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Nordkorea-Konflikt - Trump: Kim würde Angriff "schnell bereuen"

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US-Präsident Donald Trump richtet neue Warnungen an Nordkorea: Staatschef Kim Jong Un "wird es schnell bereuen", wenn er weitere Drohungen gegen die USA oder ihre Verbündeten ausspreche oder diese angreife. Weltweite Aufrufe zur verbalen Zurückhaltung ignoriert Trump.

Statt diplomatischer Töne führt Amerikas Präsident „einen Krieg der Worte“ im Konflikt mit Nordkorea. Und er diktiert damit den Ton in der Nord-Korea-Krise auch für sein Umfeld, berichtet Korrespondentin Britta Jäger aus Washington.

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US-Präsident Donald Trump hat mit neuen Drohungen gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nachgelegt. Auf seinem Golfplatz in Bedminster sagte Trump am Freitag: "Sollte er irgendetwas mit Guam machen oder mit einem anderen Ort auf amerikanischem Territorium oder mit einem amerikanischen Verbündeten, dann wird er das bereuen, und zwar schnell." Die Nordkoreaner müssten "den Ernst dessen, was ich sage, voll verstehen", fügte der US-Präsident hinzu.

Zehnmillionen von Amerikanern unterstützten seine Haltung gegenüber der atomaren Bedrohung durch Nordkorea, erklärte Trump. "Endlich haben wir einen Präsidenten, der sich für unsere Nation einsetzt und für unsere Freunde und unsere Verbündeten einsetzt", sagte er.

Seine Kritiker beschwerten sich nur über seine Rhetorik, weil er sie ausgesprochen habe. Würde "jemand anderes" Drohungen in Richtung Kim schicken, würde das als "ein großartiges Statement" willkommen geheißen, so der Präsident.

Weltweite Aufrufe zur Zurückhaltung

International gab es Kritik und Forderungen nach Zurückhaltung: "Falls es zu einer Schlacht kommt, sollte derjenige, der stärker und schlauer ist, den ersten Schritt weg von der gefährlichen Linie machen", sagte der Moskauer Chefdiplomat Lawrow der Agentur Interfax zufolge. "Die Rhetorik in Washington und Pjöngjang beginnt leider auszuufern", sagte Lawrow. Das Risiko einer militärischen Konfrontation sei dadurch sehr hoch. "Wir hoffen dennoch, dass der gesunde Menschenverstand siegen wird." Russland und China haben nach seinen Angaben einen Plan zur Entschärfung der Nordkorea-Krise ausgearbeitet. Dieser sehe vor, dass Nordkorea auf weitere Raketentests verzichte und die USA und Südkorea ihre Großmanöver einstellten.

Merkel warnt vor Militäreinsatz - Schulz für Deal

Einen Aufruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Mäßigung bei der Wortwahl schlug Trump aus. "Lasst sie für Deutschland sprechen", sagte er. "Sie ist eine sehr gute Freundin von mir. Möglicherweise hat sie sich auf Deutschland bezogen. Sie hat sich sicherlich nicht auf die Vereinigten Staaten bezogen", sagte Trump.

Merkel hatte am Freitag in Berlin gesagt, sie halte eine Eskalation der Sprache für falsch. "Ich sehe auch keine militärische Lösung dieses Konflikts." Damit dürfte sie sich zumindest auch auf die Aussagen Trumps bezogen haben, der Nordkorea mit "Feuer und Wut" gedroht hatte.

Auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat US-Präsident Donald Trump eine Mitverantwortung für die Eskalation des Nordkorea-Konfliktes gegeben. "Jeder Tropfen Öl, der beim Thema Nordkorea ins Feuer gegossen wird, ist zu viel", sagte von der Leyen den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland mit Blick auf die Äußerungen des US-Staatschefs. "Präsident Trump hätte besser geschwiegen".

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz brachte eine diplomatische Lösung nach dem Vorbild des Atomdeals mit Iran ins Gespräch. "Vielleicht kann man mit einer vergleichbaren Vorgehensweise die nukleare Rüstungsbegrenzung in Nordkorea erreichen", sagte der Parteichef der Sozialdemokraten. "Ich glaube, es ist die Stunde der Diplomatie, um zu vermeiden, dass es zu weiterer militärischer Eskalation kommt." Alle Vorschläge dazu von Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats müssten geprüft werden, sagte Schulz.

Südkorea und die USA halten an Manöverplänen fest

Die USA zeigen sich unbeeindruckt von der Kritik. Ungeachtet der russisch-chinesischen Empfehlung soll die Übung der USA und Südkorea wie geplant vom 21. bis 31. August stattfinden, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums kurz nach Lawrows Äußerungen. Daran sollen nach bisherigen Planungen 30.000 Soldaten teilnehmen.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Nordkorea wieder unverhohlen mit einem militärischen Vorgehen gedroht. "Die militärischen Lösungen sind nun vollständig vorbereitet", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er verglich die Einsatzbereitschaft der USA in seinem Tweet indirekt mit einem Colt, der "geladen und entsichert" sei, "sollte Nordkorea sich unklug verhalten".

Mattis: Krieg mit Nordkorea wäre "Katastrophe"

US-Verteidigungsminister James Mattis sagte am Donnerstag (Ortszeit) an Reporter in Kalifornien gewandt, es sei zwar seine Verantwortung, militärische Optionen zu erwägen - doch die Vereinigten Staaten wollten sich auf eine diplomatische Lösung konzentrieren. Die Tragödie des Krieges sei bekannt. "Es braucht keine weitere Beschreibung außer dem Fakt, dass es eine Katastrophe wäre."

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