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Der Fall Özil und der DFB - "Klare Führung sieht anders aus"

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Das Foto von Mesut Özil mit Staatspräsident Erdogan war genauso falsch wie das Schweigen des Fußballers danach. Doch nicht nur Özil hat Fehler gemacht - auch der DFB hat versagt.

Thomas Fuhrmann, ZDF-Sportchef, kommentiert: "Der DFB ist immer stolz gewesen auf seine Vorbildfunktion. Fast 20 Prozent der Mitglieder im Deutschen Fußball Bund haben einen Migrationshintergrund. Dieser Anspruch wird durch Özils Rücktritt erschüttert."

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Mesut Özil spaltet die Nation. Sicher: Sein Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten war falsch, sein wochenlanges Schweigen ein Fehler. Dass aus dem gemeinsamen Foto aber eine veritable Krise des deutschen Fußballs wurde, haben auch andere zu verantworten.

Das Krisenmanagement des DFB war von Beginn an ein Schlingerkurs. Erst ein bisschen Verteidigung, dann ein PR-Termin mit dem Bundespräsidenten, das OK für Özil als einziger Spieler vor der WM nicht an der offiziellen Presserunde teilnehmen zu müssen. Klare Führung sieht anders aus.

Deutliche Verteidigung fehlte

Als sich rassistische Töne in die Debatte mischen, fehlt es an einer deutlichen Verteidigung des Weltmeisters von 2014. Vielmehr stempelt der Manager Oliver Bierhoff nach dem blamablen WM-Aus Özil zum Sündenbock. Alles nicht so gemeint, heißt es am nächsten Tag.

Mit dem Rücktritt von Mesut Özil steht der Verband jetzt vor dem GAU. Özil war dort immer der Vorzeigekandidat im Bereich Integration. Geboren in Gelsenkirchen, dritte Einwanderergeneration und als junger Fußballer entscheidet er sich für die deutsche Nationalmannschaft und nicht für die türkische. Wenn nun ausgerechnet der deutsche Staatsbürger Mesut Özil dem DFB-Präsidenten Rassismus vorwirft, wiegt das schwer und lässt sich nicht einfach wegschieben.

Immer stolz auf seine Vorbildfunktion

Der DFB ist immer stolz gewesen auf seine Vorbildfunktion. Fast 20 Prozent der Mitglieder im Deutschen Fußball Bund haben einen Migrationshintergrund, weit mehr als sonst im deutschen Sport. Dieser Anspruch wird durch Özils Rücktritt erschüttert.

Der DFB muss jetzt beweisen, dass Integration nicht nur gefällige Werbespots und Preisverleihungen sind. Bisher ist der Präsident den Beweis schuldig geblieben.

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