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184. Oktoberfest startet - Die Wiesn gibt sich bayerisch-gemütlich

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"Auf zur Oktoberfestung" könnte dauerhaft zum geflügelten Wendung in München werden: Nach dem Berliner Terroranschlag im Dezember wurden die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verschärft. Nach außen zeigt sich die 184. Wiesn aber unaufgeregt bayerisch-gemütlich.

Münchens Bürgermeister Josef Schmid wollte eine Bierpreisbremse für die Wiesn einführen: 10,70 Euro pro Maß. Die Wirte wehrten sich mit vereinten Kräften dagegen. Heute fiel die Entscheidung im Münchener Stadtrat.

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Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wird nach dem Festumzug der Wiesnwirte im Schottenhammelzelt das erste Fass anschlagen, "O'zapft is" rufen und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) die erste Maß Bier überreichen. Es ist ein lange geübter Brauch, ab diesem Moment dürfen dann überall auf dem von den Münchner Brauereien ausgerichteten Fest die Krüge gefüllt werden.

Den offiziellen Bierkrug der 184. Wiesn, die bis zum 3. Oktober geht, zieren Bier, Brezel und Lebkuchenherz. In der parallel zur Straße mit den Bierzelten laufenden Schaustellerstraße steht wieder ein Mix aus modernsten Fahrgeschäften und altertümlichen Karussels, wie sie nur auf dem Oktoberfest zu sehen sind.

Wiesn-Veranstalter etwas nervös

Doch nachdem das Oktoberfest in der jüngeren Vergangenheit den Charakter einer immerwährenden Rekordjagd entwickelte - immer mehr Besucher, immer mehr Bier, immer mehr Umsatz - sind die Organisatoren in diesem Jahr etwas nervös. Das zeigte sich nicht zuletzt in dem zur Posse gewordenen Streit, den Wiesn-Bürgermeister Josef Schmid (CSU) mit den Wirten über eine Bierpreisbremse ausfocht.

Schmid wollte verhindern, dass die Wirte die Kosten für die drastisch gestiegenen Sicherheitsausgaben über den Bierpreis wieder hereinholen. Sein Vorstoß scheiterte am Stadtrat, die Maß Bier kostet nun bis zu 10,95 Euro und damit im Schnitt 25 Cent mehr als vor einem Jahr.

Wetter und Terrorangst ließen Umsätze schrumpfen

Ob Wirte und Stadt die Millionenmehrausgaben für die Sicherheit wieder hereinbringen, liegt am Besucherzustrom: Im vergangenen Jahr sank nach den ersten im Namen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat in Deutschland verübten Anschlägen die Besucherzahl. Nur noch 5,6 Millionen Menschen kamen, der niedrigste Stand seit dem auf die Anschläge vom 11. September 2001 folgenden Oktoberfest. Auch der Umsatz mit Essen und Getränken brach 2016 um mehr als zehn Prozent ein - neben der Terrorangst vermieste an vielen Tagen schlechtes Wetter das Geschäft.

Gegen die Terrorangst weitete die Stadt nun ihr Sicherheitskonzept aus. Die Straßen um die Theresienwiese sind schon seit Tagen gesperrt, Schranken, Pflanztröge und Poller sollen verhindern, dass Fahrzeuge auf das Gelände rasen können. Inzwischen werden auch alle Lieferanten, die für die Wirte und Schausteller am frühen Morgen Nachschub bringen, genau kontrolliert.

Einen Tag länger als sonst

18 Tage lang dauert das Oktoberfest wegen des auf einen Dienstag fallenden Tags der deutschen Einheit und damit länger als üblich. Für Nostalgiker wird in diesem Jahr auf dem Südteil der Theresienwiese auch wieder die sogenannte Oide Wiesn (alte Wiesn) aufgebaut.

Auf einem eigenen Gelände stehen historische Fahrgeschäfte wie etwa ein Kettenflieger aus dem Jahr 1919 oder ein 1928 erstmals aufgebautes Motodrom, in einem der Festzelte treten Schuhplattler auf, in einem anderen gibt es Tanz zu Volksmusik. Für manche Wiesnbesucher ist die 2010 erstmals veranstaltete "Oide Wiesn" inzwischen längst das wahre Oktoberfest - dort gab es auch von Anfang an einen Absperrzaun, dies allerdings wegen des Eintritts von drei Euro.

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