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Richtlinie gegen Machtmissbrauch - Oscar-Akademie wirft Cosby und Polanski raus

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Die Oscar-Akademie setzt ihre neue Richtlinie um: Sie schmeißt Bill Cosby und Roman Polanski raus. Polanksi, gegen den es noch kein Urteil gibt, will das nicht so hinnehmen.

Roman Polanski 2017 in Cannes
Die Oscar-Akademie hat ihn ausgeschlossen: Roman Polanski
Quelle: ap

Der Vorstand der Oscar-Akademie hat nach Harvey Weinstein auch Bill Cosby und Roman Polanski die Mitgliedschaft entzogen. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences erklärte am Donnerstag, eine Abstimmung sei entsprechend ausgefallen. Hintergrund der Entscheidung sind Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Im Fall Polanski kommt der Ausschluss 15 Jahre nach seinem Oscar für "Der Pianist" und mehr als 40 Jahre nachdem er beschuldigt wurde, eine 13-Jährige vergewaltigt zu haben. Den Vorwurf der Vergewaltigung hatte Polanski zurückgewiesen.

Polanski hatte offenbar nicht mit einem Ausschluss gerechnet. Er sei von der Entscheidung überrumpelt worden, teilte Polanskis Anwalt Harland Braun mit. Polanski werde die Academy um eine Anhörung bitten, um für seinen Verbleib in der Organisation einzutreten. Sein Team sei darauf vorbereitet gewesen, in der Sache eine Fürsprache halten zu können, habe die Gelegenheit aber nie erhalten. Er wolle die Akademie auffordern, Polanski erneut als Mitglied aufzunehmen, so Braun.

Kein Platz für "Menschen, die ihren Status missbrauchen"

Regisseur Polanski war 1978 aus den Vereinigten Staaten geflüchtet, nachdem er zugegeben hatte, ein Jahr zuvor verbotenen Sex mit einer 13-Jährigen gehabt zu haben. Das Mädchen hatte damals angegeben, er habe sie mit Alkohol und Betäubungsmitteln gefügig gemacht. Polanski betrat die USA seitdem nicht mehr. Ein Gericht in Kalifornien lehnte im vergangenen August die Einstellung des Verfahrens ab.

Bill Cosby 2018 beim Verlassen des Gerichtsgebäudes
Veruteilt: Bill Cosby
Quelle: ap

Der frühere TV-Star Cosby war in der vergangenen Woche wegen sexueller Nötigung schuldig gesprochen worden, weil er 2004 eine Frau unter Drogen gesetzt und sich anschließend an ihr vergangen hatte.

Den Produzenten Weinstein schloss die Oscar-Akademie bereits im Oktober aus. Ihm werfen Dutzende Frauen vor, sie sexuell belästigt oder sich übergriffig verhalten zu haben. Der weitreichende Skandal um Weinstein veranlasste die Akademie im Dezember zudem dazu, ihre Richtlinien für Mitglieder zu ändern. Laut Verhaltenskodex ist in der Organisation kein Platz für "Menschen, die ihren Status missbrauchen, ihre Macht und ihren Einfluss, um gegen Werte des Anstands zu verstoßen".

Für Respekt und Menschenwürde

In einer Stellungnahme vom Donnerstag hieß es, der Vorstand der Akademie wolle weiter dafür eintreten, dass deren Mitglieder Werte wie Respekt und Menschenwürde hochhielten. Zuletzt hatte sich der Präsident der Akademie, John Bailey, selbst Vorwürfen des sexuellen Fehlverhaltens ausgesetzt gesehen. Die Anschuldigungen wurden nach Untersuchungen eines Komitees und einer unabhängigen Rechtsfirma aber fallen gelassen.

Die Academy ist die wichtigste Filmorganisation weltweit und für die Oscars verantwortlich. In der Geschichte der Organisation wurde vor Weinstein nur eine Person der Akademie verwiesen: Dem Schauspieler Carmine Caridi wurde 2004 die Mitgliedschaft entzogen, weil er vertrauliche DVDs von Filmen in Umlauf gebracht haben soll, die im Rennen um einen Oscar waren.

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