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100 Jahre Balfour-Deklaration - Proteste im Westjordanland

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In den Palästinensergebieten haben Tausende am 100. Jahrestag der "Balfour-Deklaration" protestiert. Sie gilt als wichtiger Schritt hin zur Gründung des Staates Israel.

Palästinenser protestieren am 02.11.2017 in Gaza (palästinensische Autonomiegebiete)
Tausende Palästinenser haben am 100. Jahrestag der "Balfour-Deklaration" protestiert - auch hier in Gaza. Quelle: dpa

In den Palästinensergebieten haben Tausende Menschen am 100. Jahrestag der "Balfour-Deklaration" protestiert. Allein in Ramallah zogen etwa 3.000 Menschen mit schwarzen Flaggen vom Stadtzentrum zum britischen Konsulat. Auf Transparenten stand unter anderem zu lesen: "100 Jahre Enteignung". Kleinere Demonstrationen gab es in Ost-Jerusalem und weiteren Städten.

Am 2. November 1917 hatte der damalige britische Außenminister Arthur James Balfour der zionistischen Bewegung die Unterstützung seiner Regierung für die Errichtung einer nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina zugesagt. Britische Truppen vertrieben damals ihren osmanischen Kriegsgegner aus dem Gebiet, das nach dem Ersten Weltkrieg britisches Völkerbundsmandat wurde. In den folgenden Jahrzehnten siedelten sich dort immer mehr Juden an, was zu wachsenden Spannungen mit den ansässigen Arabern führte.

Die zionistische Bewegung forderte die Unterstützung später wiederholt bei den Briten ein, die das Mandat des Völkerbundes zur Verwaltung der Region hatten. Der Brief gilt rückblickend als wichtige Unterstützung auf dem Weg zur Gründung Israels 1948.

Entschuldigung und Entschädigung gefordert

"Wir verlangen vom Vereinigten Königreich (Großbritannien), sich zu entschuldigen und das palästinensische Volk zu entschädigen, und sofort den Staat Palästina anzuerkennen", sagte der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah am Donnerstag nach einer Mitteilung seines Büros.

Palästinenser sehen die "Balfour-Deklaration" als einen Grund für ihre Flucht und Vertreibung im ersten Nahostkrieg. Sie drohen den Briten immer wieder mit einer Klage wegen der Erklärung.

Treffen zwischen May und Netanjahu geplant

Bei einer Protestaktion in Ramallah zeigten Menschen Plakate mit Aufschriften, wie "Ein Versprechen derjenigen, die nicht die Besitzer sind, denjenigen, die nicht berechtigt sind" und "Gerechtigkeit und Freiheit für Palästina".

In London ist am Mittag ein Treffen der britischen Premierministerin Theresa May mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geplant. Am Abend soll es ein festliches Essen geben.

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