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Internationale Konflikte - Nordkorea: Haben Wasserstoffbombe gezündet

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Die Provokationen gehen weiter: Nordkorea hat nach eigenen Angaben erneut eine Wasserstoffbombe für Interkontinentalraketen gezündet, der Test sei ein „absoluter Erfolg“ gewesen. Auswertungen aus den Nachbarländern bestätigen einen Nukleartest.

Nordkorea hat erneut einen Raketentest gestartet. Die Rakete flog über Japan, bevor sie in den Ozean stürzte. Tokio spricht von einer beispiellos ernsten Bedrohung. Der Atomstreit mit Pjöngjang dürfte sich damit weiter zuspitzen.

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Nordkorea hat nach eigenen Angaben erfolgreich eine Wasserstoffbombe für Interkontinentalraketen getestet. Das gab das Staatsfernsehen am Sonntag bekannt. Südkorea und die USA hatten zuvor seismische Aktivitäten registriert, die sie auf eine Explosion zurückführten. Die Sprengkraft war nach Angaben aus Südkorea um ein vielfaches Stärker als bei früheren Nukleartests Nordkoreas.

Raketenfähige Wasserstoffbombe

Sie entsprachen 50 bis 60 Kilotonnen, wie die südkoreanische Wetteragentur mitteilte. Kurz zuvor hatte Nordkorea Bilder veröffentlich, die Staatschef Kim Jong Un bei der Begutachtung einer raketenfähigen Wasserstoffbombe zeigen sollen.

Das Land hatte bereits Anfang vergangene Jahres erklärt, eine Wasserstoffbombe getestet zu haben. Südkorea zog dies damals allerdings in Zweifel, weil die Stärke der Detonation zu gering gewesen sei. Selbst ein fehlgeschlagener Wasserstoffbombentest hätte stärkere Erschütterungen auslösen müssen als tatsächlich registriert wurden, hieß es damals.

Japan bestätigt Atomtest

Auch Japan bestätigte einen nordkoreanischen Atomtest. "Nach der Untersuchung der Daten kommen wir zu dem Schluss, dass es sich um einen Atomtest handelt", sagte Außenminister Taro Kono nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats am Sonntag. Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einem völlig inakzeptablen Schritt. "Wir müsen eindringlich protestieren", sagte er.

Japans Verteidigungsministerium teilte mit, mindestens drei Militärjets seien für Tests nach Radioaktivität aufgebrochen. Es wäre der sechste Atomtest Nordkoreas seit 2006.

Auch die chinesische Erdbebenwarte hatte von zwei Beben im Nordosten des abgeschotteten Landes berichtet, beide an der Oberfläche. Das erste bezeichnete die Erdbebenwarte als "mutmaßliche Explosion", das zweite acht Minuten später als "Einsturz". Frühere Erschütterungen in Nordkorea wurden durch Atomtests verursacht. Nur Stunden zuvor hatten Nordkoreas Staatsmedien berichtet, das Land habe eine neue Wasserstoffbombe entwickelt.

Unterirdische Detonation

Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des ersten Bebens zunächst mit 5,6 in einer Tiefe von zehn Kilometern an. Das Präsidialamt in Seoul teilte mit, es werde geprüft, ob es sich um eine solche unterirdische Detonation einer Atombombe handele. In der Vergangenheit waren auch erst seismische Aktivitäten gemessen worden, bevor festgestellt worden war, dass sie durch einen Atomtest ausgelöst worden waren.

Südkorea verurteilte den mutmaßlichen Atomtest aufs Schärfste und forderte noch härtere internationale Sanktionen. Seoul werde alle diplomatischen Maßnahmen ergreifen, um Nordkorea komplett zu isolieren, teilte die Regierung nach einer Dringlichkeitssitzung des nationalen Sicherheitsrats mit. Dazu werde das Land auch auf neue Sanktionen des UN-Sicherheitsrats hinwirken. Pjöngjang wurde "rücksichtslose Provokation" vorgeworfen. Auch die Verlegung "der stärksten taktischen Waffen" nach Südkorea zusammen mit den USA werde nun diskutiert. Ob damit die erneute Stationierung von taktischen Atomwaffen gemeint war, blieb jedoch unklar.

Angst vor Schlag gegen US-Territorium

Sollten sich die Befürchtungen über den neuen Atomversuch bestätigen, wäre es die größte Provokation Kim Jong Uns seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. Trump hatte "militärische Optionen" nicht ausgeschlossen, um Nordkoreas Machthaber daran zu hindern, sein Atom- und Raketenprogramm weiter zu entwickeln. Auch hatte der US-Präsident mit "Feuer und Wut" gedroht, was Sorgen vor einem bewaffneten Konflikt in Ostasien anfachte.

Die USA verfolgen die Entwicklung besonders mit Sorge, weil sie einen Schlag gegen amerikanisches Territorium befürchten. Die Bestückung einer ICBM wäre ein weiterer großer Fortschritt im Atom- und Raketenprogramm des Landes, das strengen internationalen Sanktionen unterworfen ist. Bisher wurde angezweifelt, dass Nordkorea bereits über die Technologie verfügt, einen Sprengkopf so zu verkleinern, dass er auf eine Rakete passt.

Die Explosionskraft einer Wasserstoffbombe oder H-Bombe ist um ein Vielfaches höher als bei einer herkömmlichen Atombombe. Das diplomatisch isolierte Land hat den USA und Südkorea schon mehrfach mit einem präventiven Atomschlag gedroht.

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