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Nach Raketentest - Nordkorea: Ganzes US-Festland erreichbar

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Nach dem zweiten Test einer ballistischen Interkontinentalrakete droht Pjöngjang den USA nun mit einem Angriff auf das Festland. US-Außenminister Tillerson appelliert an China und Russland. US-Präsident Trump nannte den Test "rücksichtslos und gefährlich".

Thae Yong-ho war Vizebotschafter Nordkoreas in London. 2016 flüchtete er mit seiner Familie nach Südkorea. Seitdem berichtet er über die Zustände im Land und die Motive hinter Kim Jong Uns Handeln.

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Nordkorea drohte nach dem jüngsten Raketentest den USA mit einem Überraschungsangriff. Der Abschuss zeige, dass das Land die Fähigkeit habe, die Raketen auch jederzeit auf das gesamte US-Festland zu schießen, sagte Machthaber Kim Jong Un nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Der Test sei eine "ernste Warnung" an die USA, die mit Kriegsdrohungen und härteren Sanktionen "sinnlos" provozierten, so Kim. Er sei mit dem Test sehr zufrieden gewesen, meldete die KCNA.

Das Land bestätigte damit den Raketentest, der zuvor vom Pentagon, Japan und Südkorea vermutet wurde. Nach KCNA-Angaben erreichte die Rakete eine Höhe von 3.725 Kilometern und flog 998 Kilometer weit, bevor sie in der Nähe Japans ins Meer stürzte. Die Daten Nordkoreas entsprachen zum großen Teil den Aufzeichnungen Südkoreas, Japans und den USA. Analysten sagten, die Daten legten nahe, dass nun auch das US-Festland in Reichweite der nordkoreanischen Raketen läge.

Trump: Test "rücksichtslos und gefährlich"

US-Präsident Donald Trump verurteilte den Test als "rücksichtslos und gefährlich". Er bekräftigte, seine Regierung werde "alle notwendigen Schritte" unternehmen, um die Sicherheit der USA zu gewährleisten. Der neue Raketenabschuss werde Nordkorea "weiter isolieren", die Wirtschaft des Landes schwächen und seine Bürger berauben.

Bei dem Test am Freitag sei eine verbesserte Version einer Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-14 abgefeuert worden, berichtete KCNA weiter. Zudem habe er unter Beweis gestellt, dass die Rakete trotz der hohen Temperaturen beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre mit einem Atomsprengkopf bestückt werden könne.

Der Raketentest war bereits der zweite innerhalb eines Monats und erfolgte nur wenige Stunden nach einem Sanktionsbeschluss des US-Senats gegen die Führung in Pjöngjang. Bereits am 4. Juli hatte Nordkorea verkündet, es habe in einem "historischen Durchbruch" als "Geschenk" an die USA erstmals erfolgreich eine ballistische Interkontinentalrakete getestet.

Militärmanöver als Warnung an Pjöngjang

Als Warnung an Nordkorea hielten die USA und Südkorea ein gemeinsames Militärmanöver ab. Nach Angaben der US-Armee feuerten die Streitkräfte am Samstagmorgen Kurzstreckenraketen vor der Ostküste Südkoreas ins Meer. Zuvor hatten die USA und Südkorea angekündigt, über eine mögliche "militärische Antwort" zu beraten.

US-Außenminister Rex Tillerson erhob derweil Vorwürfe gegen China und Russland. Peking und Moskau trügen eine "eindeutige und besondere Verantwortung für die wachsende Bedrohung der regionalen und globalen Stabilität", indem sie Nordkoreas Raketenprogramm wirtschaftlich ermöglichten, erklärte Tillerson. China gilt als wichtigster Verbündeter der international weitgehend isolierten Führung in Pjöngjang. Die Regierung in Peking verurteilte den erneuten Raketentest als Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. Zugleich rief das chinesische Außenministerium alle Parteien zur Zurückhaltung auf, um eine weitere Zuspitzung des Konflikts zu vermeiden.

EU: Ernsthafte Bedrohung des Friedens

Die EU warf Pjöngjang "eine ernsthafte Bedrohung des internationalen Friedens" vor. Nordkorea habe damit gegen zahlreiche Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen, kritisierte der Auswärtige Dienst der Europäischen Union.UN-Sprecher Farhad Haq bezeichnete es als "frustrierend", dass die Appelle von UN-Generalsekretär Antonio Guterres zur Deeskalation des Konflikts nicht erhöht würden. Alle beteiligten Parteien müssten ihren "besonderen Einfluss" geltend machen, um zu einer Lösung beizutragen, sagte Haq.

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