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Christmette in Rom - Papst: "Der Mensch ist gierig geworden"

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Teure Geschenke, üppiges Essen: Für viele Menschen gehört das zu Weihnachten. Doch muss es so viel sein? Der Papst beklagt in der Christmette Maßlosigkeit und Ungerechtigkeit.

Papst Franziskus während der Christmette im Petersdom.
Papst Franziskus während der Christmette im Petersdom.
Quelle: Alessandra Tarantino/AP/dpa

Papst Franziskus hat bei der traditionellen Christmette an Heiligabend die menschliche Gier nach Konsum kritisiert und zur Besinnung auf die Spiritualität sowie zum Teilen mit den Armen aufgerufen. "Der Mensch ist gierig und fresssüchtig geworden", sagte der argentinische Pontifex am Montag im Petersdom in Rom.

"Der Gipfel des Egoismus"

Für viele sei "das Anhäufen von Dingen" zum Lebensinhalt geworden, sagte der Papst. "Wir müssen den Gipfel des Egoismus überschreiten." "Eine unersättliche Gier durchzieht die menschliche Geschichte, bis zu den Paradoxa von heute: Während einige sich Festmahlen hingeben, haben viele andere kein Brot zum leben", fuhr Papst Franziskus fort. "Man darf nicht in die Schluchten des mondänen Lebens und des Konsumismus abrutschen", forderte er.

Weihnachten rund um den Globus

Der kleine Körper des Kindes in Bethlehem habe ein neues Lebensmodell entworfen, sagte das Oberhaupt von weltweit 1,3 Milliarden Katholiken in Bezug auf die Geburt Jesu, der Christen an Heiligabend gedenken. Dabei gehe es nicht um "fressen und hamstern, sondern um teilen und geben", predigte Franziskus. "Fragen wir uns: An Weihnachten, teile ich mein Brot mit dem, der keines hat?"

Geprägt von der "Volkstheologie"

Der aus Argentinien stammende Papst hatte als Priester Jorge Bergoglio früher in Buenos Aires häufig die Armenviertel besucht. Franziskus ist geprägt von der "Volkstheologie", der argentinischen Variante der sozialistisch geprägten "Befreiungstheologie". Am Montagabend leitete der Papst zum sechsten Mal die Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan.

Papst Franziskus ruft immer wieder zu Bescheidenheit auf oder übt Kritik an der Konsumgesellschaft. Aus Sicht vieler verkörpert der Argentinier selbst die Einfachheit, die er fordert, verzichtete als Papst auf einige Privilegien. Er ist außerdem für seinen Einsatz für Arme und Ausgegrenzte bekannt. So lädt er immer wieder Obdachlose oder Flüchtlinge in den Vatikan ein oder trifft Häftlinge.

Im vergangenen Jahr hatte der Argentinier an Heiligabend zu Mitgefühl für Verfolgte aufgerufen. Am Dienstag, dem ersten Weihnachtstag, verkündet Papst Franziskus seine Weihnachtsbotschaft und spricht den päpstlichen Segen "Urbi et Orbi".

Feierlichkeiten beginnen im Heiligen Land

Der Mensch ist gierig und fresssüchtig geworden.
Papst Franziskus

Die Weihnachtsfeierlichkeiten begannen auch im Heiligen Land: Zahlreiche Gläubige versammelten sich auf dem zentralen Krippenplatz in Bethlehem, um die traditionelle Weihnachtsprozession aus Jerusalem zu empfangen. Die Fahrzeugkolonne wurde angeführt vom Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land, Pierbattista Pizzaballa. An der Geburtskirche in Bethlehem kam Pizzaballa an der Spitze der Prozession zu Fuß an. Er sollte später in dem Ort im Westjordanland, der als Geburtsort Jesu verehrt wird, die Mitternachtsmesse zelebrieren.

Die Geburtskirche stammt aus dem 6. Jahrhundert. In seiner Weihnachtsbotschaft hatte Pizzaballa von einer sehr schwierigen Realität in der Region gesprochen, "mit Gewalt, politischen Problemen und Spannungen". Dies könne man nicht ändern, sagte er. "Aber wir können die Art verändern, unser Leben in dieser Situation zu leben, in unseren Familien, im kleinen Kreis." 

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