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Nord- und Südkorea - Atomare Abrüstung: Kim und Moon bleiben vage

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Was Nordkoreas Machthaber Kim und der südkoreanische Präsident Moon vereinbart haben, geht überraschend weit. Ein wichtiger Schritt, und doch bleiben beide insgesamt vage.

Nordkoreas Machthaber Kim und Südkoreas Präsident Moon haben sich an der gemeinsamen Grenze getroffen. Beide versprachen, den anhaltenden Kriegszustand zu beenden.

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Noch vor ein paar Wochen hätte niemand damit gerechnet, was Kim Jong Un aus Nordkorea und Moon Jae In aus dem Süden bei ihrem historischen Treffen zustande gebracht haben. Es ist zuallererst ein wichtiger Schritt zur Deeskalation einer Situation, die noch Anfang des Jahres so angespannt war, dass die konkrete Gefahr eines Krieges auf der koreanischen Halbinsel bestand.

Ein Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea, den beide Seiten noch in diesem Jahr abschließen wollen, würde das Verhältnis der beiden Staaten neu regeln und wäre ein wichtiger Schritt zu einer Normalisierung der Beziehungen. Das könnte insbesondere den vielen getrennten Familien im Norden und Süden helfen, wieder Kontakt aufzunehmen zu ihren Verwandten, die sie zum Teil seit Jahrzehnten nicht sehen konnten.

Hoffnungsvolle und wichtige Schritte

Die Einrichtung eines gemeinsamen Büros in der Nähe der demilitarisierten Zone, weitere Gespräche auch mit den Großmächten USA und China vermindern gleichzeitig die Gefahr, dass es aufgrund von Missverständnissen in der hochgerüsteten Region zu einem militärischen Konflikt kommt.

Das alles sind wichtige und hoffnungsvolle Schritte, die das Treffen heute zu einem wirklich historischen machen. Allerdings bleiben Moon und Kim bei der entscheidenden Frage vage und unbestimmt. Beide haben unterschrieben, sie wollten gemeinsam am Ziel einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel arbeiten.

Denuklearisierung bleibt Stolperstein

Aber es scheint, dass Kim und Moon darunter völlig Unterschiedliches verstehen. Moon und übrigens auch US-Präsident Trump meinen damit die vollständige und überprüfbare Auflösung des nordkoreanischen Atomprogramms. Kim hingegen sieht darin eher die schrittweise Abrüstung auf beiden Seiten, bei der am Ende der Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus Südkorea stehen sollte. 

Die Frage der Denuklearisierung bleibt deshalb der große Stolperstein. Sie könnte, wie schon in der Vergangenheit, dazu führen, dass die so hoffnungsvollen Gespräche heute bald wieder in einer Sackgasse enden, weil Nordkorea am Ende nicht bereit sein wird, seine Atomwaffen aus der Hand zu geben. Damit stünde uns die nächste Eskalation schon wieder bevor.

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