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Internationaler OECD-Vergleich - So belastet Deutschland seine Arbeitnehmer

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Arbeitseinkommen werden in Deutschland so stark belastet wie in kaum einer anderen Industrienation. Das trifft laut OECD besonders Geringverdiener und Alleinerziehende.

Ein Mann säubert am 26.01.2017 in Berlin Fenster
Auch Menschen mit geringem Einkommen greift der deutsche Staat tief in die Tasche - vergleichsweise.
Quelle: dpa

Aber auch Alleinstehende ohne Kinder werden in Deutschland durch Einkommensteuer und Sozialabgaben stärker belastet als ihre Kollegen in den meisten anderen Ländern. Das hat eine vergleichende Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, besser bekannt als OECD, ergeben.

Die aktuelle Studie beleuchtet das Jahr 2017: Danach machten Steuer und Abgaben bei alleinstehenden Durchschnittsverdienern hierzulande 49,7 Prozent der Arbeitskosten aus. Nur von Belgien wird dieser Wert mit 53,7 Prozent noch übertroffen. Der OECD-Durchschnitt der 35 untersuchten Länder liegt dagegen bei 35,9 Prozent, in der benachbarten Schweiz beispielsweise nur bei 21,8 Prozent.

Leichter Anstieg

In Deutschland stiegen Steuern und Sozialabgaben auf Arbeitseinkommen im vergangenen Jahr leicht um 0,2 Punkte, während sie im OECD-Schnitt etwas zurückgingen. "Aufgrund des hohen Anteils an Sozialabgaben sind vor allem die Einkommen von Geringverdienern und Alleinerziehenden im internationalen Vergleich stark belastet", betonte die OECD.

Für Alleinerziehende, die zwei Kinder haben und nicht mehr als zwei Dritteln des Durchschnittslohns verdienen, liegen in Deutschland die Abzüge durch Steuern und Sozialabgaben bei 31,5 Prozent. Das ist der fünfthöchste Wert in der OECD, wo der Schnitt mit 15,3 Prozent nicht einmal halb so hoch ist.

Viele Länder haben Last gesenkt

Besser, aber auch nicht gut sieht es für Familien aus. Ehepaare mit zwei Kindern führen in Deutschland im Durchschnitt 34,5 Prozent ihres Arbeitseinkommens an den Staat ab. Damit liegt die Bundesrepublik im Kreis der Industriestaaten auf dem neunten Platz - aber noch deutlich über dem Schnitt von 26,1 Prozent. Frankreich führt hier die Liste mit 39,4 Prozent an. Die niedrigste Last schultern Paare mit Kindern in Neuseeland (6,4 Prozent), noch vor Chile und der Schweiz.

Anders als in Deutschland sind in vielen Ländern in den vergangenen Jahren die finanziellen Zuschüsse für Familien mit Kindern deutlich gestiegen - eine Entwicklung, die die OECD gut heißt. Deren Steuerexperte Pascal Saint-Amans sagt: "Eine Steuerpolitik, die Arbeitsanreize für Geringverdiener und Bezieher mittlerer Einkommen erhält und fördert, ist für ein inklusives Wachstum von entscheidender Bedeutung."

Inklusives Wachstum bedeutet, dass möglichst alle Menschen an einem wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben.

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