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Sieben Dinge, die Sie über Norwegen wissen sollten

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Frankfurter Buchmesse - Sieben Dinge, die Sie über Norwegen wissen sollten

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Norwegen ist für atemberaubende Natur mit spektakulären Fjorden bekannt. Doch das Gastland der Buchmesse hat noch viel mehr zu bieten. Viel Geld, aber auch Glamour.

Erdöl und Erdgas

Norwegen hat eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt. Erdöl und Erdgas hat den gut fünf Millionen Einwohnern zu Reichtum verholfen. Dank der Rohstoffe konnte Norwegen einen stolzen Staatsfonds mit lukrativer Rendite anlegen. Norwegen ist nicht nur schuldenfrei, sondern hat Rücklagen, von denen noch künftige Generationen zehren werden.

Eine Öhlbohrplattform im Lyngdalsfjord in Norwegen

Royals

Von König Harald V. hört man wenig. Der Boulevard interessiert sich eher für den telegenen Nachwuchs: Kronprinz Haakon und seine Frau Mette-Marit. Die Heirat sorgte 2001 für Schlagzeilen - weil Mette-Marit keine Adlige, sondern eine Bürgerliche war, noch dazu mit wilder Party-Vergangenheit und einem Kind mit einem anderen Mann. Doch Mette-Marit eroberte schnell die Herzen der Norweger. Anders als die Ölprinzen aus dem Orient protzen die Royals in Norwegen nicht mit Luxus, sondern setzen sich vor allem für Entwicklungszusammenarbeit ein. Große Anteilnahme erfuhr Mette-Marit, als sie von ihrer unheilbaren Krankheit Lungenfibrose berichtete.

Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit vor dem Literaturzug der Deutschen Bahn

NATO, aber nicht EU

In der Brexit-Debatte wird Norwegen immer wieder als mögliches Vorbild für Großbritannien genannt: Norwegen ist Teil der NATO, Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), allerdings nicht Teil der EU. Anders als Großbritannien ist Norwegen sogar Teil des Schengen-Raums. 1972 und 1994 wurde der EU-Beitritt in Volksabstimmungen abgelehnt. Viele Norweger fürchten, ihren Wohlstand mit anderen EU-Ländern teilen zu müssen.

Licht und Vitamin D

Viel Licht im Sommer – aber lange Nächte im Winter: Auch das gehört zu Norwegen. Zwischen dem 20. Mai und dem 22. Juli ist es ganz im Norden Norwegens weitgehend hell – den ganzen Tag lang. Dies heißt "midnattssol", Mitternachtssonne. In der Hauptstadt Oslo, im Süden des Landes, ist es dafür im Dezember fast 18 Stunden lang dunkel. Vielen Norwegern macht die Dunkelheit zu schaffen. Mit Wärmelampen und Lichttherapien beugen sie Depressionen vor. Soldaten aus dem Süden Norwegens, die im Norden stationiert sind, nehmen verstärkt Vitamin D zu sich, um auch in den nördlichen Lagen im Winter klarzukommen.

Norwegen: Küstenlandschaft auf den Lofoten

Frauenpower

Norwegen gilt als Vorreiter bei den Frauenrechten. Als vierter Staat nach Neuseeland, Australien und Finnland führte Norwegen 1913 das Frauenwahlrecht ein. Laut dem Global Gender Gap Report belegt Norwegen in Gleichstellungsfragen die vordersten Plätze. Mit Gro Harlem Brundtland stand 1981 zum ersten Mal eine Frau der Regierung in Norwegen vor. Später leitete sie als erste Frau die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Munch, Ibsen, Snøhetta

Norwegen bereichert mit seinen Künstlern: Aktuell läuft in Düsseldorf eine Edvard-Munch-Ausstellung, die ohne das berühmte Gemälde "Der Schrei" auskommt. Der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen ist auch heute noch ein viel gefragter Autor. Der bekannteste lebende norwegische Schriftsteller ist Karl Ove Knausgård, der schöne Sätze liefert wie: "Im Leben ist es sehr, sehr schlecht sensibel zu sein, aber für einen Schriftsteller ist es sehr gut." Auch norwegische Architekten setzen hier und da Akzente, etwa mit dem Neubau der Bibliothek in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria oder dem spektakulären Opernhaus in Oslo, beide errichtet vom Architekturbüro Snøhetta. Bei der Eröffnung stahl Merkels Dekolleté dem Opernpalast die Schau.

Ausstellung "Edvard Munch gesehen von Karl Ove Knausgard"

Buchstabe "ø"

Die norwegische Sprache hat einen besonderen Buchstaben: "ø". Aus dem Mathe-Unterricht kennen wir ihn als Zeichen für den Durchmesser oder den Durchschnitt. "Ø" wird wie das deutsche "ö" ausgesprochen. Allerdings ist "Ø" keine norwegische Besonderheit, sondern kommt auch in anderen nordischen Sprachen vor. Aufgrund des Skandinavien-Trends ist der Buchstabe immer häufiger in Deutschland zu sehen.

"Ø, wie ist das schøn!", schrieb letztes Jahr die FAZ. Als Beispiele wurden genannt: Namen von Kneipen (Mørtelwerk, Leipzig), Transportdiensten (Møbeltaxi, Berlin) oder die Leuchtreklame des Schauspielhauses Køln. Die Logik dahinter heißt "Foreign Branding": Essen, das italienisch klingt, verkauft sich besser – ähnlich macht der Buchstabe "Ø" eine Marke interessanter, so die Idee.

Norwegen ist 2019 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Die "Kulturzeit"-Autoren Lotar Schüler und Stefan Gagstetter begeben sich auf literarische Spurensuche im Land der Fjorde, hier im Video:

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