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Nach dem Drohnen-Abschuss - Berichte: USA antworteten Iran mit Cyberangriffen

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Zwar hat US-Präsident Trump einen Militärschlag gegen den Iran gerade noch gestoppt. Eine Antwort auf den Drohnen-Abschuss gab es offenbar trotzdem: In Form von Cyberangriffen.

Ein Hackerprogramm ist auf einem Laptop mit einer beleuchteten Tastatur geöffnet
US-Cyberangriffe auf Iran sind nichts neues. Und auch Teheran scheint in diesem Bereich längst aufgerüstet zu haben.
Quelle: dpa

Nach Berichten mehrerer US-Medien haben die USA durchaus auf den Abschuss einer US-Drohne durch den Iran reagiert. Wie die Zeitungen "Washington Post" und "New York Times" berichteten, wies Trump das US-Cyber-Kommando an, Attacken gegen den Iran zu starten. Einer der Angriffe am Donnerstagabend galt demnach Computersystemen der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), die zum Abschuss und zur Kontrolle von Raketen genutzt würden. Bei "Yahoo! News" hießt es unter Berufung auf zwei ehemalige Geheimdienstvertreter, die US-Cyberangriffe hätten zudem ein Spionagenetzwerk getroffen, das Schiffe in der Straße von Hormus beobachtete. Laut "Washington Post" waren die Cyberangriffe allerdings seit Wochen geplant. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte die Berichte zunächst nicht.

Cyberangriffe nicht neu

Es würde sich nicht um die ersten Cyberattacken im Atomkonflikt zwischen den USA und dem Iran handeln: Im Jahr 2010 beschuldigte Teheran die USA und Israel, den Stuxnet-Computervirus entwickelt zu haben, um die Atomanlagen des Iran zu treffen. Stuxnet hatte mehrere tausend iranische Computer befallen und die Zentrifugen zur Anreicherung von Uran blockiert. Es wird vermutet, dass auch der Iran seine Cyberfähigkeiten inzwischen ausgebaut hat. Die "Washington Post" berichtete, das US-Heimatschutzministerium habe Industrievertreter und Behörden am Samstag davor gewarnt, dass der Iran seine Cyber-Angriffe auf wichtige Branchen wie etwa den Energiesektor verstärkt habe. Der Iran habe das Potenzial, Computersysteme zu stören oder zu vernichten.

US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag neue Sanktionen gegen den Iran angekündigt. Sie sollen am Montag verkündet werden. Gleichzeitig stellte Trump in Aussicht, die Sanktionen wieder aufzuheben. Dafür müsse die Führung in Teheran sich aber dauerhaft dazu verpflichten, keine Atombombe zu bauen. "Wenn sie dem zustimmen, werden sie ein wohlhabendes Land haben", sagte Trump vor Journalisten. "Sie werden so glücklich sein, und ich werde ihr bester Freund sein. Ich hoffe, dass das passiert", sagte der US-Präsident.

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Trump: Angriff auf Iran gestoppt - nicht abgesagt

Wenige Stunden später stellte Trump zudem klar, dass er den bereits genehmigten Angriff gegen Ziele im Iran nicht abgesagt, sondern nur vorläufig gestoppt habe. "Ich habe den Angriff gegen den Iran nicht 'zurückgerufen', wie falsch berichtet wird. Ich habe ihn nur zum damaligen Zeitpunkt gestoppt", twitterte der US-Präsident.

Das US-Militär hatte nach dem Abschuss einer Drohne durch den Iran einen Gegenschlag für Freitag vorbereitet, den Trump nach eigener Darstellung Worten nur zehn Minuten zuvor stoppte. Er begründete das mit der erwarteten Zahl von 150 Todesopfern im Iran. Trump verteidigte seine Entscheidung am Samstag und betonte zugleich, die militärische Option sei "immer auf dem Tisch, bis wir das gelöst bekommen".

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Vor Journalisten im Weißen Haus sagte Trump über den Abbruch des Angriffs: "Alle haben gesagt, ich sei ein Kriegstreiber, und jetzt sagen sie, ich sei eine Taube." Keines von beidem sei richtig. "Ich bin ein Mann mit gesundem Menschenverstand - und das ist es, was wir in diesem Land brauchen, gesunden Menschenverstand."

Auf die Frage, ob er dem Urteil seines Sicherheitsberaters John Bolton traue, sagte Trump: "Ja, das tue ich. Ich habe John Bolton, von dem ich definitiv sagen würde, dass er ein Falke ist, und ich habe andere Leute, die auf der anderen Seite der Gleichung sind. Und am Ende treffe ich die Entscheidung." Kritiker werfen dem Hardliner Bolton vor, Trump in einen bewaffneten Konflikt mit dem Iran treiben zu wollen.

Trump sagte, die Iraner hätten am Freitag auch ein bemanntes US-Flugzeug mit 38 Personen an Bord im Visier gehabt ohne es abzuschießen. "Ich denke, dass es sehr klug von ihnen war, das nicht zu tun. Und wir wissen zu schätzen, dass sie es nicht getan haben."

Die iranischen Revolutionsgarden hatten mitgeteilt, sie hätten am Donnerstag neben der Drohne auch ein bemanntes US-Aufklärungsflugzeug vom Typ Poseidon abschießen können. Der Iran drohte den USA am Samstag mit Konsequenzen, sollten sie den Luftraum des Landes verletzen. Dem Iran sei gleichgültig, was Trump sage oder welche Entscheidungen er treffe, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. "Wichtig ist nur, dass wir keine Verletzungen unserer Grenzen dulden und auf jede Gefahr konsequent reagieren werden."

Warum der Konflikt gerade hochkocht

Trump war im Mai 2018 aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und hatte eine Politik des "maximalen Drucks" verkündet. Die seitdem verhängten US-Sanktionen treffen die iranische Wirtschaft schwer. Trotz des Vertragsbruchs der USA hielt die Regierung in Teheran zunächst am Atomabkommen fest, kündigte Anfang Mai aber an, gewisse Bestimmungen nicht mehr einzuhalten.

Die Lage in der Golfregion ist seither extrem angespannt - und hatte sich Ende der Woche nach dem Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne noch einmal gefährlich zugespitzt. Der Iran gab an, die Drohne habe den Luftraum des Landes verletzt und auf Warnungen nicht reagiert. Nach US-Angaben flog das unbemannte Flugzeug dagegen in internationalem Luftraum. Die USA bereiteten einen Gegenschlag für Freitag vor, den Trump nach seinen Worten nur Minuten zuvor absagte. Er begründete das mit der erwarteten Zahl von 150 Todesopfern im Iran. 

US-Flugzeugträger im Persischen Golf. Archivbild

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von Britta Jäger, Washington
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