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Mögliche pädophile Verbindungen auf YouTube aufgedeckt

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funk-Recherche - Mögliche pädophile Verbindungen auf YouTube aufgedeckt

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Recherchen des funk-Formats "follow me.reports" zeigen, dass vermutlich pädophile Nutzer auf YouTube Kinder manipulieren und Playlists mit tausenden Videos anlegen.

Symbolfoto - Person schaut auf Display eines Laptops
Recherchen des funk-Formats "follow me.reports" zeigen mögliche pädophile Verbindungen auf YouTube.
Quelle: dpa

User nutzen YouTube als Plattform zur Vernetzung, um Kinder zu manipulieren und Videos zu teilen. Journalisten des funk-Formates "follow me.reports" haben etwa 300 Kanäle mit potenziell pädophilem Hintergrund identifiziert. Die User verabreden sich auf YouTube zum Video- und Link-Tausch, suchen Kontakt zu Kindern oder stellen Playlists mit expliziten Kindervideos zusammen. Kinder werden mit Likes und Abonnements geködert, gezielt manipuliert und animiert, sich auszuziehen oder vor der Kamera zu tanzen.

Einige drehen Nacktvideos von sich, die bereits wenige Stunden nach Upload in einschlägigen, teilweise explizit benannten Playlists mit hunderttausenden Klicks landen.

Tausende Kinder betroffen – darunter auch deutsche Kinder

Frau am Laptop
In den Videos tauchen tausende, auch deutsche Kinder auf.
Quelle: privat

In den Videos tauchen tausende, auch deutsche Kinder auf. So wird ein Junge dazu verleitet, sich zu fesseln und sich den Mund zu zu kleben. Ein Mädchen wird in einem Livestream animiert, sich mit Rasierschaum einzuschmieren. Das betreffende Video hat derzeit etwa 74.000 Aufrufe. Insgesamt wurden etwa 50 deutsche Kinder identifiziert - wahrscheinlich sind es viele mehr.

Eltern ahnen oft nichts von dem Verhalten ihrer Kinder. Manche wissen nicht einmal, dass ihre Kinder einen YouTube-Kanal betreiben und dort Videos von sich veröffentlichen. Von "follow me.reports" kontaktierte Eltern reagierten erschüttert. Eine betroffene Familie, deren Tochter via Livestream manipuliert wurde, hat inzwischen nach eigenen Angaben Anzeige erstattet.

Seit 2016 Anstieg hochsexualisierter Videos von Kindern

Autorin im Interview
Andrea Güde im Gespräch mit Isabell Beer.
Quelle: privat

"Wir beobachten seit 2016 einen stetigen Anstieg an selbstgefertigten Schriften von Kindern, die hochgradig sexualisiert sind, die auch hier als Pornografie einzuschätzen sind", so die Frankfurter Staatsanwältin Andrea Güde, die auf Kinderpornografie spezialisiert ist. "Wobei sich für uns immer die Frage stellt: Hat das Kind das jetzt aus Spaß gemacht? Oder steht da jemand hinter, der das Kind dazu angewiesen hat?"

Viele der Videos auf YouTube, die bei der Recherche entdeckt wurden, bewegen sich laut Güde in einem Grenzbereich. Um als Kinderpornografie bewertet zu werden, seien sie nicht explizit genug. Das mache es schwer, strafrechtlich dagegen vorzugehen. Besser stehen die Chancen der Strafverfolgung bei eindeutigen Manipulationen, wenn Kinder beispielsweise animiert werden, sich auszuziehen oder sexualisierte Posen einzunehmen.

Seit längerem Pädophilie-Vorwürfe gegen YouTube

YouTube wird seit Längerem mit Vorwürfen konfrontiert, die Plattform fördere pädophile Inhalte. Anfang des Jahres wurde publik, dass der YouTube-Algorithmus pädophilen Usern vermehrt Videos von Kindern in knapper Kleidung zeigt – und dass diese User die Plattform nutzen, um sich zu vernetzen. Daraufhin hatte YouTube Änderungen am Vorschlagsalgorithmus angekündigt. Die Recherchen zeigen jedoch, dass User mit wahrscheinlich pädophilem Hintergrund YouTube weiterhin als Plattform nutzen. Durch Playlists haben sie eine Infrastruktur geschaffen, die ihnen eine Vernetzung abseits der Videovorschläge ermöglicht.

YouTube hat außerdem angekündigt, Kommentare unter Videos von Kindern zu deaktivieren und Livestreams nur in Verbindung mit Erwachsenen zu erlauben. Tatsächlich wurden die Kommentare aber nur bei wenigen Videos deaktiviert. So ist es Usern nach wie vor möglich, durch Kommentare Kinder zu manipulieren. Auch Livestreams sind nach wie vor möglich, in denen Kinder zu expliziten Handlungen angestiftet werden.

YouTube gibt an, maschinelles Lernen zusammen mit dem verstärkten Einsatz von menschlichen Prüfern zu nutzen, um potenziell riskante Videos zu erkennen. Man "arbeite ständig daran, dieses System zu verbessern." Nach der Konfrontation hat YouTube einige Videos und Playlists gelöscht. Viele einschlägige Playlisten existieren aber weiterhin - genauso wie die Kanäle, die diese Playlisten erstellt haben. 

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