatte erst im Juli mit den Tests von zwei ICBM weltweit Empörung ausgelöst. Danach hatte der UN-Sicherheitsrat die bisher schwersten Wirtschaftssanktionen gegen Pjöngjang verhängt. Am vergangenen Samstag hatte Nordkoreas Militär drei Kurzstreckenraketen ins Japanische Meer geschossen. Eine der Raketen explodierte bei dem Test nach Angaben des US-Militärs bereits kurz nach dem Abheben.

Nach Berichten des japanischen Senders NHK stürzten bei dem jüngsten Test Teile des Flugkörpers etwa 1180 Kilometer östlich der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido ins Meer. Japan habe jedoch keine Abwehrrakete gestartet, hieß es unter Berufung auf das Militär.

Der Nordkorea-Konflikt heizt sich seit Monaten auf. Trump hatte Pjöngjang bereits mit "Feuer und Zorn" gedroht, was für internationale Unruhe sorgte. Nordkorea drohte zeitweise damit, Raketen in die Gewässer um die US-Pazifikinsel Guam abzufeuern.

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