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Südkorea-Gesandte in Pjöngjang - Koreas Treffen in "offenherziger Atmosphäre"

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Abbau von Spannungen, ein mögliches Gipfeltreffen: Die Rhetorik nach dem Treffen Kim Jong Uns mit einer Delegation aus Südkorea ist vollmundig. Doch es herrscht weiter Skepsis.

Auf der koreanischen Halbinsel stehen die Zeichen weiter auf Annäherung. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat staatlichen Medienberichten zufolge mit einer hochrangigen Delegation aus Südkorea über Wege zum Abbau der Spannungen zwischen den Nachbarländern beraten. Kim Jong Un habe bei dem Treffen seinen Willen bekundet, "eine neue Geschichte der nationalen Wiedervereinigung zu schreiben", berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Das Abendessen mit Kim und den Gästen aus Südkorea fand demnach in einer "offenherzigen und ernsthaften Atmosphäre" statt.

Der Machthaber habe zudem "wichtige Anweisungen" gegeben, "rasch praktische Schritte" für ein Gipfeltreffen mit Südkoreas Präsident Moon Jae In einzuleiten. Nach Angaben Südkoreas dauerte das Treffen rund vier Stunden. Es war zunächst nicht klar, ob bei dem Treffen auch über den Atomkonflikt gesprochen wurde. Auf eine entsprechende Frage sagte ein Präsidentenvertreter laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap: "Ich vermute es."

Erstes Treffen seit Kim Jong Uns Machtübernahme

Es war die erste Zusammenkunft südkoreanischer Regierungsvertreter mit dem jungen nordkoreanischen Machthaber seit seiner Machtübernahme nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il Ende 2011. Auf von den Staatsmedien veröffentlichten Fotos war ein strahlender Kim in einem Anzug im Stile Mao Zedongs beim Handschlag mit Chung Eui Yong, dem Leiter der zehnköpfigen Delegation Südkoreas, zu sehen. An dem Abendessen am Montag nahm auch Kims Schwester Kim Yo Jong teil, die seit Ende des Koreakriegs 1953 als erstes Mitglied von Nordkoreas Herrscherfamilie im Rahmen der Winterspiele in den Süden gereist war.

Karte: Nord- und Südkorea
Karte: Nord- und Südkorea Quelle: ZDF

Beobachteter werteten die Verlautbarungen aus Pjöngjang als jünstes Zeichen für Bemühungen um eine Wiederannäherung nach einem Jahr wiederholter nordkoreanischer Waffentests und Androhungen eines Nuklearkriegs. Der Entspannungskurs begann mit der Teilnahme des Nordens an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar.

Skepsis über den neuen Umgangston

Angesichts einer langen Geschichte von Blutvergießen, Drohungen und Feindseligkeiten auf der koreanischen Halbinsel wird der warme Umgangston aber auch mit Skepsis aufgenommen. Einige Experten vermuten, Pjöngjang könnte ein besseres Verhältnis zu Seoul nutzen, um internationalen Druck und Sanktionen abzuschwächen. Beobachter in Seoul und Washington dürften daher darauf pochen, dass Nordkoreas Schmusekurs auch Gespräche über eine Abkehr von seinen nuklearen Ambitionen beinhaltet. Bisher hat der Norden jedoch wiederholt bekräftigt, an seinen Atomwaffen festhalten zu wollen.

Südkoreas Präsident Moon gilt als liberal und offen für einen Pjöngjang-Besuch. Dazu müsste er aus Sicht von Beobachtern jedoch zunächst für bessere Beziehungen zwischen Nordkorea und Washington sorgen. US-Präsident Donald Trump hat wiederum erklärt, dass es Gespräche mit Nordkorea nur "unter den richtigen Bedingungen" geben werde. Die Delegation aus Seoul wollte vor ihrer Abreise noch am Dienstag zu einem Folgetreffen mit nordkoreanischen Vertretern zusammenkommen. Es war zunächst unklar, ob auch Kim teilnehmen würde.

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