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Pakistan - Gericht enthebt Ministerpräsident Sharif seines Amtes

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Der Oberste Gerichtshof Pakistans hat Ministerpräsident Nawaz Sharif seines Amtes enthoben. Hintergrund sind Vorwürfe und mehrere Gerichtsverfahren wegen Geldwäsche und Korruption. Nach dem Urteil erklärte Sharif seinen Rücktritt.

In einer überraschenden Entscheidung hat der Oberste Gerichtshof Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif seines Amtes enthoben. Die Entscheidung der fünf Richter fiel einstimmig, wie Medien am Freitag berichteten. Hintergrund waren Vorwürfe und mehrere Gerichtsverfahren wegen Geldwäsche und Korruption.

Kurz nach dem Urteil erklärte Sharif über sein Büro, er sei zurückgetreten. Er habe aber "starke Vorbehalte" gegen das Urteil und werde alle "Möglichkeiten der Verfassung und des Rechts nutzen".

Panama Papers stürzen Sharif

2016 waren mit dem internationalen Panama-Papers-Skandal auch Dokumente mit den Namen von Kindern des Regierungschefs aufgetaucht, nicht aber sein eigener. In Pakistan kann ein Ministerpräsident des Amtes enthoben werden, wenn sich herausstellt, dass er Vermögen verborgen hat.

Das Gericht hatte seine Entscheidung damit begründet, dass Sharif sein Vermögen nicht ordnungsgemäß offengelegt habe. Die Richter befahlen außerdem dem Nationalen Rechenschaftsbüro, eine Korruptionsklage gegen Sharif, seine beiden Söhne und seine Tochter Maryam, die Sharif für seine politische Nachfolge aufgebaut hatte, anzustrengen.

Die Richter legten noch einen drauf und befanden, dass die Entscheidung lebenslang gelten solle. Ihrem Willen zufolge soll Nawaz Sharif, der 2013 zum dritten Mal zum Ministerpräsidenten des Landes gewählt wurde und sich als sturer politischer Überlebenskünstler schon in der Vergangenheit gegen Korruptionsvorwürfe durchgesetzt hatte, nie wieder an Wahlen teilnehmen können.

Mächtiger Politiker

Sharif ist einer der mächtigsten Politiker der Atommacht. Seine Karriere umspannt mehr als 30 Jahre. Politische Gegner feierten die Entscheidung mit wilden Straßenfesten.

Dass das Gericht am Freitag entscheiden würde, war erst am späten Donnerstagabend verkündet worden. Das ganze Land hatte seit dem Morgen gespannt auf die Entscheidung gewartet - Zeitungen titelten "Tag des Jüngsten Gerichts" oder "Der Tag der Entscheidung".

In einem ersten Verfahren vor dem Obersten Gericht im Frühjahr waren sich die fünf Richter des Verfahrens nicht einig über die Bewertung der angeblichen Verfehlungen Sharifs gewesen. Zwei Richter hatten für seine Entlassung gestimmt, drei dagegen. Die Richter hatten dann eine Ermittlungskommission ernannt, die vor kurzem in einem Hunderte Seiten langen Bericht zu dem Schluss gekommen war, dass es "krasse Lücken" in den Nachweisen zum Vermögen der Sharif-Familie gebe. Beobachter waren sich uneinig, ob das für eine Amtsenthebung reicht.

Wie es nun weitergeht in dem Land, das von vielen Krisen geschüttelt wird, ist noch unklar. Die Wirtschaft ist marode, eine Energiekrise behindert die Entwicklung, die Zahl der Terroranschläge nimmt nach einer Ruhepause wieder zu, und die Beziehungen zu den USA sowie Erzfeind Indien und zum Nachbarn Afghanistan sind an einem Tiefpunkt angekommen. Beobachter sind sich aber einig, dass Sharifs Regierungspartei an der Macht bleiben wird und einen neuen Ministerpräsidenten bestimmen kann.

Weltweite Ermittlungen

Medien hatten 2016 Details über gut 200.000 Briefkastenfirmen der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca veröffentlicht, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu weltweiten Ermittlungen und einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

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