Sie sind hier:

Schärfere Grenzkotrollen - Brenner: Dicke Luft zwischen Rom und Wien

Datum:

Weil in Italien die Flüchtlingszahlen steigen, bereitet sich Österreich auf schärfere Grenzkontrollen am Brenner-Pass vor. Hunderte Soldaten samt Gerät stünden dafür bereit, heißt es in Wien. Rom reagiert verärgert und bestellt den Botschafter Österreichs ein.

Sizilien ist fest im Griff der Flüchtlingskrise. Die Behörden sind überfordert und die EU findet keine gemeinsame Lösung. Italien fühlt sich alleine gelassen mit dem Problem.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Das italienische Außenministerium hat den österreichischen Botschafter in Rom einbestellt. Das sei die Konsequenz aus der österreichischen Ankündigung, Soldaten am Brenner-Pass stationieren zu wollen, teilte die Behörde mit. Kurz zuvor hatte Wien verkündet, wegen steigender Flüchtlingszahlen die Grenzkontrollen "sehr zeitnah" zu verschärfen. Für den Einsatz an dem Alpenpass in Österreich stünden 750 Soldaten bereit.

"Wir bereiten uns vor"

Angesichts der Vielzahl von Migranten in Italien müsse man sich vorbereiten, sagte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil der "Kronen-Zeitung". Er halte einen "Assistenzeinsatz" des österreichischen Bundesheeres "für unabdingbar, wenn der Zustrom nach Italien nicht geringer wird". Sein Ministerium sei bereit, innerhalb von 72 Stunden Panzerfahrzeuge zum Brenner-Grenzübergang zu entsenden. Mehrere Ministeriumssprecher wiesen aber Berichte zurück, dass sich die Fahrzeuge bereits dort befänden.

Nach Behördenangaben gab es in Österreich zwar keinen Anstieg der Migrantenzahlen. Wien sei aber bereit, seine Grenzen mit Italien vor Migranten zu "schützen", sagte Außenminister Sebastian Kurz der Nachrichtenagentur APA. Sowohl Italien als auch die EU sollten wissen: "Wir bereiten uns vor und wir werden unsere Brenner-Grenze schützen, wenn es notwendig ist."

Steigende Flüchtlingszahlen in Italien

Italien hat in diesem Jahr bereits mehr als 82.000 Flüchtlinge aufgenommen, ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Damit ist Italien Hauptaufnahmeland für Flüchtlinge geworden, die nach Europa wollen. Das Land fühlt sich angesichts der steigenden Zahlen von den EU-Partnern allein gelassen.

In Österreich ist die Zahl der Asylanträge nach Schließung der Balkan-Route im vergangenen Jahr dagegen auf knapp 42.100 von 90.000 ein Jahr zuvor zurückgegangen. Zum Asylverfahren zugelassen wurden laut Innenministerium gut 36.000 Menschen. Das Land blieb damit unter der selbst gesteckten Obergrenze von 37.500 Asylverfahren.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.