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Trump besucht Dayton und El Paso - Opfer in Chief

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US-Präsident Trump trifft sich mit Opfern, will Anteilnahme zeigen - und stellt sich hinterher per Twitter selbst als Opfer dar. Das ist atemberaubend und unanständig.

Kommentar: Donald Trump und Melania Trump am 08.08.2019 in El Paso (USA)
Kommentar von Elmar Theveßen
Quelle: AP

Es war ein ganz normaler Tag der Trauer in Amerika. Total normal, alles wie immer: Die Gebete, die gegenseitigen Vorwürfe, das Nichtstun des amerikanischen Kongresses, das Warmlaufen der Waffenlobby NRA gegen jede Veränderung der Waffengesetze. Am allernormalsten war Donald Trump. Sein Versuch, den Anteilnehmer zu spielen, niedergetrampelt von ihm selbst, per Twitter, wie immer. Schöne Fotos hat er knipsen lassen von sich - mit Opfern, mit Helfern, mit Polizisten. Aber am wichtigsten: Immer mit sich und vor allem mit Opfern.

Ja, die meisten fanden es gut, dass er kam. Dass er sich interessierte für sie. Dass er Dankeschön gesagt hat. Das hätte er doch so stehen lassen können. Ein Präsident, der wenigstens ein einziges Mal das tut, was in Zeiten der Trauer gebraucht wird, um Wunden zu heilen. 24 Stunden Funkstille auf Twitter und vor Kameras - war das zuviel verlangt?

Stattdessen etwas, das zeigt, dass dieser Mann keinen Funken Anstand besitzt. Donald Trump hält sich auch für ein Opfer, natürlich das größte, weil alle über ihn herfallen. Das war sein Thema: Beim Einsteigen in den Hubschrauber und beim Flug in "Air Force One". Alle anderen dumm, er großartig. Er ist das Opfer in Chief, wichtiger als die anderen Opfer, die sind nur Beiwerk in den Fotos. Das ist atemberaubend, unanständig, krank.

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Trumps Rede weckte Hoffnungen

Als er vorgestern die Rede vom Teleprompter ablas, da dachte ich: Was für eine Gelegenheit, all seine Kritiker zu widerlegen, eine Kehrtwende einzuleiten in seiner Politik, in seinem Verhalten. Demut und die Entschlossenheit, dass die Nation mit ihm an der Spitze der Bewegung einig den - Zitat - "Kampf gegen Rassismus, Fanatismus und weiße Überlegenheitsdenken" führt. Der gesamte Werkzeugkasten exekutiver Macht zu seiner Verfügung. Moralischer Anführer gegen das, was er "das Böse" genannt hat. Der Sieg bei der nächsten Wahl wäre Trump sicher.

Ja, ich wusste schon vorher, wie unendlich naiv dieser Gedanke war. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, erst, wenn noch viel mehr Menschen gestorben sind. Dieser Tage birgt nur eine letzte Chance: Dass diese Normalität den Strom derjenigen anschwellen lässt, die Donald Trump am 3. November 2020 nach Hause schicken, wo er als wütender, weißer, alter Mann zuschauen kann, wie eine neue Generation von Wählern und Amtsträgern den wichtigsten Satz der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung in die Wirklichkeit zurückholt: "We hold these Truths to be self-evident, that all Men are created equal,  that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the Pursuit of Happiness."

Wie weit Donald Trump dieses wunderbare Land und seine großartigen Menschen schon davon entfernt hat, wird in Bildern deutlich, in denen er nicht im Mittelpunkt steht, ja gar nicht zu sehen ist. Unsere Kollegen von WJTV haben sie gefilmt: Kinder stehen und sitzen auf der Straße in Forrest, Mississippi. Einige weinen, starren vor sich, werden von Fremden getröstet. Die amerikanische Einwanderungsbehörde ICE hat gerade ihre Eltern bei einer Razzia verhaftet, um sie aus dem Land zu werfen. Die Kinder sind sich selbst überlassen.  

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Echte Opfer, wie die von Dayton und El Paso. Ein ganz normaler Tag in Amerika - das klingt nicht nur schrecklich, das ist es.

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