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Präsentation in Rüsselsheim - Opel startet ins Elektro-Zeitalter

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Der Autobauer Opel hat seine Elektromodelle Corsa und den SUV Grandland X vorgestellt. Damit sieht sich der Konzern mit seiner Elektrostrategie im Plan.

Opel präsentiert den SUV Grandland X
Opel präsentiert den SUV Grandland X
Quelle: dpa

Es ist wohl kein Zufall, dass die Präsentation in Rüsselsheim mit dem ersten Opel-Modell aus dem Jahr 1899 beginnt, bevor die Protagonisten in die ehemalige Werkshalle einfahren. Opel unterstreicht damit seine Herkunft und Tradition – und die gilt auch für den Corsa. Denn den gibt es bereits seit 1982 – und er ist das meistverkaufte Auto des Konzerns. Mit anderen Worten: Die Zukunft Opels hängt nicht unwesentlich vom Erfolg oder Misserfolg des neuen Modells ab.

Corsa für rund 30.000 Euro vergleichsweise teuer

Von jetzt an jedenfalls lässt sich auch der Elektro-Corsa bestellen, ausgeliefert wird er voraussichtlich aber erst im Frühling 2020. Wer ihn bestellen will, muss für das kompakte Auto aber vergleichsweise tief in die Tasche greifen: 29.900 Euro in der Basiversion soll das Auto kosten, in der ersten Ausgabe knapp 33.000 Euro.

Zu diesem Preis gibt es auch jetzt schon Autos der Konkurrenz – wie den Nissan Leaf. Im kommenden Jahr werden auch noch andere Konkurrenten auf den Markt kommen, wie beispielsweise der Volkswagen ID. Auch dessen Basispreis soll unter 30.000 Euro liegen. "Der nun angekündigte Preis des Corsa hat mich überrascht", sagt Autoexperte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. "Ich fand es im Vorfeld ganz geschickt, den sozusagen als 'Volkswagen' zu bewerben. Da kommt mir dieser Preis recht hoch vor."

Bis 2024 soll für jedes Modell eine E-Variante existieren

Opel sieht das anders und spricht nach wie vor davon, mit dem Corsa-e die Elektromobilität zu "demokratisieren". Das so umworbene Volk ködert der Autobauer mit fernsteuerbarer Klimaautomatik, elektrischer Parkbremse und einem schlüssellosen Startsystem. Ob das als Anreiz ausreicht, wird die (nahe) Zukunft zeigen.

Während der Kleinwagen Corsa ab Anfang 2020 im spanischen Saragossa von den Bändern laufen soll, wird der ebenfalls neue Grandland X in seiner Elektrovariante im thüringischen Eisenach zusammengeschraubt. Ziel bei Opel ist es, bis zum Jahr 2024 alle Modelle des Konzerns auch in einer Elektrovariante anbieten zu können. Damit sieht sich Opel auch im Plan, die CO2-Vorgaben der EU einzuhalten.

Neue Modelle: Probe aufs Exempel

Anders als Volkswagen allerdings setzt Opel nicht alles auf die Karte Elektromobilität. Ebenso wollen die Rüsselsheimer  die Brennstoffzellentechnologie auf die Straßen bringen. Daneben werde es weiter auch Autos mit Verbrennungsmotoren und Hybride, also eine Kombination aus unterschiedlichen Antriebstechniken geben. "Letztlich entscheidet der Kunde, welchen Antrieb er haben möchte", unterstrich Opel-Chef Michael Lohscheller.

Ob die Rechnung aufgeht, muss sich allerdings erst zeigen. Denn nachdem Opel vor knapp zwei Jahren von der französischen PSA-Gruppe übernommen wurde, sind die neuen Modelle nun sozusagen die Probe aufs Exempel. Immerhin hat der Konzern unter dem Dach seines neuen Besitzers Peugeot-PSA wirtschaftlich wieder die Kurve gekriegt. 2018 erwirtschaftete der Konzern zum ersten Mal seit zwanzig Jahren wieder schwarze Zahlen.

Rigoroses Sparprogramm

Dieses Ergebnis verdankt sich einem rigorosen Sparprogramm, das Michael Lohscheller dem Konzern gemeinsam mit PSA-Chef Carlos Tavares Ende 2017 verordnet hatte. Lohnverzicht, Stellenabbau durch Abfindungsprogramme und Altersteilzeit waren Mittel auf dem Weg zurück in die Profitabilität. Nach Informationen von dpa prüft Opel gerade eine dritte Runde von Abfindungen für Mitarbeiter – dieses Mal für das Stammwerk in Rüsselsheim.

Gemessen an der Tatsache, dass Opel unter seiner alten Konzernmutter GM als einer der ersten Autobauer den vollständig elektrischen Ampera auf die Straße gebracht hat, kommen die nun vorgestellten Elektromodelle einigermaßen spät. Sie erklären sich aber dadurch, dass Opel sich unter dem Dach von PSA erst eingliedern und dazu Konzern und Produktionsstandorte umbauen musste. "Und Peugeot war auch vorher nicht bekannt durch seine Elektrostrategie", sagt Auto-Analyst Tim Schuldt von der Pareto-Bank. "Opel ist nun spät dran mit seinen Elektromodellen. Ob zu spät – das wird sich zeigen".

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