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"Once Upon a Time in Hollywood" - Tarantinos Ode an Hollywood und Spaghettiwestern

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Tarantino mischt mit seinen Hauptdarstellern Brad Pitt und Leonardo DiCaprio die Croisette auf. Sein Film ist eine Hommage an die Filmindustrie und strotzt vor Selbstzitaten.

25 Jahre nachdem er mit "Pulp Fiction" die Goldene Palme gewonnen hat, präsentierte Quentin Tarantino in Cannes jetzt "Once Upon a Time… in Hollywood" - eine wehmütige Hommage an alte Filme, die Mode der 60er Jahre und ein spektakuläres Verbrechen.

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Endlich wieder ordentliche Stars in Cannes: Nie waren die Schlangen beim diesjährigen Filmfestival länger, die Fotografen nervöser als rund um die Premiere von "Once Upon a Time in Hollywood" von Quentin Tarantino, der genau vor 25 Jahren für Pulp Fiction in Cannes die Goldene Palme gewonnen hatte. Brad Pitt und Leonardo DiCaprio erstmals gemeinsam in einem Film, und dann auch noch Schulter an Schulter in fast identischen Smokings auf dem roten Teppich. 

Cannes sucht wieder die Nähe zu Hollywood

Das Festival war in den vergangenen Jahren in die Kritik gekommen, weil es angeblich nicht mehr genügend Hollywood-Stars nach Südfrankreich locken konnte. Dieses Mal gab es sowohl die Stars als auch den Rummel dazu. Für Interviews mit Brad und Leo im Doppelpack gewährte der Verleih ganze drei Minuten. Journalisten mussten sich die Handy-Kamera abkleben lassen, damit sie gar nicht erst in Selfie-Versuchung gerieten.

Und auch inhaltlich sucht Cannes wieder die Nähe zur Stadt im Filmtitel. "Der Film ist eine einzige Liebeserklärung an die Filmindustrie in Hollywood", sagte Leonardo DiCaprio auf der Pressekonferenz, für die die ersten schon knapp zwei Stunden vor Beginn angestanden hatten. "Und es ist auch eine Liebeserklärung an die Außenseiter der Filmindustrie, denn wir haben uns alle mal als Außenseiter gefühlt", fügte er hinzu.

Tarantino heizt den Hype um den Film weiter an

Tarantino hat eine leidenschaftliche, explosive Hommage in seiner Handschrift geschaffen. Und er hat - eine Neuheit auf dem Festival - per Tweet und vorab verlesener Botschaft darum gebeten, nicht die Pointe des Films zu verraten, was ganz nebenbei den Hype um den Film noch weiter anheizt.

Es ist aber schon länger bekannt, dass der Film die wahre Geschichte eines Massenmordes aufgreift, bei dem Mitglieder einer mysteriösen Hippie-Bande in das Haus des Filmemachers Roman Polanski einbrechen und dessen hochschwangere Frau Sharon Tate und mehrere Freunde ermorden. Polanski hielt sich zu der Zeit in Europa auf. 

"Diese Morde haben mich immer fasziniert, weil sie so unbegreiflich sind", sagte Tarantino. "Ich habe viel darüber gelesen und nie verstanden, wie (Bandenchef Charles Mansion) die jungen Leute zu diesen Taten bewegen konnte." Die Morde hatten damals Hollywood bis ins Mark erschüttert. 

Mit seinem neuen Film "Once upon a time..." sorgte US-Regisseur Tarantino in Cannes für Begeisterung. Zur Premiere kam er mit den Hauptdarstellern Brad Pitt und Leonardo Di Caprio.

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Hommage an die Filme und Schauspieler der 1960er

"Es war ein ernüchternder Blick auf die dunkle Seite der menschlichen Natur, ein Verlust der Unschuld", meint Brad Pitt. Und Tarrantino arbeitet die schrecklichen Ereignisse von damals nun ein halbes Jahrhundert später auf seine ganz eigene Weise auf.

Aber bevor es dazu kommt, plätschert der Film lange Zeit wie eine nostalgische Erinnerung an die späten 60er mit ihren Spaghettiwestern, Heckflossen-Autos und Häkeltops dahin. Leonardo DiCaprio spielt einen von Selbstzweifeln geplagten ehemaligen TV-Star, der auf sein Comeback hofft, und Brad Pitt sein Stunt-Double, der mittlerweile zum Chauffeur, Hausmeister und einzigem Kumpel des Schauspielers geworden ist. 

Der Film strotzt vor Anspielungen auf die damaligen Filme, Schauspieler und Filmemacher - aber auch vor Referenzen an Tarantinos eigenes Werk. "So, das ist ist also Nummer neun. Aber das ist ja wie eine Zusammenfassung der acht vorigen Filme", habe der erste Leser seines Skriptes gesagt, erzählt Tarantino genüsslich in Cannes. 

Zweite Goldene Palme für Tarantino? Nicht auszuschließen ...

Es ist damit mindestens der dritte nostalgische Rückblick aufs eigene Werk eines weißen Mannes in der zweiten Lebenshälfte in diesem Jahr in Cannes. Auch Jim Jarmusch und Pedro Almodovar haben in ihren Filmen großen Spaß daran, sich ausgiebig selbst zu zitieren. 

Da kann man von Glück sagen, dass es daneben auch eine ganze Reihe Beiträge nicht-weißer junger Frauen gibt, die Filme zu ganz anderen Themen machen - etwa die Franko-Senegalesin Mato Diop, die Algerierin Mounia Meddour oder die Syrerin Waad al-Kateab.

Davon abgesehen wird "Once Upon a Time in Hollywood" sicher sein Publikum finden, das sich an perfekt inszenierter Hollywood-Idylle und coolen Sprüchen ergötzt, wie etwa "Ich brilliante Sau!" oder "Hat jemand fritiertes Sauerkraut bestellt?". Dass Tarantino damit eine zweite Goldene Palme einheimst, ist nicht auszuschließen. Und wenn der treue Hund des Stuntmans dieses Jahr die am Freitag verliehene Hundepalme bekäme, wäre sie mehr als verdient.

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