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Nach UN-Sanktionen - Nordkorea droht den USA mit Vergeltung

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Die Kommunikation von und mit Nordkorea folgt einem Prinzip: Nordkorea droht, testet Raketen, die USA und "der Westen" fühlen sich bedroht, beschließen Sanktionen. Darauf droht Nordkorea wieder. Alles dreht sich im Kreis. Gerade droht Nordkorea wieder - wegen Verbrechen gegen Volk und Land.

Der Konflikt um Nordkorea verschärft sich weiter: Der UN-Sicherheitsrat hatte einstimmig neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea beschlossen. Auch China und Russland stimmten für die Sanktionen, die die weitere Entwicklung von Atomwaffen verhindern sollen.

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Nach den jüngsten UN-Sanktionen hat Nordkorea den USA mit massiver Vergeltung gedroht. "Wir sind bereit, die USA mit weit größeren Maßnahmen zur Rechenschaft zu ziehen für ihre Verbrechen gegen unser Volk und unser Land", teilte Pjöngjang am Montag in einer von den Staatsmedien verbreiteten Erklärung mit. Die Sanktionen würden Nordkorea niemals dazu bringen, sein Atomprogramm aufzugeben oder darüber zu verhandeln.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Samstag einstimmig die bisher schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen das international isolierte Land verabschiedet. Die von den USA eingebrachte und mit China sowie Russland abgestimmte Resolution sieht unter anderem Ausfuhrverbote auf Kohle, Eisen, Blei und andere Rohstoffe vor. Damit werden die ohnehin schon mageren Exporterlöse Nordkoreas nach US-Angaben um eine Milliarde Dollar (850 Millionen Euro) und so mindestens um ein Drittel gekürzt.

Nordkorea: Feinde haben "Wahnvorstellungen"

Vorausgegangen war der zweite Test einer nordkoreanischen Interkontinentalrakete binnen eines Monats. Solche Tests hat der UN-Sicherheitsrat verboten. Die am 28. Juli abgefeuerte Rakete hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Sie hätte damit das Festland der USA treffen können.

"Wir werden unser Nuklearprogramm zur Selbstverteidigung nicht zur Verhandlung stellen", hieß es in der Erklärung Nordkoreas. "Und wir werden niemals auch nur einen Schritt zurückgehen bei der Stärkung unserer Nuklearmacht."

Solange die USA an ihrer "feindseligen Strategie" festhielten, "werden wir keinen Zentimeter von unserem Pfad zur nuklearen Aufrüstung abweichen", hieß es aus Pjöngjang. "Wenn Feinde glauben, dass Nordkorea durch Sanktionen verunsichert werden kann, handelt es sich um nichts anderes als eine Wahnvorstellung."

"Nordkorea an Verhandlungstisch bringen"

Südkorea hofft indes, seinen Nachbarn mit den Sanktionen wieder zu Gesprächen bewegen zu können. Präsident Moon Jae rief dazu auf, maximalen Druck auf Nordkorea auszuüben. Pjöngjang müsse "auf den richtigen Pfad" geführt werden, sagte er in einem Telefongespräch mit US-Präsident Donald Trump am Montag. Das Ziel der Sanktionen müsse jedoch sein, Nordkorea wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.

In einer Erklärung des Weißen Hauses hieß es, beide Präsidenten hätten bekräftigt, dass Nordkorea eine ernsthafte und zunehmend wachsende Gefahr für die USA, Südkorea, Japan sowie die meisten Länder in der Welt sei. Die USA und Südkorea fühlten sich verpflichtet, die neue UN-Resolution in vollem Umfang umzusetzen.

USA: Stopp der Raketentests wäre bestes Signal

Auch Russland forderte eine atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel. Außenminister Sergej Lawrow erklärte am Montag, er habe seinen nordkoreanischen Kollegen Ri Yong Ho am Rande einer Konferenz in Manila zur Zurückhaltung in dem Konflikt aufgerufen. Alle Seiten müssten unverzüglich eine diplomatische Lösung des Streits suchen, sagte Lawrow einer Mitteilung des Außenministeriums in Moskau zufolge.

US-Außenminister Rex Tillerson verlangte von dem kommunistischen Land abermals den Verzicht auf weitere Raketentests. "Das beste Signal, mit dem Nordkorea zeigen würde, dass es zu Gesprächen bereit ist, wäre ein Stopp der Raketenstarts", erklärte Tillerson am Montag bei einem Treffen der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean) in Manila. Er äußerte sich nicht näher dazu, in welchem Zeitraum Nordkorea die Versuche einstellen soll. "Ich werde keine bestimmte Zahl an Tagen oder Wochen dazu nennen."

Nordkorea: "Südkorea unaufrichtig"

Nach einem Bericht der "Washington Post" sagte Tillerson, die USA würden sich mit Vertretern aus Pjöngjang zusammensetzen, "wenn die Bedingungen stimmen". In den Gesprächen könnten neben der nuklearen Abrüstung auch Schritte diskutiert werden, um Nordkorea ein Gefühl von Sicherheit und Wohlstand zu geben.

Auch im Konflikt zwischen Nord- und Südkorea zeichnet sich nach einem kurzen Gespräch zwischen den Top-Diplomaten beider Länder keine Entspannung ab. Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho habe ein Angebot zu ausführlicheren Gesprächen abgelehnt, hieß es am Montag nach dem Treffen am Rande des Asean-Gipfels in Manila aus südkoreanischen Regierungskreisen. Ri habe Südkorea vorgeworfen, es an "Aufrichtigkeit" fehlen zu lassen.

China ruft zur Mäßigung auf

Südkoreas neuer Präsident Moon Jae In hatte dem Norden im vergangenen Monat Gespräche angeboten, um den Spannungen entlang der koreanisch-koreanischen Grenze entgegenzuwirken. Zugleich schlug er ein Treffen unter Vorsitz des Roten Kreuzes vor, um die Zusammenführung von Familien zu erleichtern.

Nordkoreas letzter Verbündeter und wichtigster Handelspartner China rief alle Seiten zur Mäßigung auf. Außenminister Wang Yi erklärte, Nordkorea habe ein Gesprächsangebot des Südens nicht rundheraus abgelehnt. China, das als ständiges Mitglied ein Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat hat, trägt die Sanktionen mit, hat aber klargemacht, sie nicht als Dauerlösung zu betrachten.

Sanktionen seit 2006

Gegen Nordkorea gibt es wegen der Raketen- und Atomprogramme bereits seit 2006 UN-Sanktionen. Die neuen Strafmaßnahmen verbieten der Regierung in Pjöngjang die Ausfuhr von Kohle, Eisen, Blei und Fisch, um die Exporteinnahmen von bisher drei Milliarden Dollar jährlich um ein Drittel zu kappen. Auch Joint-Ventures mit Nordkorea sind künftig verboten.

Zuletzt erprobte das Land im Juli zwei Interkontinentalraketen, was international auf heftige Kritik stieß. Die zuletzt getestete Rakete hätte Experten zufolge auch die US-Westküste erreichen können.

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