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Österreich nach der Wahl - Strache endgültig am Ende - und die FPÖ?

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FPÖ-Chef Strache zieht einen Schlussstrich unter seine politische Karriere. Es ist das Ende von einem der umstrittensten Politiker der österreichischen Nachkriegszeit.

Österreichs früherer Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache verabschiedet sich aus der Politik - er strebt nach eigener Aussage kein Amt mehr an und lässt seine Parteimitgliedschaft ruhen. Das ist das Ende eines der umstrittensten Politiker der österreichischen Nachkriegszeit. Dabei räumte man ihm vor zwei Jahren sogar noch Chancen ein, der erste rechtspopulistische Bundeskanzler Österreichs zu werden.

Strache fällt über selbstherrliches Gehabe

Heinz-Christian Strache fällt endgültig - nicht etwa wegen des Ibiza-Videos, wegen des Anscheins der Korrumpierbarkeit und der Missachtung unabhängiger Presse, den er da zeigte. Sondern er fällt über sein selbstherrliches Gehabe mit dem Vermögen seiner Partei. 

Letzteres hat ihm mehr geschadet als das Ibiza-Video: Die Erzählung von der "Falle", die ihm auf Ibiza durch eine angebliche russische Oligarchen-Nichte gestellt wurde, haben ihm viele Anhänger geglaubt. Dass ihm da etwas in das Getränk geschüttet wurde. "Das ist nicht er, so ist er nicht", hörte man häufig während des Wahlkampfes, und es schwang da die Hoffnung mit, dass der ehemalige Star der FPÖ nach einer gewissen Karenz-Zeit in die Politik zurückkehren könnte. 

Lebensstil in Saus und Braus

Doch der Star fiel noch weiter. Denn Strache hat sich offenbar selbstherrlich aus Parteikassen über Gebühr bedient, 10.000 Euro Spesen plus 2.500 Euro Mietzuschuss. Noch bewiesen werden muss, ob er zudem Rechnungsbelege zu seinem Vorteil manipulierte.

Aber in keinem Fall verzeihen ihm die Mitglieder und Wähler der selbsternannten Kleine-Leute-Partei FPÖ einen Lebensstil in Saus und Braus auf ihre Kosten. Das Ergebnis: minus zehn Prozent bei der Nationalratswahl am vergangenen Sonntag.

Rückzug verringert die Gefahr einer FPÖ-Spaltung

Am Nachmittag tagt das Präsidium der FPÖ - die Frage ist, ob dem Präsidium Straches "ruhend" gestellte Parteimitgliedschaft ausreicht. Wichtiger aber: Wer füllt das Vakuum, das Strache hinterlässt? Er hat die Partei nach der letzten Spaltung wegen Jörg Haider wieder groß gemacht, die verschiedenen Flügel verbunden. 

Im Wahlkampf war ein Doppelpack unterwegs, der alle Flügel der Partei bedienen sollte: der milde wirkende Norbert Hofer als Spitzenkandidat und der Asyl-Hardliner und Ex-Innenminister Herbert Kickl. Die Skandale um den Ex-Parteichef überdeckten die Frage, ob dieses Duo beim Wähler funktioniert. 

Straches kompletter Abschied aus der Politik mindert die Gefahr einer erneuten Parteispaltung. Trotzdem ist die Frage, ob die Doppelspitze weiter zusammenhalten kann, oder ob die FPÖ sich in der Oppositionsarbeit und den anhaltenden Nachwehen der Strache-Skandale weiter selbst zerlegt.

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