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Atomkonflikt mit USA - Drohungen aus Nordkorea: Guam bleibt gelassen

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Auf der Pazifik-Insel Guam leben rund 163.000 Menschen. Das US-Außengebiet rückt nun in den Mittelpunkt des Streits zwischen den USA und Nordkorea. Die Inselbewohner reagieren jedoch zum großen Teil gelassen.

Nordkorea prüft nach eigenen Angaben Pläne für einen militärischen Schlag gegen die Insel Guam im Westpazifik, ein US-Außengebiet. Die Armee erklärte in einer Stellungnahme durch die staatliche Nachrichtenagentur KCNA, sie erwäge, Gebiete rund um Guam …

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Eine kleine Insel ist plötzlich mitten in den sich zuspitzenden Konflikt zwischen den USA und Nordkorea geraten: Guam, das winzige US-Außengebiet im Westpazifik, das allerdings eine wichtige militärische Bedeutung hat. Einige Bewohner der Insel äußerten Bedenken angesichts der Angriffsdrohungen aus Pjöngjang. Gouverneur Eddie Calvo versicherte jedoch, dass es keine Bedrohung für Guam gebe. Angriffe auf oder Drohungen gegen Guam seien automatisch auch ein Angriff auf die USA, so Calvo, nachdem er mit Mitarbeitern des Weißen Hauses gesprochen hatte. "Sie haben gesagt, Amerika werde verteidigt."

Die nordkoreanische Armee hatte bekanntgeben, dass sie einen Angriff auf die Insel rund 2.400 Kilometer entfernt von Japans Hauptstadt Tokio im Pazifik prüfe. "Ich bin ein bisschen besorgt, ein bisschen panisch. Wird das wirklich passieren?", fragte Cecil Chugrad, ein 37 Jahre alter Busfahrer. Wenn es nur um ihn ginge, würde er sich weniger Gedanken machen - aber er habe einen Sohn. Er spiele mit dem Gedanken, nun aus Guam wegzuziehen.

"Einfach fassungslos"

Guams Heimatschutzberater George Charfauros rief jedoch zur Ruhe auf und sagte, dass es für den Fall eine ausreichende Verteidigung gäbe. Auf der Insel ist das als THAAD bekannte US-Raketenabwehrsystem stationiert, das auch in Südkorea installiert wurde. Die Brüder Todd und Mitch Thompson, die beide auf Guam als Anwälte arbeiten, sagten, sie hätten noch nicht gesehen, dass in der Bevölkerung Panik ausbreche und die Menschen eine Notversorgung anlegten. "Ich denke, die Leute sind einfach fassungslos und wissen nicht genau, was sie denken sollen", so Todd Thompson.

Nordkorea hatte bereits vor einigen Jahren eine ähnliche Drohung ausgestoßen. «Aber ich habe darüber gelacht, weil ich dachte, dass kühle Köpfe in Washington sich durchsetzen würden, es war nur eine leere Drohung», sagte Thompson. Nun lache er jedoch nicht mehr darüber. "Meine Sorge ist, dass sich Dinge in Washington geändert haben und wer weiß, was passieren wird?" Sein Bruder Mitch fügte hinzu, dass viele Leute nicht die Zuversicht hätten, dass das Weiße Haus unter den derzeitigen Umständen die richtigen Entscheidungen treffe.

"Normaler Geschäftstag"

Die Bewohner wollen sich deshalb aber nicht aus der Gefahrenzone bringen. Ein Reiseanbieter gab an, keine höhere Nachfrage nach Flügen von Guam zu verbuchen. Es gäbe kein Chaos, sagte Mariah Sablan, die für den Anbieter Golden Dragon Travel Inc. arbeitet. "Es ist ein normaler Geschäftstag."

Der Gouverneur der Insel sagte, er stehe weiterhin mit der Befehlshaberin der gemeinsamen Streitkräfte auf dem Marianen-Archipel, zu dem Guam gehört, Shoshana Chatfield, in Kontakt, um für sämtliche Eventualitäten gewappnet zu sein. US-Präsident Donald Trump fand deutlichere Worte: Nordkorea werde "Feuer und Zorn" erfahren, wenn es Drohungen gegen die USA nicht beende.

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