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Rettungsschiff - "Open Arms" lehnt Angebot aus Spanien ab

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Das Rettungsschiff "Open Arms" hat das Angebot zur Einfahrt in einen südspanischen Hafen abgelehnt. Verzweifelte Flüchtlinge springen bereits ins Meer und wollen an Land schwimmen.

Flüchtlinge schwimmen vom Rettungsschiff "Open Arms" Richtung Festland
Flüchtlinge schwimmen vom Rettungsschiff "Open Arms" Richtung Festland
Quelle: twitter.com/campsoscar

Die Hilfsorganisation "Open Arms" hat das Angebot Spaniens zur Landung geretteter Migranten in Algeciras abgelehnt. Die Lage auf dem Rettungsschiff "Open Arms" vor der italienischen Insel Lampedusa sei "absolut unhaltbar", sagte Open-Arms-Sprecherin Laura Lanuza. Auf dem Schiff mit 107 Migranten an Bord herrsche Angst, es gebe Gewaltausbrüche, die Lage sei nur noch schwer zu kontrollieren.

Der Vorschlag der Regierung in Madrid, die Hafenstadt Algeciras anzusteuern, sei angesichts der Notlage an Bord "vollkommen undurchführbar", sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisation dem Radiosender Cope. Der Gründer der NGO, Oscar Camps, verwies im Online-Dienst Twitter darauf, dass eine Fahrt von der italienischen Insel Lampedusa nach Algeciras mindestens fünf Tage dauern würde.

Menschen springen ins Meer

Der Kapitän der "Open Arms" hatte vor einer tickenden Zeitbombe gewarnt - inzwischen haben erste Migranten auf dem Schiff die Nerven verloren. Nach zweieinhalb Wochen, die sie bereits auf See verbracht haben, sprangen sie ins Meer, um Land zu erreichen. Auslöser war das Angebot aus Spanien, dort einen Hafen anlaufen zu dürfen.

Die Lage an Bord der "Open Arms" spitzt sich zu: Menschen sprangen von Bord und versuchten Land zu erreichen. Spanien hatte sich bereit erklärt, das Rettungsschiff anlegen zu lassen. Die Strecke dorthin sei zu weit, erklärte die Organisation.

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Offenbar wollten die Flüchtlinge versuchen, die nahe gelegene italienische Insel Lampedusa schwimmend zu erreichen. Spanien hatte zuvor der "Open Arms" offiziell Algeciras in Andalusien als sicheren Hafen angeboten. Jedoch würde die rund 1.800 Kilometer lange Fahrt erneut mehrere Tage auf hoher See für die erschöpften Migranten bedeuten. Auf einem auf Twitter veröffentlichten Video ist zu sehen, wie Helfer versuchen, die Migranten aufzuhalten und zu einer Rückkehr auf das Schiff zu bewegen.

Helfer: Fahrt nach Spanien würde fünf Tage dauern

"Wir haben seit Tagen davor gewarnt, die Verzweiflung hat Grenzen", schrieb Proactiva-Gründer Oscar Camps. Das spanische Fernsehen zeigte Bilder von Menschen an Bord, die Weinkrämpfe erlitten, andere reagierten wütend. Die Crew versuchte, die Menschen zu beruhigen. "Jetzt wollen sie, dass wir 950 Meilen fahren, weitere fünf Tage (...), zum am weitesten entfernten Hafen im Mittelmeer, mit einer untragbaren Situation an Bord?", fragte Camps. Die "Open Arms" müsste von ihrer Position aus noch einmal die gesamte nordafrikanische Küste entlang fahren, um Südspanien zu erreichen.

Karte von Italien und Spanien mit Lampedusa und Algeciras
Karte von Italien und Spanien mit Lampedusa und Algeciras
Quelle: ZDF

Die Regierung in Madrid kritisierte den italienischen Innenminister Matteo Salvini wegen dessen unerbittlicher Haltung scharf und sprach in einer Mitteilung von einer "unfassbaren Reaktion" des rechten Politikers. Salvini entgegnete auf Twitter: "Wer hart bleibt, gewinnt." Obwohl ein Verwaltungsgericht in Rom dem Schiff die Einfahrt in die Territorialgewässer Italiens erlaubt hatte und es seit Donnerstag nur wenige Hundert Meter vor Lampedusa liegt, dürfen 107 Migranten weiterhin nicht von Bord.

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Salvini hatte am Samstag aber nach wochenlangem Tauziehen 27 unbegleiteten Jugendlichen erlaubt, das Schiff zu verlassen und an Land zu kommen. "Gegen meinen Willen", wie der Politiker mitteilte - und auch nur, weil Ministerpräsident Giuseppe Conte ihn zu dem Schritt aufgefordert habe.

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