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Nach Verzögerungen - OPCW-Ermittlungen sollen am Mittwoch beginnen

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Mehr als eine Woche ist seit dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Duma schon vergangen. Vor Ort ermitteln konnten die OPCW-Experten noch nicht. Das soll nun ab Mittwoch möglich sein.

Menschen stehen vor den zerstörten Gebäuden im syrischen Duma.
Menschen vor zerstörten Gebäuden im syrischen Duma. Quelle: Hassan Ammar/AP/dpa

Ein ranghoher russischer Vertreter sagte am Montag in Den Haag, am Mittwoch könnten die Untersuchungen der Experten der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) in Duma beginnen.

OPCW-Chef Ahmet Üzümcü sagte am Montag bei einer Dringlichkeitssitzung in Den Haag, Moskau und Damaskus hätten "Sicherheitsprobleme" angeführt, die dem Besuch in Duma noch im Wege stünden. Die Experten müssten aber "so schnell wie möglich" dorthin gelangen, da Beweise für den Einsatz chemischer Waffen extrem flüchtig seien.

Am Abend wurde dann in der russischen Botschaft in Den Haag der Mittwoch als Zieltag genannt. Bis dahin sollten die Straßen nach Duma von Minen geräumt sein. Die am Samstag angereisten neun Experten der OPCW sollten eigentlich am Sonntag mit ihren Untersuchungen in Duma beginnen, trafen sich jedoch lediglich mit Behördenvertretern in ihrem Hotel in Damaskus. Über ihren Zeitplan wurde eine strikte Nachrichtensperre verhängt.

Westen verdächtigt Russland, Beweise zu manipulieren

Der US-Vertreter bei der OPCW verdächtigte Russland, in Duma Beweise manipuliert zu haben. "Wir gehen davon aus, dass die Russen vermutlich den Angriffsort besucht haben", sagte Ken Ward bei der Dringlichkeitssitzung in Den Haag. Die USA seien "besorgt", dass sie dort Dinge getan hätten, um die Ermittlungen der OPCW zu behindern.

Unterstützung bekam Ward von Großbritanniens Premierministerin Theresa May. Vor dem Unterhaus in London warf sie Syrien und ihrem Unterstützer Russland vor, zu versuchen, die Umstände des mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs zu vertuschen. Auch die syrische Opposition und Aktivisten kritisierten die Präsenz russischer Kräfte.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte dagegen in einem Interview mit der BBC, er könne "garantieren", dass Russland den Ort des Geschehens nicht manipuliert habe.

Westen macht syrische Staatsführung verantwortlich

Der Westen macht die syrische Staatsführung für den mutmaßlichen Giftgasangriff vom 7. April in der Stadt Duma in der einstigen Rebellenenklave Ost-Ghuta verantwortlich. Bei der Attacke wurden nach Angaben von Helfern mehr als 40 Menschen getötet.

In der Nacht zum Samstag hatten die Streitkräfte der USA, Frankreichs und Großbritanniens Ziele in Syrien mit Raketen angegriffen. Nach Angaben aus Washington und Paris richteten sich die Angriffe gegen Einrichtungen zur Chemiewaffen-Produktion.

Sowohl in Frankreich als auch in Großbritannien mussten sich die Regierungen am Montag vor den Abgeordneten dafür rechtfertigen, ohne Zustimmung der jeweiligen Parlamente an den Angriffen teilgenommen zu haben. "Wir haben das nicht getan, weil uns Präsident Trump darum gebeten hat, sondern weil es das Richtige war, was zu tun war - und wir sind nicht alleine", sagte May in London.

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