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Internet-Leak Hunderter Personen - Sprecherin: Keine sensiblen Daten veröffentlicht

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Unbekannte Hacker haben persönliche Daten von deutschen Politikern, Prominenten und Journalisten veröffentlicht. Sensible Daten des Kanzleramts seien aber nicht betroffen.

Nach dem Hackerangriff auf Politiker und Prominente tagt in Berlin das nationale Cyberabwehrzentrum. Hacker hatten über Twitter persönliche Daten ins Netz gestellt. Betroffen sind auch Kanzlerin Merkel und Vertreter der Bundestagsfraktionen.

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Die Bundesregierung nimmt die massenhafte Veröffentlichung sensibler Daten im Internet "sehr ernst". Wie die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz mitteilte, arbeiten die Behörden "mit Hochdruck" an der Aufklärung. Bei den veröffentlichten Daten "sind keine sensiblen Informationen und Daten" aus dem Bundeskanzleramt enthalten, auch nicht im Blick auf Bundeskanzlerin Angela Merkel. Gleichzeitig wies Fietz darauf hin, dass die in Umlauf gebrachten Daten mit großer Vorsicht zu behandeln seien. Möglicherweise seien gefälschte Daten eingeschleust worden.

In dem Datensatz tauchen auch Informationen von Angela Merkel (CDU) auf, unter anderem eine Faxnummer, eine E-Mail-Adresse und mehrere Briefe von der und an die Kanzlerin. Justizministerin Katarina Barley (SPD) sprach von einem "schwerwiegenden Angriff". "Die Urheber wollen Vertrauen in unsere Demokratie und ihre Institutionen beschädigen", erklärte Barley. Die Täter müssten rasch ermittelt und ihre möglicherweise politischen Motive aufgeklärt werden. "Kriminelle und ihre Hintermänner dürfen keine Debatten in unserem Land bestimmen", mahnte Barley.

Krisensitzung in Berlin

Das nationale Cyber-Abwehrzentrum trat zu einer Krisensitzung zusammen. In dem Gremium werden die Maßnahmen der Bundesbehörden koordiniert, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dazu zählen der Bundesverfassungsschutz, das Bundeskriminalamt und der Bundesnachrichtendienst. Das BSI habe kurz vor der Veröffentlichung von Medienberichten Kenntnis von dem Hackerangriff bekommen, sagte der Sprecher. Über dessen Dimension könne noch nichts gesagt werden.

Wie das rbb-Inforadio und die "Bild"-Zeitung zuvor berichtet hatten, wurden große Mengen persönlicher Daten und Dokumente von Politikern und Prominenten über Twitter veröffentlicht. Wer dafür verantwortlich ist, ist noch unklar. Auch ob alle Daten authentisch sind, war zunächst offen. Der Inhaber des genannten Twitter-Accounts beschreibt sich selbst mit Begriffen wie Security Researching, Künstler, Satire und Ironie.

Daten vor Weihnachten verbreitet

Veröffentlicht wurden dem rbb zufolge Kontaktdaten wie Handynummern und Adressen von Politikern aus dem Bundestag und zum Teil auch aus der Landespolitik. Auch sehr persönliche Daten wie abgelichtete Personalausweise, Briefe oder Rechnungen und parteiinterne Dokumente wie Bewerbungsschreiben für Parteitage, parteiinterne Kommunikation oder Adress- und Mitgliederlisten seien ins Internet gestellt worden, zudem private Chats mit Familienmitgliedern.

Betroffen sind demnach Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der AfD, also CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke und die FDP.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh erfuhr am Donnerstag von dem mutmaßlichen Hacker-Angriff auf ihn. Er sei darüber informiert worden, Details kenne er aber noch nicht, sagte Lindh. Außerdem sei nicht klar, ob und was von den über ihn verbreiteten Daten echt und neu sei, da er bereits Anfang 2018 Opfer eines Hacker-Angriffs gewesen sei. Alles Weitere werde nun geprüft, sagte der Abgeordnete aus Wuppertal.

Auch Bundespräsident und Journalisten betroffen

Verbreitet wurden die Daten demnach bereits vor Weihnachten über Twitter. Bemerkt worden sei dies aber erst am Donnerstagabend, berichtete der rbb. Über den angeblich satirischen Twitter-Account wurden seit Sommer 2017 immer wieder persönliche Daten von Prominenten veröffentlicht. Der Betreiber soll sich in Hamburg befinden.

Die Angriffe liefen der "Bild"-Zeitung zufolge bis Ende Oktober 2018. Wann sie anfingen, sei noch unklar. Die betroffenen Parteien wurden demnach am Donnerstag informiert. Unter den Opfern des Hackerangriffs sind der "Bild"-Zeitung zufolge auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die Moderatoren Jan Böhmermann und Christian Ehring, Bands und Künstler wie der Deutsch-Rapper Materia und die Band K.I.Z, sowie Journalisten von ARD und ZDF.

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