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Papst beim Kreuzweg in Rom - "Überlassen der Jugend eine zertrümmerte Welt"

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Spektakuläre Kulisse für einen der Höhepunkte des Osterfestes: Bei der Kreuzwegprozession hat der Papst im Kolosseum in Rom seine Scham über eine zertrümmerte Welt ausgedrückt.

Christen aus aller Welt sind nach Rom gereist, um dort mit Papst Franziskus die Kreuzweg-Andacht zu feiern. Die Meditationstexte zu den einzelnen Stationen stammen dieses Jahr von Schülern aus Rom.

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Papst Franziskus hat beim Kreuzweg am Kolosseum in Rom am Karfreitag an Gewalt und Kriege auch in der heutigen Welt erinnert. Vor rund 20.000 Menschen verlas der Pontifex ein Gebet, in dem er von der Scham sprach, den jungen Menschen eine "zertrümmerte Welt der Spaltung und der Kriege" zu hinterlassen, in der der Egoismus "die Jugendlichen, die Kleinen, die Kranken, die Alten" an den Rand dränge.

Menschen vor "der Lepra des Hasses" retten

Die Prozession ist der Höhepunkt der Karfreitagsfeierlichkeiten und erinnert an das Leid Jesus Christus bei der Kreuzigung. Begleitet wurde sie aus Angst vor Anschlägen von erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

Die Prozession stellt den Weg von Jesus Christus zum Kreuz in 14 Stationen nach, die jeweils von sogenannten Meditationstexten begleitet werden. In diesem Jahr hatten erstmals Jugendliche die Texte verfasst. Bei der Station, bei der Jesus ans Kreuz genagelt wird, hieß es: "Ich schaue mich um und sehe Augen, die auf das Display eines Smartphones starren und damit beschäftigt sind, in den sozialen Netzwerken andere auf ihre Fehler festzunageln - gnadenlos."

Das Kreuz gaben sich dabei unterschiedliche Personen weiter. Auch eine Familie aus Syrien mit zwei kleinen Kindern war darunter. Der 81 Jahre alte Papst trug das Kreuz nicht, sondern saß gegenüber des Kolosseums auf dem Palatinhügel auf einem Podest. In seinem Gebet beklagte er auch, dass "so viele Menschen und sogar einige deiner Amtsträger sich blenden ließen vom Ehrgeiz und vom Ruhm". Der Herr möge die Menschen vor "der Lepra des Hasses" retten.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Die Besucher schreckten auch Regen und strenge Kontrollen nicht ab. Sprengstoffhunde hatten schon vorab das Kolosseum abgeschnüffelt. Weil es in Italien in den vergangenen Tagen mehrere Festnahmen von Terrorverdächtigen gab, wurden die Sicherheitsvorkehrungen an allen zentralen Touristenorten erhöht. 10.000 Sicherheitskräfte sind über Ostern in Rom im Einsatz.

Auch am Petersdom, wo Franziskus vor dem Kreuzweg die Karfreitagsliturgie begonnen hatte, gab es noch mehr Sicherheitsschleusen als sonst schon. Zu Beginn der Feier legte sich der Papst auf einen Teppich und verharrte still.

Der Prediger des päpstlichen Hauses rief junge Menschen danach dazu auf, sich unter Leidende und Ausgeschlossene zu mischen. So könne man sich von dem Prinzip lösen, das die Welt regiere, das sei "der pure Egoismus", sagte Raniero Cantalamessa, der traditionell die Predigt am Karfreitag spricht. Im Oktober findet im Vatikan eine Bischofssynode zum Thema Jugend statt.

Zugleich Beginn des Pessach-Festes

Nach dem christlichen Glauben wurde Jesus in der Nacht auf den Karfreitag verhaftet, gefoltert und anschließend von Pontius Pilatus zum Tod verurteilt. Am dritten Tag nach seinem Tod ist Jesus nach christlicher Überlieferung auferstanden. Ostern ist damit das zentrale Fest des Christentums.

Auch in Jerusalem kamen Tausende Menschen am Karfreitag zusammen. Pilger zogen in Prozessionen durch die Altstadt zur Grabeskirche. Am späten Vormittag führten die Franziskanermönche als Vertreter der katholischen Kirche Gläubige die Via Dolorosa zur Grabeskirche hinauf. Mitglieder der evangelischen Kirche waren am frühen Morgen den Pilgerweg dann allerdings zur evangelischen Erlöserkirche gegangen. Am Ort der Grabeskirche soll nach christlicher Überlieferung Jesus begraben worden und wieder auferstanden sein.

Der Karfreitag fällt in diesem Jahr mit dem Beginn des jüdischen Pessach-Festes zusammen. Da es sich um ein Pilgerfest handelt, wird auch am Wochenende mit zahlreichen jüdischen Besuchern in Jerusalem gerechnet. Wenige Gehminuten von der Grabeskirche entfernt steht die Klagemauer, die heute das größte Heiligtum für Juden weltweit ist. Pessach erinnert an den Auszug der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten.

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