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Strategie für die Zukunft - Opel: Schlankes Management, keine Kündigungen

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Den Neustart im französischen PSA-Konzern will Opel ohne betriebsbedingte Kündigungen schaffen. Doch die Ideen von Chef Lohscheller bedeuten für die Mitarbeiter nicht nur Gutes.

In Rüsselsheim hat Opel seine Pläne für die Zukunft vorgestellt. Der Konzern will bei seinem Neustart ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen.

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100 Tage der Ungewissheit für die Mitarbeiter sind vorbei - nun steht ein zumindest grober Fahrplan für Opel unter der neuen Konzernmutter PSA aus Frankreich. Das Ziel der Opel-Führung ist es, bis 2020 wieder profitabel zu sein. Auf dem Weg dorthin will Opel auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Auch soll keines der noch bestehenden Werke geschlossen werden. Rüsselsheim soll weiter das Zentrum der Forschung und Entwicklung neuer Autos bleiben.

"Die Treppe wird von oben gekehrt"

Der Weg zurück in die Gewinnzone dürfte kein leichtes Unterfangen sein - Opel schreibt seit 1999 Verluste. Und das ist auch der Grund, warum die vorige Konzernmutter aus Amerika die ungeliebte deutsche Tochter verkauft hat. "Die Situation ist schwierig", sagt dann auch Opel-Chef Michael Lohscheller bei der Vorstellung der Pläne in Rüsselsheim. "Der Status Quo ist für uns keine Option".

Die Pläne sehen vor, dass die Synergien für den PSA Konzern durch die Zusammenarbeit zwischen der französischen Seite mit Marken wie Citroen und Peugeot auf der einen Seite und Opel und Vauxhall in Deutschland im Jahr 2020 bereits bei 1,1 Milliarden Euro liegen. Im Jahr 2026 sollen es sogar 1,7 Milliarden Euro im Jahr sein. Das bedeutet natürlich, dass Opel die Kosten drastisch senken muss - also Produktions- und Lohnkosten. Dabei will der Opel-Chef auch das Management verschlanken. "Die Treppe wird von oben gekehrt", sagt Lohscheller. "Doch bei unserer Suche nach Kostenreduzierungen drehen wir jeden Stein um".

IG-Metall ist zufrieden - vorerst

Abfindungen, Vorruhestandsregelungen, neue Arbeitskonzepte, Altersteilzeit oder Kurzarbeit sollen Opel wieder ins Rennen bringen. "Pace" nennt Opel denn auch die Neuausrichtung des Unternehmens - also Tempo. Die Schuldensituation von Opel verschärfe sich jeden Tag, sagt Carlos Tavares, Chef des Mutterkonzerns PSA. "Deswegen brauchen wir Rigorosität, Entschlossenheit und Professionalität, um unsere ambitionierten Pläne umzusetzen."

Die ambitionierten Pläne stoßen bei Betriebsrat und der Gewerkschaft IG-Metall vorerst nicht auf Widerstand - entscheidende Forderungen der Arbeitnehmerseite seien in die Pläne eingeflossen. "Wir sind froh und erleichtert, dass unsere Forderungen wie der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen oder auch die Verschlankung des Managements in die Pläne aufgenommen worden sind", sagt Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug nach der Präsentation der Pläne des Opel-Managements.

Tavares hat Erfahrung mit Neustarts. Durch ein ebenso ambitioniertes wie entschlossenes Durchforsten der PSA-Gruppe hat es Tavares geschafft, den von der Pleite bedrohten Konzern umzustrukturieren, zu verschlanken und wieder in die Gewinnzone zu bringen.

Viele französische Gene

Bei Opel soll die Situation unter anderem auch dadurch verbessert werden, in dem die Anzahl neu erscheinender Modelle reduziert wird. Die Devise in Rüsselsheim lautet nun: Ein neues Modell pro Modellreihe und Jahr. Und das konsequente Umsetzen einer neuen Produktionslinie für Elektroautos. Der elektrisch betriebene Opel Ampera allerdings wird in Zukunft nicht mehr zur Flotte der Rüsselsheimer gehören. Wie bei vielen anderen Modellen liegen die Lizenzen auch für dieses Auto bei der früheren Konzernmutter General Motors.

Auch deswegen, meinen Branchenbeobachter, gibt es keine Alternative für Opel als sich konsequent mit dem PSA-Konzern zu verbinden. Eines aber soll sich nicht verändern, sagte Lohscheller in seinen Ausführungen: "Opel wird eine klar deutsche Marke bleiben"; nur die Technik, sozusagen die DNA der Fahrzeuge, die wird viele französische Gene haben.

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