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Tausende Demonstranten - Interesse an Ostermärschen wächst wieder

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Seit fast 60 Jahren gibt es in Deutschland Ostermärsche. Zuletzt kamen zwar immer weniger Demonstranten. Doch in diesem Jahr verspürten die Organisatoren wieder Aufwind.

Zum Abschluss der diesjährigen Ostermärsche haben Aktivisten in zahlreichen Städten erneut demonstriert. In diesem Jahr beteiligten sich Zehntausende Menschen.

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Mit den traditionellen Ostermärschen haben Tausende Menschen für Abrüstung und gegen deutsche Rüstungsexporte demonstriert. Insgesamt gab es rund 100 Veranstaltungen während der Feiertage. Die größten Kundgebungen wurden am Ostermontag zum Abschluss aus Hamburg, Frankfurt, Nürnberg und Kassel gemeldet.

Positive Bilanz der Veranstalter

Insgesamt sei das Interesse an den Ostermärschen deutlich größer gewesen als im Vorjahr, bilanzierte der Sprecher des zentralen Ostermarschbüros in Frankfurt, Willi van Ooyen. Dies hänge mit der Vielzahl der internationalen Konflikte zusammen, wie etwa in der Türkei und Syrien. Zugleich zeige sich auch eine stärkere Unterstützung seitens der Gewerkschaften.

Unter Hinweis auf deutsche Waffenlieferungen an die Türkei sagte van Ooyen: "Da darf man nicht schweigen, wenn der Krieg wieder zur Normalität wird und die bundesdeutsche Politik so tut, als habe sie nichts damit zu tun." Grundsätzlich verweigere sich die Friedensbewegung "dem Zwangsdenken von Kriegspropaganda, Kriegsdrohungen und Kriegen". Sie halte fest an ihrer Vision von einer Welt ohne Atomwaffen, einem entmilitarisierten Europa der Völkerverständigung und einem Deutschland, von dessen Boden kein Krieg, sondern Frieden ausgehe. Weltweite Kriege würden auch durch deutsche Kriegsbeteiligung und Waffenlieferungen angeheizt. "Die deutsche Politik trägt große Verantwortung für das Morden in aller Welt", sagte van Ooyen.

Auf dem Römerberg in Frankfurt versammelten sich nach Angaben des Ostermarschbüros am Montag nach einem Sternmarsch rund 4.000 Menschen und verlangten ein sofortiges Ende des türkischen Militäreinsatzes in Nordsyrien. Die Polizei sprach dagegen von 1.500 Teilnehmern. Ein Arzt, der für die Hilfsorganisation medico international in der nordsyrischen Stadt Afrin war, berichtete dort über seinen Einsatz. Die Stadt wurde von türkischen Truppen eingenommen, die in einer Militäroffensive die Kurdenmiliz YPG vertrieben hatten.

Im rheinland-pfälzischen Büchel wurde für den Abzug der US-Atomsprengköpfen demonstriert, die dort seit dem Kalten Krieg gelagert sind. "Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung endlich handelt, dem Atomwaffenverbotsvertrag beitritt und die in Büchel stationierten Atomwaffen abziehen lässt", erklärte dazu das Netzwerk Friedenskooperative.

Regional unterschiedliche Themen

Die Themen der Proteste war regional unterschiedlich gestreut. Auch der Klimawandel gehörte dazu. In Kaiserslautern protestierten etwa 200 Menschen gegen Fluglärm und Umweltverschmutzung durch Militärstützpunkte in der Westpfalz. Gefordert wurde auch, die Ursachen von Flucht und Vertreibung zu beseitigen.

Bei den traditionellen Ostermärschen demonstrieren Tausende Menschen gegen Krieg. In Berlin wendet sich die Friedensbewegung auch gegen Rüstungsexporte und Auslandseinsätze der Bundeswehr.

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In Sachsen-Anhalt wanderten Ostermarschierer der Bürgerinitiative Offene Heide von Letzlingen zum nah gelegenen Gefechtsübungszentrum der Bundeswehr. Der Ostermarsch stand unter dem Motto "An Kriege gewöhnen? Niemals!". Die 1993 gegründete Bürgerinitiative Offene Heide demonstriert seit Jahren für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide.

Die ersten Ostermärsche fanden in Deutschland im Jahr 1960 statt. Anstöße dazu kamen aus Großbritannien. Dort gab es vor genau 60 Jahre einen Protestmarsch von London zum Atomforschungszentrum Aldermaston.

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