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Kampf gegen Drogenmissbrauch - Trump verhängt Gesundheitsnotstand

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Seit einigen Jahren steigt die Zahl der Drogentoten in den USA dramatisch an. Das hat mit Heroin und Schmerzmitteln zu tun. Präsident Donald Trump will jetzt gegensteuern.

US-Präsident Donald Trump hat die Opioidkrise zu einem nationalen Notstand der öffentlichen Gesundheit erklärt.
US-Präsident Donald Trump hat die Opioidkrise zu einem nationalen Notstand der öffentlichen Gesundheit erklärt. Quelle: reuters

US-Präsident Donald Trump hat angesichts eines massenhaften Missbrauchs von Opioiden in den Vereinigten Staaten einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Es handele sich um die schlimmste Drogenkrise in der amerikanischen Geschichte, sagte Trump im Weißen Haus.

Betroffen seien ländliche Gegenden und Städte, Reiche und Arme, ältere Menschen und Neugeborene. Es sei ein Notstand, der die Nation zerreiße.  Deswegen sei es an der Zeit, Amerikas Gemeinden von der Geißel der Sucht zu befreien. "Wir können die Generation sein, die die Opioidepidemie beendet", so Trump.

Keine zusätzlichen Finanzmittel

Trump ordnete Bundesbehörden an, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Krise zu bekämpfen. Dazu gehöre eine "massive Werbekampagne" an die Adresse junger Leute, um verschreibungspflichtige Medikamente zu meiden.

Zusätzliches Geld wird mit der Maßnahme allerdings nicht zur Verfügung gestellt. Stattdessen sollen Mittel aus bestehenden Töpfen umgeschichtet werden und besonders schlimm betroffene Bundesstaaten mehr Spielraum bekommen. Das Gesundheitsministerium will zudem Stellen schneller besetzen, um Staaten personell zu unterstützen. Manche Experten erklärten, die Schritte gingen nicht weit genug.

Opioid-Epidemie in den USA

Die USA kämpfen seit einigen Jahren mit einem verheerenden Anstieg der Drogentoten - vor allem durch Heroin und andere Opioide. Jeden Tag sterben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC im Schnitt 91 Menschen an einer Opioid-Überdosis. Dazu gehören auch Mittel, die als Medikamente eingesetzt werden.

Im Jahr 2015 gab es insgesamt rund 52.000 Drogentote, 33.000 von ihnen hatten Opioide genommen. Nach vorläufigen Angaben stiegen die Zahlen 2016 weiter an. In Deutschland starben im vergangenen Jahr 1.333 Menschen, weil sie illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Crack konsumiert hatten.

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Abhängigkeit durch Schmerzmittel-Konsum

Viele Abhängige in den USA sind über verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Oxycodon in die Heroinsucht gerutscht. Seit den 1990er Jahren wurden die Medikamente sehr freizügig verschrieben. Studien hatten Hinweise geliefert, dass die Suchtgefahr gar nicht so groß sei. Das ist inzwischen widerlegt.

Trump hatte ursprünglich gesagt, er wolle angesichts des dramatischen Ausmaßes der Opioid-Epidemie den nationalen Katastrophenfall ausrufen. Mit diesem Schritt hätten die Bundesstaaten Mittel von der Katastrophenschutzbehörde Fema bekommen können. Das galt aber als umstritten, weil das Geld eigentlich für schwere Naturkatastrophen oder Grippeepidemien vorgesehen ist. Die Mittel von Fema seien nach den Hurrikanen der vergangenen Wochen fast aufgebraucht, erklärten mehrere Regierungsvertreter vor Trumps Rede am Donnerstag.

Die Notstandserklärung gilt nach Angaben aus dem Weißen Haus für 90 Tage. Danach kann sie verlängert werden.

Trump erinnert an älteren Bruder

Trump wurde in seiner Rede am Donnerstag persönlich, als er über seinen toten Bruder Fred sprach. "Er hatte ein Problem mit Alkohol", sagte der 71-Jährige. "Er hat mir ständig gesagt: Trink nicht!" Bis zum heutigen Tag habe er deswegen kein Glas Alkohol angerührt und keine Zigarette geraucht. Fred Trump war 1981 gestorben.

Vor dem Präsidenten sprach seine Ehefrau Melania über die Krise. Die First Lady hatte sich in den vergangenen Wochen mit Betroffenen und Angehörigen getroffen. Sucht sei etwas, was jeden treffen könne, erklärte sie. Kein Staat, keine demografische Gruppe werde von der Drogenepidemie verschont.

Harte Drogen sind mittlerweile in der weißen Mittelschicht der USA angekommen. Viele finden den Einstieg über verschreibungspflichtige Schmerzmittel, steigen dann um auf Heroin oder andere harte Drogen – weil diese billiger sind.

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