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Waldbrände in Italien - Wenn die Mafia mit dem Feuer spielt

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In Italien herrscht seit Monaten eine Bullenhitze, kein Tropfen Regen fällt - und es gibt im Land derzeit so viele Waldbrände wie lange nicht mehr. Doch die Brandursache ist nicht unbedingt das Wetter: Nicht selten steckt die Mafia mit illegalen Machenschaften dahinter.

Italien hat mit schweren Waldbränden zu kämpfen. Besonders heftig sind die Feuer rund um Neapel. Die anhaltende starke Hitze begünstigt zudem die Brände. Die Polizei vermutet an vielen Orten Brandstiftung.

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Touristen blicken ängstlich hinter sich. Im Wald hinter dem Ferienort lodern Flammen, dicker Rauch zieht über die Hügel. Die Menschen werden mit kleinen Booten aus dem sizilianischen Dorf San Vito Lo Capo gefahren. Ähnliche Szenen gibt es in der süditalienischen Region Basilikata, wo an einem Strand Menschen zusammenlaufen und schwarze Rauchsäulen hinter ihnen aufgehen. "Habt keine Angst", hört man eine Strandbesucherin in einem Video rufen. Mehrere Campingplätze wurden evakuiert. Auch am Vesuv qualmt es weiter, als sei der Vulkan soeben ausgebrochen. "Die Brände setzen das Leben von Tausenden Einwohnern und Touristen aufs Spiel", erklärte der Umweltschutzverband WWF.

"Sizilien brennt"

Es sind nur Momentaufnahmen von dem, was sich derzeit in Süditalien abspielt. Überall Brände, Flammen, Rauch. Seit Mitte Juni wurde fast soviel Waldfläche verbrannt wie im gesamten vergangenen Jahr nicht, hat die Umweltschutzorganisation Legambiente errechnet. Laut Zivilschutz sind die Anfragen nach Löschflugzeugen derzeit so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Damals im Jahr 2007 erlebte Italien in puncto Waldbrände sein "annus horribilis".

"Sizilien brennt, und wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird, bleibt nur Asche", warnte jetzt der Generalsekretär des Verbraucherschutzverbandes Codacons, Francesco Tanasi. Ein Großteil des Landes leidet an einer extremen Hitzewelle und Trockenheit, in manchen Gegenden hat es seit Monaten nicht mehr geregnet.

Mit Feuern illegal Müll entsorgt

Aber: "Es ist nicht nur die Schuld des Klimas. Hinter den Bränden steckt vor allem die Hand der Öko-Mafia und der Pyromanen", heißt es in einem Bericht von Legambiente. Unter Öko-Mafia versteht man in Italien Organisationen, die Umweltverbrechen begehen. Dazu gehört auch die illegale Müllentsorgung.

"Italien brennt jeden Sommer. Es brennt wegen der kriminellen Energie des Menschen, mafiös oder nicht mafiös, um die eigenen schmutzigen Interessen zu verfolgen", schreibt Legambiente. Auch hinkten die Regionen, die nun besonders betroffen sind, bei der Umsetzung ihrer Notfallpläne hinterher.

"Vesuv ist riesige Müllkippe geworden"

Bestes Beispiel sind die Feuer am Vesuv. Die Bilder von dem eigentlich ruhenden Vulkan erinnerten an einen Ausbruch. Der Rauch war sogar aus dem All zu sehen. Am Fuße des Vulkans klagen Anwohner über illegalen Abfall, der dort seit Jahren abgelegt werde und über möglicherweise giftigen Rauch durch die Feuer. "Der Vesuv ist in den letzten Jahren eine riesengroße Müllkippe geworden", sagte der Autor Roberto Saviano, der sich mit dem Mafia-Buch "Gomorrha" über die Machenschaften der Camorra weltweit einen Ruf gemacht hat. Die Feuer würden nicht nur gelegt, um Müll verschwinden zu lassen, sondern auch um Platz für neue Müllkippen zu schaffen.

Andernorts ginge es um Immobilienspekulation, so Saviano. Wenn ein Grundstück verbrannt sei, würde es per Gesetz für 15 Jahre blockiert - entweder zahle man also vorab mafiösen Clans Geld oder sie verbrennen das Grundstück, um eine Baugenehmigung zu verhindern. "Wie immer weiß die Politik darauf keine Antwort zu geben." Das alles habe nichts mit psychisch kranken Brandstiftern zu tun.

Zwar gibt es auch diese. Und Bauern, die Wald verbrennen, um Farmland zu schaffen. Oder Menschen, die einfach unachtsam bei sengender Hitze ihren privaten Müll verbrennen. Die Gründe sind vielfältig. Wichtig sei, die Täter härter zu bestrafen, sagte der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio. "Wer gefasst wird, muss so bestraft werden, dass er eine Mahnung für die ist, die weiter Feuer legen." Bisher ist in dieser Hinsicht aber offenkundig noch nicht genug geschehen.

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