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Oberstes Gericht in Brasilien - Doch kein Verbot von Jesus-Parodie

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Ein Satire-Film auf Netflix in Brasilien zeigt Jesus unter anderem als schwul. Für viele Geistliche nicht hinnehmbar. Ein Gericht verbietet die Parodie, wird aber überstimmt.

Das Netflix-Logo ist auf dem Bildschirm zu sehen. Symbolbild
Der umstrittene Film wird auf Netflix ausgestrahlt.
Quelle: Nicolas Armer/dpa

Der Oberste Gerichtshof in Brasilien hat das Verbot einer umstrittenen Jesus-Parodie nach nur einem Tag wieder aufgehoben. Eine Satire habe nicht die Macht, "die Werte des christlichen Glaubens zu untergraben, die mehr als 2.000 Jahre alt und in der Überzeugung der Mehrheit der Brasilianer verwurzelt sind", hieß es zur Begründung.

Am Vortag hatte ein Gericht in Rio de Janeiro den Streamingdienst Netflix angewiesen, den Film "A Primeira Tentacao de Cristo" (Die erste Versuchung Christi) zu stoppen.

Richter: Respekt für Glauben wird nicht missachtet

Durch die Verbreitung des Films werde nicht der Respekt für den christlichen Glauben missachtet, führte der Richter aus. Wegen des Films mit dem Titel "Die Erste Versuchung Christi" hatte die katholische Vereinigung Centro Dom Bosco Klage eingereicht.

Mit seiner Entscheidung annullierte das Oberste Gericht den Beschluss einer untergeordneten Instanz, welche am Mittwoch die Verbreitung des Films vorläufig untersagt hatte. Der Richter in Rio de Janeiro hatte das Verbot damit begründet, dass er in der Kontroverse um den Film "die Gemüter beruhigen" wolle.

Molotowcocktails auf Produktionsfirma

Den Film hatte der Streamingdienst Netflix Anfang Dezember in sein Sortiment aufgenommen. Die Weihnachtssatire schildert die Heimkehr des homosexuellen Jesus mit seinem Freund Orlando nach 40 Tagen in der Wüste. Zuhause haben Maria und Josef eine Überraschungsparty für ihn vorbereitet.

Die Komödie löste wütende Reaktionen unter konservativen Politikern und in katholischen wie evangelikalen Kreisen des südamerikanischen Landes aus. Tausende Brasilianer unterzeichneten eine Petition gegen den schwulen Jesus. In Rio de Janeiro wurde am 24. Dezember der Sitz der Firma Porta dos Fundos, die den Film produziert hatte, von Unbekannten mit Molotowcocktails angegriffen. Verletzte gab es dabei nicht.

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