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OB-Wahl in Frankfurt - Wer regiert im Römer?

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Die Frankfurter wählen heute einen neuen Oberbürgermeister. In der Stadt, die jährlich rund 15.000 Neubürger aufnehmen muss, hat vor allem das Thema Wohnen den Wahlkampf bestimmt.

Frankfurt nähert sich der rapide der 750.000-Einwohner-Marke. Die Stadt wächst so schnell wie keine andere Großstadt in Deutschland. Tausende ziehen jedes Jahr nach Frankfurt und bezahlbarer Wohnraum ist in der Mainmetropole schwer zu finden. Hinzu kommen die gut betuchten "Brexit-Banker" aus London, von denen keiner so richtig weiß, wie viele wirklich am Ende nach Frankfurt ziehen werden. Verständlich, dass bezahlbarer Wohnraum das beherrschende Thema im Wahlkampf um den Chefsessel im Frankfurter Römer geworden ist.   

12 Kandidaten treten an 

Archiv: Der Römerberg in Frankfurt, aufgenommen am 16.04.2015
Der Römerberg in Frankfurt (Archivbild).
Quelle: imago

Der amtierende Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bewirbt sich um eine Wiederwahl, muss sich aber zuvor gegen elf Gegenkandidaten durchsetzen. Ob angesichts der hohen Bewerberzahl schon eine Entscheidung im ersten Wahlgang fällt, bleibt abzuwarten. Feldmann gilt zwar als Favorit. Der einstige Hinterbänkler aus dem Stadtparlament ist in den vergangenen sechs Jahren an seinem Amt gewachsen. Von der Popularität und Bekanntheit seiner Vorgängerin Petra Roth, die 17 Jahre lange im Römer regierte, ist Feldmann aber noch entfernt.

Die frühere hessische Finanzstaatssekretärin Bernadette Weyland setzte im Wahlkampf auf das Thema Sicherheit und die Schulmisere in Frankfurt. Auf ihr ruhen die Hoffnungen der CDU, die bei der letzten OB-Wahl krachend gescheitert ist. Weyland hat einen "Masterplan Investitionen" von einer Milliarde Euro angekündigt. Sie will vor allem die maroden Schulen in Frankfurt erneuern. Die frühere Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg von Bündnis 90/Die Grünen und Linken-Kandidatin Janine Wissler werben für den Fall eines Wahlsieges mit drastisch billigerem oder gar kostenfreien öffentlichem Nahverkehr in Frankfurt.

Neuer Stadtteil gegen Wohnungsnot

Doch die Frage ist, ob Frankfurt seine Wohnungsprobleme überhaupt im Stadtgebiet lösen kann. Feldmann möchte die Förderquote bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG von 40 auf 50 Prozent erhöhen. Damit soll es mehr bezahlbare Wohnungen direkt von der städtischen Baugesellschaft geben. Außerdem will er das Einfrieren der Mieten bei der ABG fortsetzen, die in Frankfurt mehr als 50.000 Wohnungen hat. Allerdings hat die Gesellschaft auch in den vergangenen Jahren exklusive, hochpreisige Wohnungen gebaut. Außerdem wirbt der Oberbürgermeister für den Bau eines neuen Stadtteils für 30.000 Menschen auf beiden Seiten der Autobahn 5 im Nordwesten Frankfurts. CDU-Kandidatin Weyland hält dies für völlig unrealistisch - und will die neuen Wohnungen auf den Teil westlich der A5 beschränken.  

Prognosen für den Ausgang der Wahl sind schwierig. Es könnte auf eine Stichwahl zwischen Feldmann und Weyland hinauslaufen, die dann am 11. März stattfinden würde. Gespannt werden die Kandidaten auch auf die Wahlbeteiligung schauen: Vor sechs Jahren lag sie bei nur 37,5 Prozent.

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