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Treffen in Wien - OPEC will Ölproduktion hochfahren

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Die OPEC hat ihr selbst auferlegtes Förderlimit zuletzt nicht voll ausgeschöpft. Das soll sich ab Juli ändern. Ob die Benzinpreise fallen, ist laut Experten unklar.

Archiv: Ölraffinerie in Saudi-Arabien
Die OPEC hat eine höhere Ölproduktion ab Juli beschlossen (Archivbild) Quelle: colourbox.de

Das Ölkartell OPEC hat sich auf eine Ausweitung der Ölförderung geeinigt und will so künftig das selbst auferlegte Förderlimit voll ausschöpfen. Angesichts des aktuellen Spielraums würde das eine zusätzliche Produktion von rund 600.000 Barrel (ein Barrel sind 159 Liter) am Tag bedeuten. Welche Länder die zusätzliche Förderung leisten sollen, müsste noch verhandelt werden, sagte der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Al-Mazrouei.

Die OPEC-Staaten hatten sich Ende 2016 mit zehn weiteren kooperierenden Staaten auf ein Limit bei der Ölproduktion verständigt. Das Kartell hat sich damals dazu verpflichtet, nicht mehr als 32,5 Millionen Barrel Öl am Tag zu fördern. Die tatsächliche Produktion unterschreitet dieses Limit aber derzeit deutlich, weil etwa das krisengebeutelte Venezuela derzeit seine Quoten nicht erfüllen kann.

Iran als Bremser

Eine höhere Produktion haben zuletzt wichtige OPEC-Kunden wie die USA, China und Indien gefordert. Dem Ölminister Saudi-Arabiens, Khalid al-Falih, zufolge ist sogar eine Erhöhung um mindestens eine Million Barrel pro Tag erforderlich, um in der zweiten Jahreshälfte Engpässe zu vermeiden. "Wir wollen die Knappheit und den Druck vermeiden, den wir 2007 und 2008 erlebt haben", sagte der Minister mit Blick auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise, als ein Barrel fast 150 Dollar kostete. Derzeit liegt der Preis bei 74 Dollar.

Der Iran galt zuletzt als Bremser für eine höhere Produktion. Denn nach den jüngsten von USA verhängten Sanktionen gegen Teheran erwarten Marktbeobachter, dass die iranische Produktion bis Ende 2018 um ein Drittel zurückgeht. Demnach würde der drittgrößte OPEC-Produzent Iran - im Gegensatz zum führenden Ölexporteur Saudi-Arabien - wenig von einem Abkommen zur Erhöhung der OPEC-Förderung.

Auswirkungen auf den Ölpreis?

Die 14 OPEC-Staaten werden sich am Samstag noch mit zehn Nicht-OPEC-Staaten beraten, um die gemeinsame Linie offiziell zu beschließen. Da auch die Nicht-OPEC-Staaten derzeit weniger Öl produzieren, als sie mit Blick auf das gemeinsame Förderlimit dürften, soll auch hier eine Ausweitung verhandelt werden. Insgesamt würden die 24 Staaten dann künftig mehr als 900.000 Barrel Öl am Tag zusätzlich fördern.

Ob die Maßnahmen große Auswirkungen auf den Ölpreis haben werden, ist laut Experten unklar. Der Ölpreis wird nicht nur von der Produktionsmenge, sondern auch von politischen Umständen wie etwa der Krise in Venezuela und dem Streit zwischen den USA und dem Iran beeinflusst. So geht etwa Jan Edelmann, Rohstoffanalyst bei der HSH Nordbank, nicht davon aus, dass im Nachgang zur OPEC-Sitzung die Preise an den Zapfsäulen fallen werden. "An unserem Preisziel von 80 US-Dollar pro Barrel in den Sommermonaten halten wir daher fest", erklärt Edelmann.

Vor Beginn des Ministertreffens war der Ölpreis am Freitag gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 73,80 US-Dollar und damit 75 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte um 74 Cent auf 66,27 Dollar. Bei Inkrafttreten des OPEC-Förderlimits Anfang 2017 kostete ein Barrel Brent noch 56,65 Dollar, ein Barrel WTI 53,70 Dollar.

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